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Autumn
Format der Reproduktion
Rosalba Carriera's “Autumn,” completed around 1725, stands as a testament to the zenith of Rococo artistry—a style characterized by delicate ornamentation, soft pastel hues, and an unwavering focus on portraying idealized beauty. More than just a depiction of seasonal change, this artwork embodies the spirit of its era, reflecting aristocratic leisure and celebrating refined sensibilities.
The portrait is vertically oriented, prioritizing the woman’s upper body and face—a hallmark of portraiture during Carriera's time. Her pose exudes composure while simultaneously conveying a subtle melancholy, accentuated by her gaze directly at the viewer. The artist skillfully employs pastel sticks on grey paper mounted on cardboard to achieve an ethereal effect. Layers of pastel pigment create luminous tonal variations and blend seamlessly, resulting in a velvety texture that captures the essence of light and shadow.
Dominating the color palette are soft pinks, purples, and creams—a harmonious convergence mirroring the autumnal landscape. These hues subtly shift to greens and browns, grounding the composition without diminishing its overall grace. The inclusion of grapes and an apple isn't merely decorative; it serves as a potent symbol of harvest and abundance – directly referencing the season’s theme. This deliberate choice underscores Carriera’s intention to evoke feelings of nostalgia and contemplation.
“Autumn” exemplifies the Rococo style's rejection of rigid formalism in favor of fluidity and sensual beauty. Unlike earlier portraiture traditions, Carriera prioritized capturing a fleeting moment of emotion—a characteristic that distinguishes her work from contemporaries. Her pioneering use of ivory as a support for miniature portraits demonstrated an unprecedented willingness to experiment, cementing her legacy as one of the foremost female artists of her generation.
Rosalba Carriera’s “Autumn” transcends its formal elements, offering viewers a glimpse into the aesthetic ideals of 18th-century Venice. Its delicate pastel technique, combined with masterful composition and evocative symbolism, continues to resonate today—inspiring admiration for Carriera's artistic vision and reminding us of the enduring power of beauty.
Rosalba Carriera war eine bedeutende venezianische Rokokomalerin, die für ihre Meisterschaft in der Pastellporträtmalerei und Miniaturkunst gefeiert wurde. Sie gilt als eine der erfolgreichsten Künstlerinnen der Kunstgeschichte, die die Verwendung von Pastellkreiden für formelle Porträts maßgeblich vorantrieb und im frühen 18. Jahrhundert internationale Anerkennung erlangte.
Rosalba Carriera wurde in eine Familie des unteren Mittelstandes in Venedig geboren. Ihr Kunstweg begann unerwartet. Ihre Mutter war in der Spitzenherstellung tätig, und junge Rosalba half zunächst bei der Erstellung komplizierter Spitzmuster. Als die Spitzeindustrie zurückging, suchte die Familie nach alternativen Lebensgrundlagen. Carriera’s Einfallsreichtum führte dazu, dass sie Miniaturen auf Schnupftabakdosengedecken malte – eine neuartige Anwendung, die schnell an Popularität gewann. Sie verwendete innovativ Elfenbein statt traditionellem Vellum für diese Miniaturen und etablierte sich so als talentierte Miniaturistin.
Aufbauend auf ihrer Erfahrung in der Miniaturmalerei wechselte Carriera zur Porträtmalerei, wobei sie insbesondere die ausschließliche Verwendung von Pastellkreiden maßgeblich vorantrieb. Dieses Medium erwies sich als besonders gut geeignet für den Schwerpunkt des Rokoko-Stils auf weiche Kanten und schmeichelhafte Oberflächen. Ihre Porträts fingen das Aussehen bedeutender Persönlichkeiten ein, darunter Maximilian II. von Bayern, Friedrich IV. von Dänemark und August der Starke von Sachsen, die eine beträchtliche Sammlung ihrer Pastelle anhäuften.
Seit 1721 hatte sich Carriera’s Ruf in ganz Europa verbreitet, was zu einem längeren Aufenthalt in Paris führte, wo ihre Porträts sehr begehrt waren. Als Gast der Kunstsammlerin Pierre Crozat malte sie zahlreiche Mitglieder des französischen Hofes, darunter König Ludwig XV. und Watteau. Ihr Talent wurde so hoch eingeschätzt, dass sie mit Acclamations als Mitglied der Académie Royale de Peinture et de Sculpture gewählt wurde – eine beispiellose Leistung für eine ausländische Frau.
Nach ihrer Rückkehr nach Venedig reiste Carriera weiterhin ausgedehnt und besuchte Modena, Parma und Wien, wo sie von europäischen Königen herzlich aufgenommen wurde. Sie wurde zur Wohltäterin des Heiligen Kaiser Karls VI., der über 150 ihrer Pastelle anhäufte. Später im Leben erlitt sie persönliche Tragödien, darunter den Tod ihrer Schwester Giovanna und einen allmählichen Verlust ihres Sehvermögens aufgrund von Katarakten. Trotz dieser Herausforderungen bleibt Carriera’s Einfluss auf spätere Generationen von Frauenkünstlerinnen – wie Adélaïde Labille-Guiard und Elisabeth Vigée Le Brun – bedeutsam.
1675 - 1757 , Italien