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Blue to Black

Der niederländische Künstler Willem de Rooij untersucht Bildproduktion und -interpretation durch Film und Installation. Sein Werk erforscht Appropriation und Kollaboration und regt kunsthistorische Forschung an.

Giclée / Kunstdruck

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Willem de Rooij (1969, Beverwijk, Netherlands) lives and works in Berlin.De Rooij’s work reflects on the conditions of the exhibition space and of institutional practice. Central in his work is the selection and combination of images in a variety of different media, which range from sculpture to photography, film, and texts. De Rooij analyses conventions of presentation and representation, constructing tensions between cultural, historical, political, and autonomous sources. For EVA International 2016, De Rooij has created a new work that is in counterpoint to Blue to Black, an artwork that was produced for Koyo Kouoh’s 2012 show Hollandaise at Raw Material Company in Dakar, Senegal. Blue to Black is a so-called Hollandaise wax print on cotton that is industrially printed in Ghana. The new work, Black to Blue, is a piece of fabric hand printed in Yogyakarta using traditional Indonesian Batik technique. Black to Blue and Blue to Black are shown together on two separate but identical pedestals in the same room.The concept for the exhibition Hollandaise stemmed from the long-standing commercial relationship between the Netherlands and Africa. The title referred to the colourful printed fabrics that are exported from the Netherlands to Africa, and are generally known in West Africa as ‘Hollandaise’ or ‘Dutch Wax’. During the Dutch colonial occupation of Indonesia, Dutch textile companies, such as Vlisco, developed industrial methods to mass produce traditionally handmade Indonesian batik, and found their largest markets on the Atlantic shores of Africa. Today, these bright and distinctive wax prints are regarded as typically African. Complex globalization processes thus created the constructed image of a certain Africanness.De Rooij based his works on the colours Dutch traders used to describe the Indonesian people (‘blue people’) and the West-African people (‘black people’); thus, the transfer of printing techniques from one continent to another runs parallel to the transfer of racial stereotypes.

Biografie des Künstlers

Frühe Jahre und künstlerische Grundlagen

Willem de Rooij trat als eine bedeutende Stimme der zeitgenössischen Kunst hervor, geboren 1969 in der niederländischen Stadt Beverwijk. Seine Erziehung innerhalb der Niederlande – einer Nation, die tief mit den Geschichten von Landgewinnung, Handel und Blumenkult verwoben ist – prägte seine künstlerische Laufbahn zutiefst. Dieses frühe Umfeld vermittelte ihm eine komplexe Beziehung zur Natur, die nicht in idyllischer Pastorale wurzelte, sondern vielmehr in einem Bewusstsein für konstruierte Landschaften und kommerzialisierte Schönheit. De Rooijs formale Ausbildung begann mit Studien der Kunstgeschichte an der Universität von Amsterdam, gefolgt von dem Eintauchen in die Praktiken der Kunstschaffung an der Gerrit Rietveld Academie und später einem Residenzaufenthalt an der Rijksakademie – Institutionen, die sowohl intellektuelle Strenge als auch experimentelle Praxis förderten. Diese prägenden Jahre legten den Grundstein für seinen unverwechselbaren Ansatz: eine Untersuchung der eigentlichen Mechanismen von Bildproduktion, Kontextualisierung und Interpretation. Er war nicht einfach nur daran interessiert, was Bilder waren, sondern wie sie entstanden, wie sie zirkulierten und welche Bedeutungen durch ihre vielfältigen Begegnungen mit dem Publikum und Institutionen entstanden.

Kollaboration und die Produktion von Bedeutung

Ein definierender Aspekt von de Rooijs früher Karriere war seine langfristige Zusammenarbeit mit Jeroen de Rijke (1970–2006). Gemeinsam stellten sie konventionelle Vorstellungen von Autorenschaft und künstlerischer Handlungsfähigkeit infrage. In ihrer Arbeit ging es nicht darum, eine singuläre Vision aufzuzwingen, sondern vielmehr darum, einen Dialog zu initiieren – ein Austauschprozess, der die Grenzen zwischen Schöpfer und Interpreten verwischte. Dieser kollaborative Geist erstreckte sich über ihre Partnerschaft hinaus; De Rooij setzt sich konsequent mit anderen Praktikern auseinander – Floristen, Webern, Schriftstellern, Fotografen – und erkennt die Kunst als von Natur aus diskursiv an. Die berühmte Serie „Bouquets“ ist ein Paradebeispiel für diesen Ansatz. Diese Skulpturen, die während seiner Zusammenarbeit mit de Rijke entstanden, sind nicht bloß Blumenarrangements, sondern konzeptionelle Objekte, die darauf ausgelegt sind, die Formbarkeit von Bedeutung zu testen. Jeder Strauß wird akribisch in Partnerschaft mit Floristen gefertigt und wird so zu einem Ort, an dem kulturelle Codes, ästhetische Konventionen und persönliche Narrative aufeinandertreffen. Die fortlaufende „Übersetzung“ dieser Serie – ihre ständige Evolution und Anpassung – unterstreicht De Rooijs Überzeugung, dass Kunst niemals fixiert, sondern stets offen für eine Neuinterpretation ist.

Akademisches Streben und institutionelles Engagement

Neben seiner künstlerischen Praxis hat de Rooij ein engagiertes Bekenntnis zur Lehre bewahrt. Seit 1998 lehrt er an verschiedenen Institutionen, was in seiner Position als Professor für Bildende Kunst an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main seit 200elle mündete. Diese akademische Rolle wird nicht als getrennt von seiner Kunstschaffung betrachtet, sondern vielmehr als eine Erweiterung derselben – ein Raum für kritischen Diskurs und intellektuellen Austausch. Er begreift das Lehren nicht als didaktische Übung, sondern als ein kollaboratives Gespräch, das unabhängiges Denken fördert und etablierte Normen herausfordert. Sein Engagement mit Institutionen reicht über das Klassenzimmer hinaus; er war von 2010 bis 2018 Mitglied des Aufsichtsrats des Stedelijk Museum in Amsterdam und gestaltete die Landschaft der zeitgenössischen Kunst durch kuratorische Entscheidungen und politische Initiativen aktiv mit. Im Jahr 2016 gründete er BPA// Berlin mit, ein Programm, das den Austausch zwischen aufstrebenden und erfahrenen Künstlern fördern soll, was sein Engagement für die Pflege künstlerischer Gemeinschaften weiter festigte.

Große Erfolge und kritische Anerkennung

De Rooijs Werk hat im Laufe seiner Karriere erhebliche kritische Anerkennung gefunden. Er erhielt den Bâloise Art Prize im Jahr 2000, gefolgt von Nominierungen für den prestigeträchtigen Hugo Boss Award im Jahr 2004 und den Vincent Award im Jahr 2014. Seine Repräsentation der Niederlande auf der Biennale von Venedig im Jahr 2005 – gemeinsam mit Jeroen de Rijke – markierte einen entscheidenden Moment, der ihre kollaborative Praxis einem internationalen Publikum zugänglich machte. Einzelausstellungen wurden in bedeutenden Institutionen weltweit gezeigt, darunter die Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste in Wien, das Portikus in Frankfurt und das Jüdische Museum in New York. Diese Ausstellungen zeigen die Breite seiner künstlerischen Vision, die Film, Installation, Skulptur und Fotografie umfasst. Sein Werk befindet sich in angesehenen Sammlungen wie dem Stedelijk Museum Amsterdam, dem MUMOK Wien, dem Centre Pompidou Paris und dem MoMA New York – Zeugnisse seiner dauerhaften Bedeutung innerhalb des zeitgenössischen Kunstdiskurses.

Historische Bedeutung und bleibende Wirkung

Willem de Rooijs Beitrag zur zeitgenössischen Kunst liegt in seiner tiefgreifenden Befragung der Bildproduktion und der Machtdynamiken, die der visuellen Kultur innewohnen. Er bietet keine definitiven Antworten, sondern stellt vielmehr herausfordernde Fragen – Fragen nach Autorenschaft, Aneignung, Kollaboration und der eigentlichen Natur der Repräsentation. Sein Werk hat neue Forschungen in der Kunstgeschichte und Ethnographie angeregt und zu einer Neubewertung etablierter Narrative und Methodologien geführt. Seine Betonung von Austausch und Prozess stellt die traditionelle Vorstellung des Künstlers als einsames Genie infrage und positioniert die Kunst stattdessen als ein kollaboratives Unterfangen, das tief in soziale und politische Kontexte eingebettet ist. De Rooijs Vermächtnis erstreckt sich über seine individuellen Kunstwerke hinaus; es liegt in seiner Fähigkeit, kritische Dialoge zu fördern, neue Generationen von Künstlern zu inspirieren und ein tieferes Verständnis für die komplerende Beziehung zwischen Bildern, Macht und Bedeutung zu provozieren. Er arbeitet und lehrt weiterhin in Berlin und verschiebt Grenzen sowie fordert Konventionen mit unerschütterlicher intellektueller Neugier heraus.
Willem De Rooij

Willem De Rooij

1969 - , Niederlande

Eckdaten zum Künstler

  • Aktueller Status: Lebend
  • Ausbildung: Rietveld Academie
  • Bedeutende Kunstwerke: ['Bouquets']
  • Geburtsdatum: 1969
  • Geburtsort (Stadt Und Land): Beverwijk, Niederlande
  • Künstlerische Bewegung Oder Stil: Zeitgenössische Kunst
  • Nationalität: Niederländisch
  • Professor Für Bildende Kunst: Städelschule, Frankfurt
  • Vollständiger Name: Willem de Rooij