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Rom von Figueres
Format der Reproduktion
Salvador Dalís Gemälde “Roma von Figueres”, geschaffen im Jahr 1923, ist weit mehr als eine bloße Darstellung einer Szene; es ist ein tiefgründiger Einblick in die Psyche eines Künstlers, der mit Verlust und Identitätsfragen kämpfte. Geboren und aufgewachsen in der sonnigen Stadt Figueres, Spanien, war Dalí von Anfang an von einer melancholischen Atmosphäre durchdrungen – eine Melancholie, die sich in seinen frühen Werken wie kaum ein anderer Künstler so eindringlich manifestierte. Das Gemälde selbst zeigt einen Mann, sitzend vor einem Tisch, dessen Details in einem subtilen Spiel aus Licht und Schatten verschwimmen. Er trägt einen Hut und hält eine Gitarre in der Hand, doch seine Augen scheinen in eine ferne, unbestimmte Welt zu blicken – ein Blick, der sowohl Verzweiflung als auch eine stille Sehnsucht widerspiegelt. Die Umgebung ist von einer surrealen Atmosphäre durchzogen: Fläschchen, eine weitere Flasche und Vasen sind angeordnet, die einen fast stillgelegten Alltag darstellen. Diese Objekte scheinen nicht nur dekorativ zu sein, sondern tragen zur Gesamtstimmung des Werkes bei, indem sie ein Gefühl der Verfremdung und des Unbehagens erzeugen.
1923 markiert einen entscheidenden Punkt in Dalís künstlerischer Entwicklung. Nach seiner Ausbildung an der San Fernando Academy of Fine Arts in Madrid begann er, sich von den Ideen des Dadaismus und Surrealismus inspirieren zu lassen. “Roma von Figueres” ist ein frühes Beispiel für diese neue Ästhetik. Die verzerrten Perspektiven, die ungewöhnlichen Objekte und die suggestive Komposition sind typische Merkmale des Surrealismus, der darauf abzielte, das Unterbewusstsein und die Träume darzustellen. Dalí war fasziniert von der Idee, die Grenzen der Realität zu überschreiten und eine Welt zu schaffen, in der Logik und Vernunft keine Rolle spielten. Die Wahl des Titels "Roma" ist besonders bedeutsam: Dalí verwendete diesen Begriff oft als Synonym für seine Heimatstadt Figueres, aber auch als Metapher für die Wiedergeburt oder das Erwachen des Selbst – ein Wunsch nach Transformation und Erlösung, der in diesem Gemälde deutlich wird.
Die einzelnen Elemente im Bild sind reich an Symbolik. Die Gitarre könnte für Kreativität und Ausdruck stehen, während die Flaschen möglicherweise auf vergessene Erinnerungen oder unterdrückte Emotionen hinweisen. Der Mann selbst ist eine zentrale Figur – ein Spiegelbild von Dalís eigenen inneren Konflikten. Es wird vermutet, dass das Gemälde eine Reaktion auf den frühen Tod seines älteren Bruders Salvador war, der nur neun Monate nach seiner Geburt starb. Diese traumatische Erfahrung prägte Dalís Leben und Kunst nachhaltig und führte zu einem wiederkehrenden Thema in seinen Werken: die Doppelung, der Schatten und die Suche nach Identität. Die Szene ist von einer tiefen Melancholie durchzogen, die den Betrachter dazu auffordert, über die Natur des Verlustes, der Erinnerung und der eigenen Psyche nachzudenken.
Dalí arbeitete in seiner frühen Periode vorwiegend mit Öl auf Leinwand. “Roma von Figueres” zeigt seine typische Malweise – eine präzise, detailreiche Darstellung, die jedoch durch eine surreale Atmosphäre und eine subtile Verwendung von Licht und Schatten verstärkt wird. Er verwendete oft Techniken wie das "paraisonisme", bei dem er Farben in dünnen Schichten auftrug, um einen fast transparenten Effekt zu erzielen. Die sorgfältige Ausarbeitung jedes einzelnen Details, kombiniert mit der bewusst verzerrten Komposition, verleiht dem Gemälde eine besondere Intensität und Tiefe. Die Verwendung von warmen und kalten Farbtönen trägt zur Erzeugung einer emotionalen Wirkung bei – die Wärme des Lichts kontrastiert mit den Schatten, die ein Gefühl von Melancholie und Verzweiflung vermitteln.
Salvador Domingo Felipe Jacinto Dalí i Domènech, Marquis de Dalí de Púbol, bekannt weltweit als Salvador Dalí, war ein spanischer surrealistischer Maler, der am 11. Mai 1904 in Figueres, Spanien, geboren wurde. Er starb am 23. Januar 1989 und hinterließ ein Vermächtnis, das weiterhin die Aufmerksamkeit und Herausforderung von Publikum auf der ganzen Welt erregt.
Dalís frühes Leben war durch eine komplexe Beziehung zu seinem Vater geprägt, die seine künstlerischen Themen und sein Persona maßgeblich beeinflusste. Er zeigte bereits in jungen Jahren künstlerisches Talent und erhielt eine formale Ausbildung an der San Fernando Academy of Fine Arts in Madrid. Ein entscheidender Moment ereignete sich im Alter von 16 Jahren, als er moderne Malerei entdeckte, was ein intensives Interesse auslöste, das zu seiner ersten öffentlichen Ausstellung im Jahr 1919 führte.
Dalís künstlerischer Weg war eine dynamische Entwicklung, die von mehreren Schlüsselinflüssen geprägt war:
Seine Reise nach Paris im Jahr 1926 erwies sich als entscheidend und tauchte ihn ein in den aufkeimenden Surrealismus und verband ihn mit führenden Künstlern seiner Zeit. Er wurde schnell zu einer zentralen Figur innerhalb der Gruppe.
Dalís Beitrag zum Surrealismus war nicht nur Teilnahme, sondern eine radikale Neudefinition seiner Möglichkeiten. Er entwickelte seine Signaturmethode „paranoïa-kritische Methode“, die das selbstinduzierte Erleben von Paranoia beinhaltete, um unbewusste Bilder freizusetzen und sie in Kunst zu übersetzen. Dieser Ansatz ermöglichte es ihm, bizarre, traumartige Landschaften zu schaffen, die von schmelzenden Uhren, verzerrten Figuren und symbolischen Objekten bevölkert sind – Markenzeichen seines sofort erkennbaren Stils.
Die Persistenz der Erinnerung (1931) ist wahrscheinlich Dalís berühmtestes Werk, das die surrealistische Erforschung von Zeit, Gedächtnis und Verfall durch seine ikonischen Bilder verkörpert.
Dalís produktives Leben produzierte einen umfangreichen Werkschatz, der Malerei, Skulptur, Film (Zusammenarbeit mit Alfred Hitchcock und Walt Disney) und Design umfasst. Einige bemerkenswerte Werke sind:
Wiederkehrende Themen in Dalís Kunst sind: Zeit, Gedächtnis, Verfall, Sexualität, Religion, Wissenschaft und der Unterbewusstsein. Seine Werke zeigen oft Ameisen, Eier, Krücken, Schubladen und schmelzende Objekte – alles mit persönlicher und symbolischer Bedeutung versehen.
Dalí setzte seine Schaffenskraft und Ausstellungen sein Leben lang fort, doch seine späteren Jahre waren von zunehmender Exzentrik und kommerziellen Unternehmungen geprägt. Er heiratete Gala Éluard im Jahr 1934, eine Beziehung, die seinen Kunstschaffen tiefgreifend beeinflusste und ihm unerschütterliche Unterstützung bot. Gala diente als Muse und Geschäftsmanagerin.
Dalí starb 1989 im Alter von 84 Jahren. Sein Vermächtnis ist immens. Er gilt weiterhin als einer der bekanntesten und einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts und hat Mode, Film, Werbung und Populärkultur beeinflusst. Das Salvador Dalí Museum in St. Petersburg, Florida, beherbergt eine umfangreiche Sammlung, die sein dauerhaftes Ansehen widerspiegelt.
Salvador Dalí überstieg die Grenzen der Kunst und wurde zu einem kulturellen Idol. Seine Erforschung des Unterbewusstseins, kombiniert mit seiner technischen Meisterschaft und seiner auffälligen Persönlichkeit, festigte seinen Platz als wahrer Visionär und Meister des Surrealismus. Er inspiriert weiterhin Künstler und fesselt das Publikum auf der ganzen Welt.
1904 - 1989 , Spanien