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Das Frühstück des Heringes
Format der Reproduktion
Gabriel Metsus Gemälde “Le Déjeuner de Hareng”, entstanden um 1660, ist mehr als nur eine Darstellung eines einfachen Frühstücks. Es ist ein Fenster in die Seele der niederländischen Gesellschaft des 17. Jahrhunderts – eine Welt von bescheidener Schönheit, subtiler Emotionen und einer tiefen Wertschätzung für das Alltägliche. Das Bild, das sich in den Sammlungen des Louvre befindet, entführt uns in einen kleinen, dunklen Raum, dessen Lichtquelle von links herabfällt und die Oberfläche der Tischgeräte und Speisen sanft beleuchtet. Metsu, ein Künstler, der für seine Vielseitigkeit bekannt ist – er malte Geschichte-, Genre- und Porträtszenen – hat hier eine bemerkenswerte Ruhe und Detailgenauigkeit erreicht, die seinen Ruf als Meister der realistischen Darstellung unterstreicht.
(Bild von WahooArt.com)
Metsu’s Technik ist ein Beweis für seine außergewöhnliche Beobachtungsgabe und sein Können im Umgang mit Ölfarben. Er fängt die Texturen der einzelnen Objekte – den glatten Keramik der Schüssel, die raue Oberfläche des Brotes, die schimmernden Schuppen des Hagens, die weichen Falten des Tuchs – mit einer meisterhaften Präzision ein. Die Lichtführung ist ebenso sorgfältig durchdacht: Der Lichtstrahl, der von links herabfällt, betont bestimmte Bereiche und lässt andere in Schatten liegen, wodurch eine beeindruckende Tiefe und Volumenwirkung entsteht. Es ist nicht nur das Licht, das die Aufmerksamkeit des Betrachters fesselt, sondern auch die subtile Farbpalette – erdige Brauntöne, gedämpfte Gelb- und Cremetöne, akzentuiert durch den silbrigen Glanz der Besteckteile – die eine Atmosphäre von Besinnlichkeit und Gemütlichkeit erzeugt.
Obwohl “Le Déjeuner de Hareng” auf den ersten Blick eine einfache Szene darstellt, birgt sie eine Fülle an Symbolik. Das Frühstück selbst steht für die Vergänglichkeit des Lebens und die Notwendigkeit, die kleinen Freuden des Alltags zu schätzen. Der Hase, ein typisches Element der niederländischen Küche, symbolisiert Fruchtbarkeit und Wohlstand. Die Anordnung der Objekte auf dem Tisch – die Schüssel mit dem Fisch, das Brot, die Tasse – ist bewusst komponiert, um eine harmonische und ausgewogene Komposition zu schaffen. Die Szene spiegelt den Alltag einer wohlhabenden Familie wider, doch Metsu verzichtet auf übertriebenen Luxus oder Prunk, um stattdessen die Einfachheit und Authentizität des Moments hervorzuheben.
Gabriel Metsu lebte in einer turbulenten Zeit – der Goldenen Ära der niederländischen Malerei. Er war ein Künstler, der sich nicht an einen bestimmten Stil oder eine bestimmte Richtung gebunden fühlte, sondern seine Inspiration aus verschiedenen Quellen schöpfte. Seine Werke spiegeln die Werte und Normen seiner Zeit wider: die Wertschätzung für das Alltägliche, die Liebe zur Natur, die Besinnung auf das Wesentliche. “Le Déjeuner de Hareng” ist ein Zeugnis dieser künstlerischen Sensibilität und ein faszinierendes Fenster in die Welt eines der bedeutendsten niederländischen Maler des 17. Jahrhunderts.
Gabriël Metsu führte ein Leben, das von künstlerischer Erkundung und Innovation geprägt war. Geboren 1629, war er der Sohn von Jacques Metsu, einem Teppichweber und Maler aus Hainault. Dieser vielfältige Hintergrund beeinflusste wahrscheinlich sein frühes Interesse an verschiedenen künstlerischen Techniken. Der Umzug seiner Familie nach Leiden setzte ihn zahlreichen kulturellen Einflüssen aus.
Metsus Karriere war durch eine Ablehnung eines einzigen Stils oder einer Technik gekennzeichnet, was ihm den Titel des „hochgradig eklektischen Künstlers“ einbrachte. Seine Werke umfassten historische Gemälde, Stillleben, Porträts und Genrekunst. Bemerkenswert ist, dass nur 14 seiner 133 bekannten Arbeiten datiert sind, was vieles über seinen kreativen Prozess zu entdecken lässt.
Metsus Gemälde zeigten oft junge Frauen, Marktszenen und alte Menschen und griffen dabei auf beliebte Embleme der Zeit zurück. Sein Stil entwickelte sich im Laufe seiner Karriere weiter und demonstrierte eine Beherrschung verschiedener Techniken.
Gabriëls Vermächtnis liegt in seiner Vielseitigkeit und seinem Beitrag zum Goldenen Zeitalter der Niederlande. Sein eklektischer Stil beeinflusste nachfolgende Generationen von Künstlern. Heute befinden sich seine Werke in renommierten Museen auf der ganzen Welt.
1629 - 1667 , Niederlande