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Schüssel mit Obst
Format der Reproduktion
Die Datierung auf 1830 ordnet „Schüssel mit Obst“ der Reife Periode von Winslow Homers künstlerischer Entwicklung zu.
"Schüssel mit Obst" von Winslow Homer ist gemeinfrei – das Urheberrecht ist abgelaufen. Dieser Status bestimmt, wie das Bild des Werkes vervielfältigt werden darf.
Die Farbe, die in „Schüssel mit Obst“ am stärksten hervorsticht, ist Saftgrün (#7d723e). Die dominante Farbe ist hilfreich, um ein Kunstwerk auf eine Inneneinrichtung abzustimmen.
Winslow Homer kam am 24. Februar 1836 in Boston, Massachusetts, zur Welt. Er war der zweite von drei Söhnen, die Charles Savage Homer und Henrietta Maria Benson gebarben. Sein Vater, ein Kaufmann, verließ die Familie schließlich, um beim Goldrausch in Kalifornien sein Glück zu suchen. Diese Trennung hinterließ einen Haushalt, der maßgeblich durch die Anwesenheit seiner Mutter, Henrietta Maria Benson Homer, geprägt wurde. Sie war eine begabte Amateur-Aquarellmalerin, die seine erste Lehrerin wurde und ihm die Kunst vermittelte, die Welt durch den zarten Auftrag von Farben wahrzunehmen.
Der Junge wuchs in einem Umfeld auf, in dem die stille Arbeit der Kunst eine ständige Begleiterin war. Während sein Vater fernen Möglichkeiten nachjagte, blieb der Einfluss der Aquarelle seiner Mutter bestehen. Diese frühe Begegnung mit dem Medium legte den Grundstein für sein späteres Schaffen. Seine Kindheit im ländlichen Cambridge, Massachusetts, bot die Kulisse eines beständigen, beobachtenden Lebens, bevor er sich dem hektischeren Tempo der kommerziellen Arbeit zuwandte.
Das Aufwachsen in den ländlichen Weiten von Cambridge, Massachusetts, bot eine stille Kulisse für seine frühen Jahre. Bereits im Alter von elf Jahren begann er mit dem Skizzieren und fand seinen Weg durch den schlichten Akt des Zeichnens. Seine Mutter, eine Aquarellmalerin, die Studien von Pflanzen und Blumen anfertigte, war seine erste Lehrerin. Sie pflegte eine enge Beziehung zu ihm und gab ihm sowohl ihr künstlerisches Talent als auch ein ganz besonderes Temperament weiter. Sein Vater hingegen, ein Kaufmann, war ein rastloser Mann, der die Familie schließlich verließ, um beim Goldrausch in Kalifornien und später in Europa sein Glück zu suchen.
Mit neunzehn Jahren trat er eine zweijährige Lehre bei J. H. Bufford an, einem kommerziellen Lithografen in Boston. Es war eine Erfahrung geprägt von Monotonie und repetitiver Arbeit. Er verbrachte seine Tage mit der Gestaltung von Notenblatt-Covern – eine Aufgabe, die eine ganz eigene Disziplin und eine ruhige Hand erforderte. Diese Phase der kommerziellen Tätigkeit trug maßgeblich dazu bei, jene Klarheit und Detailgenauigkeit zu entwickeln, die später seine künstlerische Vision definieren sollten. Schließlich wandte er sich dem formellen Studium zu und besuchte bis 1863 Kurse an der National Academy of Design. In dieser Zeit verbrachte er zudem eine kurze Zeitspanne im Unterricht bei Frederic Rondel.
Bis zum Jahr 1857 hatte Winslow Homer bereits den Weg in die Unabhängigkeit einer freischaffenden Karriere eingeschlagen, nachdem er sich gegen eine Anstellung bei Harper's Weekly entschieden hatte. Er eröffnete sein eigenes Atelier in Boston und widmete fast zwei Jahrzehnte seinem Schaffen als Illustrator. Seine Zeichnungen fanden in zahlreichen Publikationen Anklang, darunter auch in der renommierten Zeitschrift Ballou's Pictorial. Im Jahr 1859 zog es ihn nach New York City – ein entscheidender Wendepunkt, der ihn unmittelbar in das pulsierende Zentrum des amerikanischen Verlagswesens katapultierte.
Der Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkriegs veränderte die Natur seiner künstlerischen Beobachtung grundlegend. Zwischen 1861 und 1865 entsandte Harper's ihn an die Frontlinien. In seiner Rolle als „Spezialkünstler“ wurde er damit betraut, das Leben der Truppen der Union in Virginia chronikhaft festzuhalten. Er verbrachte seine Zeit damit, die ungeschönte Realität des Lagerlebens und die dramatischen Szenen der Schlachtfelder zu skizzieren. Diese Skizzen waren weit mehr als bloße Zeichnungen; sie waren lebendige Zeugnisse der ständigen Bewegung sowie jener stillen, oft von Schwere erfüllten Momente, die das Dasein der Soldaten prägten.
Im Jahr 1859 zog Winslow Homer nach New York City und eröffnete ein Atelier im Tenth Street Studio Building. Dieser Umzug markierte einen entscheidenden Wendepunkt: Weg von der bloßen freiberuflichen Illustration, hin zu einer konzentrierten und leidenschaftlichen Suche nach der Malerei. Bis 1863 vertiefte er sein Können an der National Academy of Design und nahm Unterricht bei Frédéric Rondel. In diesen prägenden Jahren begann er, sich von den einfachen Umrisslinien seiner kommerziellen Stiche zu lösen und fand zu der plastischen Schwere der Ölmalerei. Seine Werke aus dieser Zeit setzen sich oft mit den harten Realitäten der Ära auseinander, insbesondere mit den tiefgreifenden Auswirkungen des Krieges auf das Leben in der Heimat.
Die darauffolgenden Jahre waren geprägt von Reisen durch den Bundesstaat New York, Virginia und Massachusetts. Im Jahr 1867 verbrachte er ein Jahr in Frankreich und bereiste Europa – eine Erfahrung, die mit seinem wachsenden Interesse an der Landschaft korrespondierte. Bis in die 1870er Jahre hinein verschob sich sein Fokus hin zu Szenen der Kindheit und Porträts junger Frauen, was eine gewisse Nostalgie für einfachere Zeiten widerspiegelte. Er entwickelte dabei einen Stil, der durch Objektivität und eine tiefe Treue gegenüber dem Beobachteten bestach, während er die oft übermäßig polierten Verfeinerungen der damaligen Akademien bewusst mied.
Im Jahr 1881 begann ein zweijähriger Aufenthalt in England, während er in Cullercoats bei Newcastle lebte. Diese Zeit am Meer sollte die Art und Weise, wie er in seinen späteren Jahren das Element Wasser behandelte, maßgeblich beeinflussen. Er war längst nicht mehr nur ein Illustrator gesellschaftlicher Szenen; er war dabei, ein Maler der Elemente zu werden.
Im Jahr 1884 zog Winslow Homer nach Prout's Neck, Maine. Dort blieb er für die nächsten drei Jahrzehnte und lebte sowie malte in einem Atelier, das eigens nach seinen Bedürfnissen erweitert und umgestaltet worden war. Das Gebäude lag an einem Küstenabschnitt, an dem der Atlantik eine allgegenwärtige, fast schon lebensbejahende Präsenz war. Winslow Homer verbrachte einen Großteil seiner Zeit dort und malte oft von einem Balkon aus, der den Blick auf das weite Wasser freigab – selbst in den harten, unerbittlichen Wintermonaten.
Die schweren Winter in Maine riefen jedoch nach einem Wechsel der Kulisse. Zwischen 1884 und 1905 unternahm er mehrere Reisen von der Küste Maines bis in die Tropen. Er reiste auf die Bahamas, nach Florida, Kuba und Bermuda. Diese Exkursionen führten ihn in die Karibik und in die Adirondacks sowie durch Kanada. In diesen wärmeren Gefilden nutzte er die Aquarellmalerei, um das flüchtige Licht und die vielfältigen Texturen der tropischen Landschaften mit vollendeter Meisterschaft einzufangen.
Seine frühen Arbeiten im Bereich der kommerziellen Stiche basierten auf klaren Umrisslinien und vereinfachten Formen. Er nutzte einen dramatischen Kontrast zwischen Licht und Dunkelheit, um seine Motive zu definieren – eine grafische Klarheit, die auch in seine späteren Gemälde einfloss. In seinen bedeutenden Atelierwerken in Öl besitzt die Farbe eine spürbare Schwere und Dichte. Dabei griff er häufig auf das Chiaroscuro zurück, indem er das Wechselspiel von Licht und Schatten nutzte, um Formen zu modellieren und eine tiefgründige Atmosphäre auf der Leinwand zu erschaffen.
Ebenso produktiv war er in der Aquarellmalerei. Sein Umgang mit diesem Medium war fließend und unmittelbar. Wenn er die Karibik malte, nutzte er die immanente Transparenz des Aquarells, um die kristalline Klarheit des bahamaischen Meeres nachzuahmen. Diese Fähigkeit, sowohl die pastose, schwere Anwendung von Öl als auch die zarten Lasuren des Aquarells zu beherrschen, ermöglichte es ihm, die unterschiedlichsten Facetten der natürlichen Welt einzufangen.
Seine frühen Arbeiten offenbaren eine tiefe Hingabe an die feinen Details des häuslichen Lebens. In Lady Wearing Spectacles, etwa um 1840 gemalt, sitzt die dargestellte Person in einem Stuhl, während ihre Brille das Licht einfängt. Diese Phase seines Schaffens spiegelt eine stille, fast meditative Beobachtung der Menschen in seinem unmittelbaren Umfeld wider. Doch als die Jahre verstrichen und er sich den Frontlinien des Bürgerkriegs näherte, wandelte sich die Motivik grundlegend. Er schuf Sharpshooter on Picket Duty im Jahr 1862 und Home, Sweet Home im Jahr 1863 – Werke, die die ungeschönte Realität des Konflikts durch seine Skizzen und Gemälde eindringlich festhielten.
In seinen späteren Jahren wurde das Meer zu einer allgegenwärtigen Präsenz in seinem Werk. Breezing Up, etwa um 1876 gemalt, fängt die dynamische Bewegung eines Bootes ein, das eine günstige Brise nutzt. Bis 1885 hatte sich sein Fokus auf den Überlebenskampf des Fischers in The Fog Warning, Halibut Fishing verlagert. Er kehrte oft an die raue Küste von Maine zurück, wo die Schwere der Farbe und die Textur der Leinwand die dichte, salzgesättigte Atmosphäre des Atlantiks widerspiegelten. Im Jahr 1896 präsentierte The Lookout - "All's Well" eine Perspektive vom Rande des Landes aus, die den Blick weit über den Horizont schweifen lässt.
Seine letzten Lebensjahre verbrachte er damit, das Spiel der Gezeiten und der Elemente zu beobachten. The Gulf Stream, geschaffen im Jahr 1906, zeigt einen Mann, der der unendlichen Weite des Ozeans gegenübersteht. Sein letztes vollendetes Werk, Driftwood, wurde 1909 gemalt. Diese Spätwerke tragen eine fast physische Intensität in sich – das Spritzen des Wassers, das Körnige des Sandes und das unerbittliche Ziehen der Strömungen sind in jedem Pinselstrich spürbar.
Das Atelier in Prout's Neck wurde zum Mittelpunkt seiner Welt. Von 1884 bis zu seinem Ende lebte und malte er innerhalb dieser Mauern – ein Raum, der eigens nach seinen Bedürfnissen erweitert und umgestaltet worden war. Er verbrachte seine letzten Jahrzehnte dort, arbeitete sich durch die wechselnden Jahreszeiten und fand einen ganz eigenen Rhythmus im Licht der Küste. Das Gebäude, ein zweistöckiges Bauwerk mit einer Fläche von etwa 200 Quadratmetern, bewahrte sein Leben und sein Schaffen in einer stillen, beständigen Präsenz.
Im Jahr 1910 verstarb er in Maine. Sein Ende fand er am 30. September 1910 in seinem Atelier. Er war ein Mann, der sein Leben damit verbracht hatte, die Bewegung des Meeres und die Schwere der Luft zu beobachten, und er blieb bis zum allerletzten Augenblick in diesem Raum. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Mount Auburn Cemetery, auf dem Lily Path, in Lot 563.
Winslow Homer bleibt eine zentrale Figur in der Entwicklung des amerikanischen Realismus. Sein Werk bietet ein Fenster zur amerikanischen Erfahrung des 19. Jahrhunderts und fängt eine Nation inmitten eines rasanten Wandels ein. Er suchte nicht nach den polierten, akademischen Stilen Europas, sondern konzentrierte sich stattdessen auf die ehrlichen, oft schwierigen Realitäten seines eigenen Landes. Dieses Engagement, die Dinge so zu sehen, wie sie waren – von den Nachwirkungen des Bürgerkriegs bis hin zu den sich wandelnden Küstenlandschaften – sichert ihm seinen Platz unter den bedeutendsten Künstlern der amerikanischen Tradition.
Seine Fähigkeit, das Spannungsfeld zwischen dem menschlichen Leben und der natürlichen Welt zu dokumentieren, beeinflusst auch heute noch die Art und Weise, wie zeitgenössische Künstler ihre Sujets angehen. Er entfernte sich von den idyllischen Szenen seiner Jugend, um sich den elementaren Kräften des Meeres und der stillen Widerstandsfähigkeit von Menschen in Not zu stellen. Dieser Wandel von pastoralen Ansichten hin zu einem direkteren, beobachtenden Stil half dabei, eine einzigartig amerikanische Sichtweise zu definieren. Seine Gemälde bieten keine romantisierte Version der Geschichte; sie bieten ein Zeugnis von ihr.
Um die physische Präsenz seines künstlerischen Erbes zu erleben, ist eine Reise zu den bedeutendsten Institutionen der Vereinigten Staaten erforderlich. Das Metropolitan Museum of Art in New York beherbergt 26 seiner Werke. Ganz in der Nähe bewahrt das Brooklyn Museum in New York City eine Sammlung von 17 Kunstwerken auf. Wer die Hauptstadt besucht, findet in der National Gallery of Art in Washington 23 Gemälde und Zeichnungen vor, die die Geschichte seiner Kunst erzählen.
Im Nordosten der USA hält das Museum of Fine Arts in Boston 16 Werke in seiner Sammlung bereit. Weiter südlich bewahrt das Sterling and Francine Clark Art Institute in Williamsburg 12 Stücke auf. Diese Sammlungen bieten die seltene Gelegenheit, die meisterhafte Entwicklung seiner Hand nachzuvollziehen – von den flüchtigen, intensiven Skizzen aus der Zeit des Bürgerkriegs bis hin zu den tiefgründigen, schweren Texturen seines Spätwerks.
1836 - 1910 , Vereinigte Staaten von Amerika