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Rote Blütenblätter
Format der Reproduktion
Rote Blütenblätter ist ein Werk aus Acryl auf Leinwand von Sam Gilliam aus dem Jahr 1967. Das Kunstwerk hat die Maße 223,5 x 236,5 cm und ist auf einem Keilrahmen mit abgeschrägten Kanten montiert. Seine erste museale Ausstellungsreife erlangte es im Jahr 1967 in der Phillips Collection.
Die Leinwand besitzt eine gewaltige Präsenz. Sie ist ein großes, physisches Objekt, das den Raum mit einer stillen, gewichtigen Gravität einnimmt. Das rote Pigment setzt sich tief in die Fasern, und markiert damit einen entscheidenden Moment, in dem der Künstler begann, sich von den starren Linien des Abklebens zu lösen. Es ist eine Studie darüber, wie Farbe auf Stoff trifft.
Cadmiumrot und leuchtendes Koralle explodieren förmlich über die Oberfläche. Diese heißen Töne bleiben nicht durch harte Linien begrenzt; stattdessen fließt das Rot in ein tiefes Violettschwarz, in Grün, Gelb und Kobaltblau über. Die Farben begegnen einander und verschmelzen durch weiche, ineinanderlaufende Kanten. Hier gibt es kein Klebeband, das die Grenzen festlegt.
Die Komposition lehnt die starre Logik der Geometrie ab. Stattdessen folgt das Auge biomorphen Formen, die an organisches Leben erinnern. Diese Gestalten entstehen aus dem Zusammenspiel von Pigment und Schwerkraft. Die Palette wandelt sich von der Intensität des Rots hin zur Stille von Kobalt und Grün. Es ist eine Studie über Licht und Gewicht.
Die Farbe fungiert als primäre Struktur. Das Wechselspiel zwischen dem dunklen Violettschwarz und dem leuchtenden Korallton erzeugt eine Tiefe, die keine Perspektive benötigt. Die Pigmente setzen sich tief in den Fasern der Leinwand ab. In der Art und Weise, wie die Farbtöne aufeinanderprallen, bleibt ein stiller Puls zurück.
Die Leinwand präsentiert sich ungrundiert und ungespannt – eine rohe Oberfläche, die nur auf das Gewicht des Pigments wartet. Gilliam goss die Farbe direkt auf den Stoff und überließ der Flüssigkeit, ihren ganz eigenen Weg zu finden. Er faltete die Leinwand in sich selbst und ließ sie aufhängen, sodass die Farben über Nacht ineinanderfließen und sich setzen konnten. In diesem Prozess wird die Schwerkraft zu einem stillen Mitgestalter.
Der physische Umgang mit dem Material ist aggressiv und zugleich rhythmisch. Der Künstler nutzte Schwammtechniken, Tupfen und Spritzer, um Schichten aus Kadmiumrot und leuchtendem Koralle aufzubauen. Er rollte und faltete den Stoff, um die Leinwand schließlich auf einen Keilrahmen mit abgeschrägten Kanten aufzuspannen. Die Ränder werden hierbei nicht durch Klebeband definiert, was es dem Violettschwarz und dem Kobaltblau ermöglicht, in einem pulsierenden Kontrast zum Rot zu stehen.
Das Werk existiert als ein Spannungsfeld zwischen dem Flüssigen und dem Festen. Es ist ein in Acryl festgehaltener Moment der Bewegung. Die Farbe wurde so geschwämmt und aufgetragen, dass die Textur die organischen Unregelmäßigkeiten eines Blütenblattes nachahmt.
Die Entstehung von Rote Blütenblätter gleicht einer feinfühligen Verhandlung zwischen Absicht und Hingabe. Gilliam beschrieb seine Methode als eine Art Zufall, eine rhythmische Bewegung, bei der er die Kontrolle über bestimmte Pigmentlagen behielt und sich gleichzeitig den unvorhersehbaren Kräften der Schwerkraft auslieferte. Es ist eine Studie der Spannung zwischen der menschlichen Hand und der Leere. Der Künstler goss die Farbe auf eine ungrundierte, ungespannte Leinwand und erlaubte der Flüssigkeit, sich über Nacht zu setzen, während der Stoff in sich gefaltet wurde.
Dieses frühe Beispiel seines einzigartigen Prozesses beruht auf einem Gleichgewicht zwischen Improvisation und Disziplin. In der Art und Weise, wie die Leinwand später geschwammert, getupft, gespritzt und gerollt wurde, liegt eine ganz spezifische, kontrollierte Gewalt. Jede Geste antwortet auf die vorangegangene und schafft so einen Dialog zwischen den physischen Handlungen des Künstlers und dem natürlichen Verhalten des Mediums. Die resultierende Komposition ist ein Zeugnis dieses Ringens, das den exakten Moment einfängt, in dem das Zufällige auf die bewusste Gestaltung trifft.
Das Werk existiert als physische Manifestation eines vom Jazz inspirierten Ansatzes der Abstraktion. Es meidet die starren Grenzen von Klebeband und erlaubt es den Farben, ineinander zu fließen und zu pulsieren. In diesem Raum ist die Leinwand nicht länger nur ein passiver Träger, sondern ein aktiver Teilnehmer an der Entfaltung der Form. Die Farbe findet ihren eigenen Weg durch die Falten des Stoffes.
Die Leinwand atmet durch ihre eigene Ungebundenheit. In diesem Werk verlieren die Kanten ihre starren Grenzen und verweigern sich der Begrenzung durch Klebeband. Farbe fließt in Farbe über, eine sanfte Kollision von Kadmiumrot und Kobaltblau, die die scharfe Geometrie der damaligen Ära ablehnt. Es markiert eine Abkehr von den kontrollierten Linien der Washington Color School und entscheidet sich stattdessen für eine fließende, ungrundierte Oberfläche, die es dem Pigment erlaubt, sich dort niederzulassen, wo die Schwerkraft es vorgibt.
Dieses Werk signalisierte einen Wandel in der Wahrnehmung des Mediums, indem es den Stoff als lebendigen Teilnehmer und nicht bloß als passiven Träger behandelte. Durch die Verwendung von ungespannter Leinwand bewegte sich das Werk hin zu einer skulpturalen Präsenz – ein Vorläufer der Drapierformen, die später eine ganze Karriere definieren sollten. Es war das erste Gemälde seiner Art, das von der Phillips Collection erworben wurde, und sicherte sich so seinen Platz in einem beständigen Dialog der Abstraktion. Es bleibt ein Paradebeispiel der Color-Field-Malerei, in dem das Gewicht der Farbe auf die Leichtigkeit des Stoffes trifft.
Das rote Pigment dieses Werkes ist in der ständigen Sammlung der Phillips Collection geborgen. Es bleibt in Washington, D.C., fest verankert, bewahrt in den Mauern eines Museums, das eine ganz besondere Verbindung zu Sam Gilliam pflegt. Dieser Ort wurde bereits 1967 zum Schauplatz seiner ersten Museumsausstellung und markierte somit einen entscheidenden Wendepunkt in seiner künstlerischen Laufbahn.
Besucher können diese spezifische Leinwand inmitten weiterer Spuren seiner Handschrift finden. Das Museum beherbergt ein Dutzend seiner Gemälde und Arbeiten auf Papier, die einen stillen Dialog zwischen seinen vielfältigen Experimenten mit Farbe und Stoff entwerfen. Der Raum bewahrt dabei jene Spannung zwischen dem Kontrollierten und dem Zufälligen, die sein gesamtes Schaffen so charakteristisch macht.
Auf der Besucherzahlen-Seite des Kunstwerks finden Sie Statistiken zu "Rote Blütenblätter" von Sam Gilliam: monatliche Aufrufe des Kunstwerks, Aufrufe der Werke des Künstlers sowie eine Aufschlüsselung der jüngsten Besucher nach Land und Sprache.
"Rote Blütenblätter" entstand im Jahr 1967 im Rahmen der Farbfeldabstraktion-Bewegung.
"Rote Blütenblätter" von Sam Gilliam besticht durch eine Leuchtend Farbintensität.
1933 - 2022 , Vereinigte Staaten von Amerika