Will Ogilvie

1901 - 1989

Ein Leben zwischen den Kontinenten

Stutterheim in Südafrika markiert den Anfang von William Abernethy Ogilvie. Im Jahr 1901 war die Welt noch eine andere, doch sein Lebensweg führte ihn weit weg von der Kap-Provinz. Er zog nach Johannesburg, wo er zwischen 1921 und 1924 vor der Staffelei von Erich Mayer Platz nahm. Diese Ausbildung bildete das Fundament seines Schaffens. Bereits 1925 verlagerte sich seine Entwicklung in Richtung Nordamerika. Er erreichte Kanada und ließ sich zunächst in Toronto nieder, doch die unwiderstehliche Anziehungskraft New Yorks war nicht zu ignorieren.

New York verlieh seinem Wirken eine neue Intensität. Von 1927 bis 1930 trat Ogilvie der Art Students League bei. Hier studierte er unter Kimon Nicolaïdes, dessen Einfluss als Meister der Zeichnung tief in Ogilvies Technik Wurzeln schlug. Nach einer kurzen Phase in der New Yorker Werbekunst kehrte er schließlich nach Toronto zurück. Diese Rückkehr markierte eine Ära der Zusammenarbeit und des Aufbaus: Gemeinsam mit Charles Comfort und Harold Ayres arbeitete er in einem Unternehmen, das Magazinillustration mit Werbung verband. Im Jahr 1933 leistete er zudem einen wesentlichen Beitrag zur Gründung der Canadian Group of Painters.

Die Frontlinien der Geschichte

Das Jahr 1940 brachte eine plötzliche Wende in seiner Bestimmung. Ogilvie trat der kanadischen Armee bei. Er war jedoch nicht nur ein einfacher Soldat, sondern wurde 1942 zum ersten offiziellen Kriegskünstler ernannt. Damit verlagerte sich die Szenerie vom geschützten Atelier direkt in das aktive Kriegsgeschehen. Als Teil der 1. kanadischen Division arbeitete er unter ständigem Beschuss; es gab keine Distanz mehr zwischen dem Motiv und dem Schöpfer.

Die Landschaften wandelten sich mit dem Vorrücken des Konflikts durch Sizilien, das italienische Festland und Nordwesteuropa. Er hielt die erschütternde Realität jener Ära fest:

  • Die Ruinen von Caen in der Normandie.
  • Die Verwüstungen der Falaise-Lücke.
  • Das Schicksal der Flüchtlinge, die durch die Kriegsgebiete zogen.

Seine Zeichnungen aus diesen Feldeinsätzen sind von Spontaneität geprägt, geboren aus der unmittelbaren Notwendigkeit des Augenblicks. Seine Gemälde hingegen nahmen eine formalere, symbolische Gestalt an. Für diesen unermüdlichen Dienst wurde er mit dem M.B.E. ausgezeichnet.

Ein Vermächtnis in Farbe und Lehre

Nach dem Krieg fand ihn das Leben wieder in der akademischen Welt wieder. Er bekleidete Lehrpositionen am Ontario College of Art von 1947 bis 1957 und war später zwischen 1960 und 1969 als Dozent am Institut für Bildende Kunst der University of Toronto tätig. Sein künstlerisches Schaffen blieb dabei stets vielseitig, wobei er Öl, Acryl, Aquarell, Pastell und Graphit gleichermaßen nutzte.

Seine Sujets reichten von kanadischen Landschaften und urbanen Szenen bis hin zu Akten und Porträts. Sein Stil bewegte sich zwischen Realismus, gegenständlicher Formgebung und Fauvismus. Er hinterließ ein bedeutendes Werk, das heute im Canadian War Museum aufbewahrt wird, und wurde 1979 mit dem Order of Canada geehrt. Will Ogilvie bleibt eine Persönlichkeit, die durch ihre Fähigkeit definiert wird, die Härte des Krieges und die Stille der Landschaft in ein dauerhaftes visuelles Gedächtnis zu verwandeln.

Fragen & Antworten

Wo und wann wurde Will Ogilvie geboren?

Will Ogilvie wurde im Jahr 1901 in Stutterheim geboren.

Wo kann ich die Kunstwerke von Will Ogilvie in einer virtuellen 3D-Galerie erleben?

Die Kunstwerke von Will Ogilvie können in einer 3D-Galerie auf der Seite Virtuelle 3D-Galerie des Künstlers besichtigt werden.

Wo kann ich alle Kunstwerke von Will Ogilvie durchstöbern?

Alle Werke von Will Ogilvie auf diese Webseite können auf der Alle Kunstwerke-Seite des Künstlers durchstöbert werden.

Aus welcher Epoche stammte Will Ogilvie?

Will Ogilvie war in der Epoche der Moderne tätig. Diese Periode ordnet das künstlerische Schaffen historisch ein.