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Oku-Kei 13
Format der Reproduktion
Shinro Ohtake's 'Oku-Kei 13,' created in 2017, isn’t merely a painting; it’s an immersive experience, a carefully constructed dreamscape built from the detritus of modern life. This arresting collage demands attention, pulling the viewer into its densely layered surface – a world where fragments of history, eroticism, and commercial imagery collide with bursts of iridescent color. Ohtake, a pioneer in plastic collage and a master of manipulating perception, invites us to contemplate the nature of memory, the relentless flow of information, and the elusive quality of experience itself.
At its core, ‘Oku-Kei 13’ is rooted in Ohtake's signature technique: meticulously layering disparate materials. He begins with a base of brown tones – hinting at aged paper and forgotten photographs – upon which he builds an intricate mosaic. This foundation incorporates not just printed images but also found objects: scraps of fabric, strips of tape, fragments of film stills, and even elements like lichen and plastic sheeting. These seemingly random components are then meticulously overlaid with sheets of clear acrylic, painted with vibrant, almost hallucinatory hues – yellows, greens, blues, and pinks that shimmer and pulse across the surface. The effect is akin to peering through a prism, refracting reality into a kaleidoscope of color and texture.
Ohtake’s process is one of deliberate chaos, a carefully orchestrated rebellion against traditional artistic conventions. He doesn't seek to create a cohesive narrative; instead, he embraces the inherent ambiguity of his materials. The use of plastic, particularly in its translucent form, is crucial. It acts as a filter, transforming the underlying images and adding an ethereal quality to the work. The layering itself – a technique reminiscent of geological strata – suggests a deep history, a palimpsest of forgotten moments. He employs a variety of adhesives, allowing some elements to peek through others, creating a sense of depth and movement that defies easy interpretation. The inclusion of materials like silk thread, cotton yarn, and even packing tape adds tactile dimension, inviting the viewer to almost reach out and touch the artwork.
The imagery within ‘Oku-Kei 13’ is deliberately fragmented and evocative rather than explicitly symbolic. Ohtake himself describes his preference for images that are “emotionless attempts to communicate reality,” suggesting a deliberate distancing from direct representation. We glimpse fragments of erotic photographs, commercial drawings – often sourced from product catalogues and illustrated textbooks – alongside faded film stills and snippets of media reportage. These elements, seemingly disconnected, contribute to a sense of disorientation and unease, mirroring the fragmented nature of memory itself. The inclusion of materials like lichen and plastic hints at the passage of time and the impact of human intervention on the natural world.
Despite its chaotic composition, ‘Oku-Kei 13’ possesses a remarkable emotional resonance. It evokes a sense of energetic chaos, a feeling of being overwhelmed by information – mirroring the sensory overload of modern urban life. Yet, within this apparent disorder lies a subtle beauty, a captivating allure that draws the viewer in. The luminous colors and layered textures create an almost hypnotic effect, inviting contemplation and introspection. Ohtake’s work is not simply visually stimulating; it's profoundly evocative, prompting us to consider our own memories, perceptions, and the way we construct meaning from the fragments of experience that shape our lives. It stands as a testament to his unique vision – a celebration of imperfection, a meditation on memory, and a bold exploration of the boundaries between reality and illusion.
In der lebendigen, oft chaotischen Landschaft der zeitgenössischen japanischen Kunst erregen nur wenige Persönlichkeiten so viel Faszination wie Shinro Ohtake. Geboren 1955 in Tokio, hat Ohtake eine kreative Existenz kultiviert, die sich einer einfachen Kategorisierung entzieht und an der Schnittstelle von Malerei, Installation, Musik und Design operiert. Seine künstlerische Reise ist nicht bloß eine Abfolge von Stilen, sondern eine Akkumulation von Schichten – ganz wie seine physischen Werke –, in denen jedes Fragment eines Fundstücks, jeder Farbtupfer und jede klangliche Textur zu einem größeren, traumartigen Narrativ beiträgt. Mit dem Rückzug aus der dichten urbanen Energie Tokios in die ruhigere Umgebung von Uwajima auf der Insel Shikoku suchte Ohtake eine Freiheit, die es ihm ermöglichte, in unvorstellbarem Maßstab zu arbeiten und seine Umgebung in ein Laboratorium für das zu verwandeln, was er „das, was bereits da ist“ nennt.
Ohtakes formale Ausbildung an der Musashino Art University, die er 1980 abschloss, lieferte das wesentliche Gerüst für seine späteren radikalen Experimente. Während sich sein akademisches Training auf die Ölmalerei konzentrierte, war sein Geist tief von der Ausdruckskraft westlicher Bewegungen wie dem Abstrakten Expressionismus und dem Surrealismus beeinflusst. Die rohe, gestische Energie von Künstlern wie Willem de Kooning und Franz Kline ist in der rhythmischen Intensität seiner Kompositionen spürbar. Ohtake bewegte sich jedoch schnell über die traditionelle Leinwand hinaus, um die Lücke zwischen Hochkunst und den vergänglichen Überresten des Alltags zu schließen. Diese Entwicklung führte zur Geburtsstunde seiner Signaturtechnik, der „Plastic Collage“ – einer revolutionären Methode, bei der er transparente oder irisierende Kunststofffolien über fotografische Abbildungen und Acrylfarben legt, um eine Tiefe zu erzeugen, die die fragmentierte Natur des menschlichen Gedächtnisses nachahmt.
Ein Werk von Ohtake zu begegnen bedeutet, ein sensorisches Labyrinth zu betreten. Seine Praxis ist geprägt von einem unersättlichen Drang zum Sammeln und Neu-Zusammensetzen, wobei er die Welt als ein riesiges Archiv aus Texturen und Spuren betrachtet. Dieser Prozess der Assemblage reicht weit über das Visuelle hinaus; Ohtakt fühlt sich gleichermaßen in der Gestaltung von Plattencovern, der Veröffentlichung von Traumtagebüchern und der Komposition von Noise-Musik zu Hause. Er arbeitet oft disziplinübergreifend und gründete unter anderem die Musik- und Kunstgruppe Puzzle Punks mit Yamatsuka Eye von den Boredoms. Dieser multidisziplinäre Ansatz erlaubt es ihm, Themen des Mnemoscape – einer Landschaft der Erinnerung – zu erforschen, in der Klang, Sicht und Tastsinn zu einer einzigen Erfahrung verschmelzen.
Seine Fähigkeit, Schönheit im Weggeworfenen zu finden, ist vielleicht seine größte Errungenschaft. Ob er nun massive Installationen aus dem verwitterten Holz alter Schiffe konstruiert oder komplexe, skulpturale Künstlerbücher erschafft – Ohtake verleiht jedem Material neues Leben. Seine Arbeiten zeichnen sich häufig aus durch:
Die historische Bedeutung von Shinro Ohtake liegt in seiner Weigerung, sich den Grenzen eines einzelnen Mediums unterzuordnen. Es ist ihm gelungen, die Unterscheidung zwischen bildender Kunst und Populärkultur herauszufordern und die Ästhetik der Straße und des Ateliers in die geheiligten Hallen von Museen wie dem National Museum of Modern Art in Tokio zu bringen. Sein Einfluss zeigt sich in der Art und Weise, wie zeitgenössische Künstler das Konzept des Archivs angehen – indem sie die Geschichte nicht als statisches Protokoll behandeln, sondern als eine lebendige, atmende Entität, die neu arrangiert und neu erdacht werden kann.
Jenseits der Galeriewände ist Ohtakes Handschrift in der Architektur japanischer Kulturdenkmäler spürbar, etwa in seinem Entwurf für das Naoshima-Badehaus „I Love Yu“ auf der Kunstinsel Naoshima. Dieses Projekt beispielhaft für seine Fähigkeit, seine komplexe, vielschichtige Ästhetik in einen funktionalen, gemeinschaftlichen Raum zu übersetzen. Während er weiterhin Werke produziert, die die Schnittstelle von Realität und Fantasie erforschen, bleibt Ohtake eine vitale Kraft in der zeitgenössischen Kunst – ein Pionier, der uns daran erinnert, dass in den Fragmenten unserer täglichen Existenz das Potenzial für eine unendliche, kaleidoskopische Schönheit liegt.
1955 - , 日本