Das Licht von Rosenheim und Berlin
Anton Kerschbaumer begann seine Ausbildung an der Schule für angewandte Kunst in München, wo er zwischen 1901 und 1908 unter Maximilian Dasio und Julius Exter studierte. Seine frühen Jahre waren geprägt von der technischen Disziplin des Zeichnens – eine Fertigkeit, die ihn schließlich dazu führte, die Prüfungen als Lehrer zu bestehen. Im Jahr 1908 zog er nach Berlin, wo sich sein Weg mit dem von Lovis Corinth kreuzte. Diese Zeit in der Metropole brachte ihn mit neuen Sichtweisen in Berührung. Er setzte sich intensiv mit den Werken von Paul Cézanne, Vincent van Gogh und Henri Matisse auseinander. Obwohl diese Maler des Post-Impressionismus seinen Blick nachhaltig prägten, entfernte er sich im Laufe der Zeit vom impressionistischen Stil.
Sein Leben war gezeichnet von einem Wechselspiel zwischen stillen Landschaften und der Intensität des Kriegsdienstes. Während des Ersten Weltkriegs diente er im freiwilligen Lazarettzug von Erich Heckel in Ostende, Flandern. An der Seite von Künstlern wie Max Kaus und Otto Herbig fand er inmitten der Realitäten des Konflikts eine ganz eigene Form der Inspiration. Heckels lithografisches Schaffen hinterließ einen bleibenden Eindruck in seiner künstlerischen Praxis. In späteren Jahren verbrachte er seine Sommer oft in der Nähe des Chiemsees und des Ammersees – Orte, an denen das Licht und das Wasser zu wiederkehrenden Motiven in seinen Skizzen und Ölgemälden wurden.
Eine Gemeinschaft der Ideen
In den Jahren nach dem Krieg war Kerschbaumer Teil eines Berliner Künstlerkreises, der ein gemeinsames Interesse am Geist der Brücke-Gruppe teilte. Zu dieser Gruppe gehörten Persönlichkeiten wie Max Kaus und Walter Gramatté. Im Jahr 1926 half er gemeinsam mit Martin Bloch bei der Gründung einer Kunstschule in Berlin. Seine Arbeit konzentrierte sich in dieser Zeit häufig auf die stillen Winkel des städtischen Lebens oder die Ruhe eines Raumes. Er hielt Szenen wie die Schleuse im Jahr 1919 und verschiedene Straßenecken in Ostende fest.
Seine Reisen führten ihn nach Malcesine am Gardasee, in die Normandie und nach Paris. Im Jahr 1930 erhielt er ein dreimonatiges Stipendium an der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom, wo er wieder mit Expressionisten wie Karl Schmidt-Rottluff in Kontakt trat. Seine Gemälde aus dieser Ära besitzen oft eine schwere, erdige Qualität. Er arbeitete mit verschiedenen Medien, darunter:
- Öl auf Leinwand
- Aquarell und Gouache
- Lithografie auf Papier
- Tuschezeichnung auf Papier
Die Last der Geschichte
Die späteren Jahre seines Lebens wurden von den politischen Umbrüchen in Deutschland überschattet. Während während der NS-Zeit einige seiner Werke in Ausstellungen gezeigt wurden, erlitten andere ein weitaus härteres Schicksal. Zwei Ölgemälde, fünf Aquarelle und eine Lithografie wurden als entartete Kunst beschlagnahmt. Einige dieser Stücke wurden zerstört, andere sind für immer verloren.
Kerschbaumer starb 1931 in Berlin-Tegel. Er hinterließ ein Lebenswerk, das ein Leben widerspiegelt, das dem Beobachten des wechselnden Lichts auf einem Kanal in der Dämmerung oder der Anordnung von Blumen in einer Vase gewidmet war. Seine Gemälde, wie etwa Kanal bei Dämmerung, bleiben als Zeugnisse seines ganz eigenen, fokussierten Blickes bestehen.
Fragen & Antworten
In welcher Stadt und in welchem Land wurde Anton Kerschbaumer geboren?
Anton Kerschbaumer wurde in Rosenheim, Deutschland, geboren.
Welche Farben hat Anton Kerschbaumer am häufigsten verwendet?
Das Farbpalette des Künstlers von Anton Kerschbaumer präsentiert das Farbprofil des gesamten künstlerischen Schaffens.
Wie hat sich die Kunst von Anton Kerschbaumer im Laufe der Zeit entwickelt?
Die Karriere von Anton Kerschbaumer entfaltet sich Epoche für Epoche auf der Werdegang-Seite des Künstlers: eine horizontale Zeitachse der Kunstwerke, gruppiert in Kapitel nach Schaffensperioden.
