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Plate
Format der Reproduktion
Nicola da Urbino's "Plate," painted in 1524, isn’t merely a decorative circular panel; it’s a meticulously crafted microcosm of the High Renaissance, brimming with narrative depth and an exquisite sense of human drama. Housed within the Louvre’s collection, this work transcends its modest dimensions (27 x 27 cm) to offer a captivating glimpse into the artistic sensibilities of a master craftsman and his era. The painting immediately draws the eye with its rich tapestry of colors – deep blues and greens contrasting against warm ochres and yellows – creating an atmosphere both serene and subtly charged.
At the heart of “Plate” lies a classical architectural structure, reminiscent of a portico or entranceway, rendered in delicate light yellow tones that evoke the cool elegance of marble. This central element serves as a framing device for a complex scene unfolding within its embrace. To the left, a fountain cascades into a basin, graced by a cherubic figure spouting water – a symbol of abundance and divine grace. Within the portico itself, two figures engage in an intimate exchange, their bodies subtly intertwined, while another observes from above, suggesting a quiet contemplation. The composition is remarkably balanced, yet vibrates with unspoken narratives.
Beyond the immediate human drama, “Plate” is steeped in symbolic meaning. The scene depicted—a retelling of the myth of Hyppolitus and Phaedra—is drawn from Ovid’s *Metamorphoses*, a cornerstone of Renaissance literature and art. The figures are not simply characters in a classical tale; they embody broader themes of love, betrayal, and divine judgment. The presence of heraldic symbols – banners bearing crests and emblems – hints at the patronage of nobility, suggesting that this painting was intended for display within a grand hall or as part of a larger decorative scheme designed to impress and proclaim status.
Notably, the composition incorporates elements of allegory and moral instruction. The story itself serves as a cautionary tale about unchecked desire and the consequences of deceit. The figures’ gestures and expressions convey a range of emotions – longing, sorrow, anger— inviting viewers to contemplate the complexities of human relationships. The inclusion of the arms of Gonzaga and Este further anchors the work within its historical context, reflecting the power and influence of these prominent families.
Nicola da Urbino’s skill as a painter is evident in every detail of “Plate.” His masterful use of perspective creates a convincing illusion of depth, drawing the viewer into the scene. The delicate rendering of fabrics, the subtle modeling of faces, and the precise execution of architectural elements demonstrate his command of technique. The artist's choice of color—particularly the luminous blues and greens—adds to the painting’s overall sense of beauty and sophistication.
Furthermore, da Urbino’s innovative use of *istoriato*, a technique where the entire surface of a panel is devoted to a single representational scene, sets “Plate” apart. This approach allowed him to create a truly immersive experience for the viewer, inviting them to become active participants in the unfolding narrative. The painting's circular format—a medallion-like quality—further enhances this effect, creating a sense of unity and completeness.
“Plate” is more than just a beautiful work of art; it’s a profound meditation on the human condition. Through its carefully constructed narrative, evocative imagery, and masterful technique, Nicola da Urbino invites us to contemplate the complexities of love, betrayal, and morality. It remains a testament to the enduring power of Renaissance art to capture both the beauty and the tragedy of human experience—a timeless reflection that continues to resonate with viewers centuries later.
Nicola da Urbino (1480–1544) nimmt eine einzigartige Stellung im lebendigen Geflecht der venezianischen Renaissance-Kunst ein und verkörpert eine außergewöhnliche Verbindung aus psychologischem Scharfsinn und meisterhafter Technik. Geboren am glanzvollen Hof von Urbino – einem Zentrum, das für seine Förderung humanistischer Gelehrsamkeit und künstlerischer Innovation berühmt war – prägten seine frühen Jahre eine tiefe Wertschätzung für klassische Ideale, die mit einem aufkeimenden emotionalen Ausdruck verwoben waren. Im Gegensatz zu vielen Künstlern seiner Zeit, die streng an etablierten Konventionen festhielten, besaß da Urbino eine angeborene Neugewissheit, die ihn über stilistische Grenzen hinausdrängte und zu Porträts sowie religiösen Szenen führte, die von einer unvergleichlichen Tiefe und Nuancierung durchdrungen sind.
Seine künstlerische Reise begann unter der tiefgreifenden Anleitung von Piero della Francesca, einem Titanen der Perspektive und geometrischen Präzision. Diese frühe Verwurzelung in mathematischer Strenge diente als wesentliches Gegengewicht zum humanistischen Eifer, der Europa erfasste, und prägte da Urbinos Ansatz, die menschliche Form mit anatomischer Genauigkeit und struktureller Integrität darzustellen. Dieses Fundament ermöglichte es ihm, das Zusammenspiel von Licht und Schatten zu meistern und Werke zu schaffen, die sich sowohl physisch fundiert als auch spirituell transzendent anfühlten.
Im Laufe seiner Karriere zeichnete sich da Urbinos Stil durch eine bemerkenswerte Sensibilität für Emotionen aus – ein Markenzeichen der venezianischen Schule – gepaart mit einer unerschütterlichen Hingabe an den anatomischen Realismus. Er wandte sich von den rein idealisierten Figuren ab, die einige seiner Zeitgenossen bevorzugten, und entschied sich stattdessen dafür, seine Motive mit spürbarer Verletzlichkeit und psychologischer Komplexität darzustellen. Durch das akribische Studium der menschlichen Muskulatur und Skelettstruktur erreichte er eine erstaunliche Genauigkeit, während er gleichzeitig inneren Aufruhr oder heitere Kontemplation vermittelte.
Sein Wirkungskreis erstreckte sich weit über seine Geburtsstätte hinaus, wie seine bedeutenden Engagements in den großen künstlerischen Zentren beweisen. Ein entscheidender Moment in seiner Karriere war die Beauftragung durch Federico Gonzaga zur Dekoration der Cappella Gavotti in Rom. Dieses monumentale Unterfangen festigte seinen Ruf als einer der bedeutendsten Maler der Epoche. In dieser Zeit arbeitete er eng mit Persönlichkeiten wie Pietro da Cortona zusammen, absorbierte stilistische Einflüsse aus den dramatischen Freskotraditionen und erhob seine eigenen künstlerischen Empfindungen zu neuen Höhen der Erhabenheit.
Die Vielseitigkeit von Nicola da Urbino zeigt sich vielleicht am deutlichsten bei der Betrachtung der Breite seines Mediums. Sein Genie beschränkte sich nicht nur auf Leinwand oder Fresko, sondern erstreckte sich auch auf die feinen Bereiche der dekorativen Künste und komplizierten Kompositionen. Seine Beiträge zur Ästhetik der Renaissance lassen sich an verschiedenen bemerkenswerten Werken erkennen:
Letztendlich liegt die historische Bedeutung von Nicola da Urbino in seiner Fähigkeit, die Lücke zwischen der starren geometrischen Präzision der frühen Renaissance und der emotionalen, atmosphärischen Fülle des späteren venezianischen Stils zu schließen. Er bleibt ein Meister des menschlichen Daseins und hinterlässt ein Vermächtnis an Werken, die den Betrachter durch ihre tiefe Menschlichkeit und zeitlose Anmut weiterhin in ihren Bann ziehen.
1480 - 1544 , Italien