Künstler/in
Geboren in Borgonovo, Schweiz
Giovanni Giacometti: Leben und Vermächtnis
Frühes Leben und Ausbildung
Giovanni Ulrico Giacometti wurde am 7. März 1868 in Borgonovo, Schweiz, geboren.
Er war das achte Kind einer Familie mit acht Kindern; sein Vater, Alberto, war Bäcker und Cafébesitzer.
Sein Cousin, Augusto Giacometti, war ebenfalls Maler und brachte ihn schon im frühen Alter in die Welt der Kunst ein.
Er studierte zunächst an der Kunstgewerbeschule in München (1886-1887), fand sie jedoch ungeeignet und zog mit Cuno Amiet nach Paris.
In Paris studierte er an der Académie Julian unter William Adolphe Bouguereau und Joseph Nicolas Robert-Fleury, bis 1891 finanzielle Schwierigkeiten ihn zur Rückkehr in die Schweiz zwangen.
Künstlerische Entwicklung und Einflüsse
Nach Phasen des Wanderns und Suchens nach Inspiration traf Giacometti Giovanni Segantini im Jahr 1894.
Segantini wurde ein wegweisender Mentor, der ihm die Schönheit der Berglandschaften und den Divisionismus näherbrachte.
Giacomettis künstlerischer Stil entwickelte sich im Laufe der Zeit von frühen Einflüssen des Divisionismus hin zu Post-Impressionismus und schließlich Expressionismus. Er erkundete auch Elemente des Symbolismus und Jugendstil.
Er ließ sich von den Landschaften und dem Licht seiner Heimat Schweiz, insbesondere von der Region Bergell, inspirieren.
Wichtige Werke und Themen
Giacometti konzentrierte sich hauptsächlich auf Landschaftsmalerei und Porträtmalerei.
Seine Landschaften zeigen oft die dramatischen Ausblicke der Schweizer Alpen und fangen die Wirkung von Licht und Atmosphäre ein.
Zu seinen bedeutenden Werken gehören “In the Goat Barn”, “Capolago in Winter”, “Morning sun on the lake Sils” und Porträts von Familienmitgliedern wie “Portrait of Ottilia Giacometti”.
Er schuf auch Illustrationen für Bücher.
Familienerscheinung und Anerkennung
Im Jahr 1900 heiratete er Annetta Stampa und sie hatten vier Kinder.
Giacometti ist vor allem als Vater der Künstler Alberto Giacometti, Diego Giacometti und des Architekten Bruno Giacometti bekannt.
Er erlangte früh Erfolge mit einer Ausstellung im Kunsthaus Zürich im Jahr 1898 zusammen mit Cuno Amiet und Ferdinand Hodler.
Er nahm an Ausstellungen mit Die Brücke (1908) und der Berliner Secession (1911) teil.
Seine erste Einzelausstellung fand im Kunsthaus Zürich im Jahr 1912 statt, gefolgt von einer Retrospektive im Jahr 1920.
Historische Bedeutung
Giovanni Giacometti spielte eine wichtige Rolle bei der Brücke zwischen künstlerischen Strömungen in der Schweiz im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Sein Werk spiegelt einen Übergang von traditionellen Techniken zu moderneren Ansätzen wider.
Obwohl er oft von seinen berühmten Söhnen überschattet wurde, war Giacometti als Künstler für sich genommen ein angesehener Akteur und trug wesentlich zum Schweizer Kunstleben bei.
Er diente von 1918 bis 1921 und erneut von 1931 bis 1932 auf der Eidgenössischen Kunstkommission (Schweizerische Bundeskunstraad).
Sein Vermächtnis reicht über seine eigene künstlerische Produktion hinaus, da er eine kreative Umgebung schuf, die die Talente seiner Kinder förderte, die zu führenden Figuren der modernen Kunst wurden.