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Proun 4 B

Abmessungen
70.0 x 55.0 cm

Erkunden Sie El Lissitzkys 'Proun 4 B', ein bedeutendes Konstruktivistisches Meisterwerk. Diese Öl auf Leinwand kombiniert Suprematismus & Architektur und zeigt dynamische Geometrie und frühe 20. Jahrhundert Abstraktion.

Als Pionier des Konstruktivismus und der Proun-Serie definierte El Lissitzky das Raumdesign neu. Entdecken Sie heute seine revolutionären Werke.

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Proun 4 B

Giclée / Kunstdruck

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Eckdaten

  • artist: El Lissitzky
  • influences: Kazimir Malevich, Vladimir Tatlin
  • style: Abstrakt
  • dimensions: 70 x 55 cm
  • subject: Abstrakte Komposition
  • movement: Konstruktivismus, Suprematismus

Kunst-Quiz

Jede Frage hat nur eine richtige Antwort.

Frage 1:
Was bedeutet der Begriff 'Proun' im Zusammenhang mit El Lissitzkys Serie?
Frage 2:
Welche künstlerischen Strömungen haben El Lissitzkys 'Proun 4 B' stark beeinflusst?
Frage 3:
Wo befindet sich 'Proun 4 B' derzeit ausgestellt?
Frage 4:
Was ist ein bestimmendes Merkmal der Komposition in 'Proun 4 B'?
Frage 5:
El Lissitzkys Werk hat welche anderen Kunst/Designbewegungen maßgeblich beeinflusst?

Eine Welt in Miniatur: Das Entschlüsseln von El Lissitzkys *Proun 4 B*

El Lissitzkys *Proun 4 B*, geschaffen im Jahr 1920, ist nicht einfach nur ein Gemälde; es ist eine visuelle Manifestation einer neuen Ära. Entstanden aus dem turbulenten Nachgang von Revolution und Krieg verkörpert dieses Werk die Kernprinzipien des Konstruktivismus – einer Kunstbewegung, die sich der Reflexion moderner Industriegesellschaften und der Gestaltung eines utopischen Zukundners verschrieben hat. Mit den Maßen 70 x 55 cm befindet sich *Proun 4 B* derzeit im Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid und bietet einen faszinierenden Einblick in Lissitzkys revolutionäre künstlerische Vision.

Die Dekonstruktion der Realität: Stil & Technik

Das Kunstwerk ist eine Meisterklasse in geometrischer Abstraktion. Lissitzky setzt eine begrenzte Farbpalette aus gedämpften Blautönen, Grautönen, Brauntönen und Schwarz ein, um eine dynamische Komposition aus überlappenden Rechtecken, Ebenen und Linien zu konstruieren. Die Technik ist präzise; klare Kanten definieren jede Form und erzeugen so ein Gefühl von architektonischer Stabilität, trotz der inhärent flachen Natur des Werkes. Ölfarbe wird mit bewusster Kontrolle aufgetragen, wobei expressive Pinselstriche durch scharfe, definierte Formen ersetzt werden. Diese Betonung der geometrischen Reinheit spiegelt Lissitzkys Wunsch wider, über repräsentative Kunst hinauszugehen und die fundamentalen Elemente von Form und Raum zu erforschen. Die flache Perspektive lehnt traditionelle Illusionismus ab und betont die Zweidimensionalität des Kanvases – ein Schlüsselprinzip, das von Suprematismus geerbt wurde.

Die Proun-Reihe: Ein ‘Projekt zur Bestätigung des Neuen’

Der Begriff “Proun”, eine Abkürzung für "project for the affirmation of the new", fasst Lissitzkys Ehrgeiz zusammen, Kunst zu schaffen, die aktiv an der Gestaltung einer neuen Gesellschaft teilnimmt. Es waren keine Gemälde *von* der Realität, sondern Prototypen *für* eine neue Realität – räumliche Konstruktionen, die zwischen Malerei und Architektur existieren. Lissitzky suchte, Kazimir Malevich’s rein abstrakten Suprematismus mit Vladimir Tatlins utilitaristischer Konstruktivismus in Einklang zu bringen und Suprematismus im dreidimensionalen Raum weiterzuentwickeln. *Proun 4 B* veranschaulicht diese Synthese; es fühlt sich an wie ein fragmentierter architektonischer Modell, der Strukturen andeutet, die noch gebaut werden sollen, Ideale, die noch verwirklicht werden müssen.

Historischer Kontext: Revolution & Künstlerische Innovation

Geboren in einer jüdischen Familie in Russland, sah El Lissitzky mit eigenen Augen die sozialen und politischen Umwälzungen des frühen 20. Jahrhunderts. Die Russische Revolution von 1917 hatte tiefgreifende Auswirkungen auf seine künstlerische Entwicklung. Er glaubte, dass Kunst eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der neuen sozialistischen Gesellschaft spielen müsse, weg von “Kunst um der Kunst willen” hin zu funktionalem Design und Propaganda. *Proun 4 B* wurde während dieser Zeit intensiver Experimente und ideologischer Hitze geschaffen. Sein Werk fand Resonanz bei anderen avantgardistischen Bewegungen wie De Stijl in den Niederlanden und der Bauhaus in Deutschland und beeinflusste deren Erkundungen der geometrischen Abstraktion und des funktionalen Designs.

Symbolik & Emotionale Resonanz

Obwohl es scheinbar keine repräsentativen Bilder enthält, ist *Proun 4 B* reich an symbolischer Bedeutung. Die sich kreuzenden Ebenen können als Darstellung des Zusammenstoßes alter und neuer Welten, der Dynamik industrieller Fortschritte oder sogar der fragmentierten Natur moderner Erfahrung interpretiert werden. Die präzise Geometrie erzeugt ein Gefühl von Ordnung und Kontrolle – Eigenschaften, die vom Konstruktivismus als wesentlich für den Aufbau einer rationalen und effizienten Gesellschaft geschätzt wurden. Es gibt jedoch auch eine zugrunde liegende Spannung in der Komposition, ein dynamisches Zusammenspiel zwischen Stabilität und Instabilität, das die Unsicherheiten der Epoche widerspiegelt. Der Gesamteindruck ist von ruhiger Kontemplation geprägt und lädt den Betrachter ein, sich sowohl intellektuell als auch sinnlich mit dem Kunstwerk auseinanderzusetzen.

Vermächtnis & Einfluss

El Lissitzkys *Proun 4 B* bleibt ein wegweisendes Werk der modernen Kunstgeschichte. Sein innovativer Ansatz in Bezug auf Form, Raum und Farbe inspiriert Künstler, Designer und Architekten weiterhin. Das Gemälde ist eine kraftvolle Erinnerung an das transformative Potenzial von Kunst – ihre Fähigkeit nicht nur die Gesellschaft widerzuspiegeln, sondern sie auch aktiv zu gestalten.
  • Wichtige Merkmale: Geometrische Abstraktion, Konstruktivistische Prinzipien, suprematistischer Einfluss.
  • Materialien: Öl auf Leinwand.
  • Abmessungen: 70 x 55 cm.
  • Betrachten Sie dieses Stück für Innenräume, die einen raffinierten, minimalistischen Stil mit historischem Hintergrund suchen.

Fragen & Antworten

Wie alt war El Lissitzky, als „Proun 4 B“ im Jahr 1920 geschaffen wurde?

El Lissitzky schuf „Proun 4 B“ im Alter von 30. Der Künstler wurde 1890 geboren, und das Werk datiert auf 1920.

Zu welcher Stilrichtung gehört "Proun 4 B"?

„Proun 4 B“ ist ein Werk der Konstruktivismus. Die Stilrichtung gibt die künstlerische Tradition an, der das Werk angehört.

Woher kommen die Besucher von "Proun 4 B" von El Lissitzky?

Die Seite Besucherzahlen von "Proun 4 B" von El Lissitzky präsentiert öffentliche Besucherstatistiken: die monatlichen Aufrufe dieses Kunstwerks, einen Vergleich mit den meistbesuchten Werken des Künstlers sowie die Herkunft der Besucher.


Künstlerbiografie

Das Leben und die Kunst von El Lissitzky

Geboren als Lazar Markowitsch Lissitzky am 23. November 1890, trat der Mann, der später als El Lissitzky bekannt werden sollte, in einer Welt stiller Tradition in Pochinok in das Leben ein. Diese kleine jüdische Gemeinde lag etwa 50 Kilometer südöstlich von Smolensk im Russischen Kaiserreich. Sein Vater, Mordukh Salmanowitsch Lissitzky, war ein Mann der Gelehrsamkeit und des Reisens, ein gut ausgebildeter Agent, der sich mit sicherem Beherrschen von Englisch und Deutsch durch die Welt bewegte. Diese sprachliche Breite und die Verbindungen der Familie zur weiteren europäischen Landschaft sollten schließlich die expansive, rastlose Energie des Künstlers selbst widerspiegeln. Ob er nun Elizar Lissitzky oder Lasar Markowitsch Lissitzky genannt wurde – er war eine Gestalt von immenser Vielfalt, die sich weigerte, auf ein einziges Medium oder einen einzigen Zweck beschränkt zu werden.

Sein schöpferisches Schaffen war etwas Weites und Unruhiges. Er war Maler und Illustrator, doch er arbeitete ebenso als Designer, Grafiker und Fotograf. Sein Geist neigte stets zum Strukturellen, was ihn in die Bereiche der Architektur und die präzisen Anforderungen der Typografie führte. Er war ein Mann der neuen Ära, ein russischer und sowjetischer Künstler, der danach strebte, aus den abstrakten Ideen seiner Zeit etwas Greifbares zu erschaffen. Sein Leben war eine ständige Bewegung zwischen den Rollen eines intellektuellen Entdeckers und eines praktischen Handwerkers – eine Dualität, die seine zahlreichen Beiträge zur visuellen Sprache des zwanzigsten Jahrhunderts prägte.

Frühes Leben, Familie und Ausbildung

Die Grundsteine seines Lebens wurden in der kleinen russischen Stadt Pochinok gelegt, doch seine frühen Jahre waren von ständiger Bewegung geprägt. Zwischen 1891 und 1898 lebte seine Familie in Witebsk – ein Ort, der sein Verständnis von kultureller Identität maßgeblich beeinflussen sollte. Bis 1899 zog er nach Smolensk, um bei seinem Großvater zu leben, wo er die City School 1 besuchte. In diesen prägenden Jahren traf sein angeborenes Talent zum ersten Mal auf formale Anleitung; im Alter von 13 Jahren begann er, Unterricht bei Jewkud Pen zu nehmen, einem Lehrer, der das enorme Potenzial in dem jungen Schüler erkannte.

Ehrgeiz stößt oft auf den Widerstand starrer Systeme. Im Jahr 1909 suchte er den Zugang zur Petersburger Akademie der Künste, doch seine Bewerbung wurde abgelehnt. Diese Ablehnung war höchstwahrscheinlich das Ergebnis der restriktiven jüdischen Quoten, die vom zaristischen Regime auferlegt wurden – eine Barriere, die seinen Weg von den traditionellen russischen Akademien weglenkte. Anstatt diesem Rückschlag nachzugeben, richtete er seinen Blick nach Deutschland. Er schrieb sich am Polytechnikum Darmstadt ein, um Bauingenieurwesen zu studieren – eine Disziplin, die seinen späteren visuellen Experimenten für immer eine strukturelle Logik verleihen sollte. Er verbrachte fünf Jahre dort, arbeitete als Maurer, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, und nutzte seine Urlaube, um lokale jüdische historische Stätten zu besuchen, deren Formen und Dekorationen er intensiv studierte.

Seine Zeit in Deutschland war geprägt von akademischer Strenge und einer tiefen Auseinandersetzung mit der physischen Welt. Er studierte nicht bloß die Theorie; er tauchte tief in die Praktiken des Bauens und des Designs ein. Diese Phase intensiver Ausbildung endete 1914, als er das Polytechnikum Darmstadt mit Auszeichnung abschloss. Er kehrte nicht nur als Kunststudent in die Russland zurück, sondern als ausgebildeter Ingenieur, bewaffnet mit einem präzisen Verständnis von Raum und Struktur, das schließlich die Grenzen des modernen Designs neu definieren sollte.

Die suprematistische Periode und Unovis

Die Bahn seines kreativen Lebens vollzog eine tiefgreifende Wendung, als er Kazimir Malewitsch begegnete. Diese Begegnung zog ihn in den Orbit des Suprematismus, einer Bewegung, die danach strebte, der Kunst jegliche repräsentative Last zu entkleiden. Im Jahr 1919 erreichte ihn eine Einladung von Marc Chagall, der ihn bat, der Fakultät der Volkshochschule für Kunst in Witebsk beizutreten. In diesem akademischen Umfeld wurde er Mitglied der suprematistischen Gruppe UNovis, der „Bekenner des Neuen“. Dabei folgte er nicht einfach den vorgezeichneten Pfaden seiner Zeitgenossen; vielmehr suchte er danach, die Grenzen dessen, was diese geometrischen Formen erreichen konnten, radikal zu erweitern.

Er begann die Entwicklung einer ganz eigenen Werkserie, die er „Proun“ nannte – ein Begriff, der sich aus dem russischen Ausdruck proyekt utverzhdenya novogo ableitet, was so viel bedeutet wie „Projekt zur Bejahung des Neuen“. Dies waren keine bloßen Gemälde, sondern vielmehr tiefgreifende Untersuchungen darüber, wie Raum und Form miteinander interagieren können. Sein erstes Proun schuf er bereits 1919, was den Beginn einer Ära markierte, in der er die Prinzipien der Grafik mit architektonischem Denken verschmolz. Seine Arbeiten in diesen Jahren lösten sich von den flachen Ebenen der reinen Abstraktion und bewegten sich hin zu einem komplexeren, dreidimensionalen Verständnis der Welt.

Konstruktivismus und gesellschaftliches Engagement

Bis zum Jahr 1920 hatte El Lissitzky die rein spirituellen Fragestellungen seiner frühen Jahre hinter sich gelassen, um sich der strukturierten, zielgerichteten Energie des Konstruktivismus zu öffnen. Er strebte danach, den Künstler von einem einsamen Träumer in einen aktiven Gestalter des Wandels zu verwandeln – ein Konzept, das er als das zielbewußte Schaffen verstand. Diese tiefe Überzeugung führte ihn in das Herz des sowjetischen Bildungssystems, wo er an der technischen Schule Vkhutemas gemeinsam mit Wladimir Tatlin lehrte. Hier verschob sich der Fokus darauf, wie Kunst innerhalb einer modernen, industriellen Gesellschaft fungieren könnte, indem sie die Leinwand verließ und in den Bereich des praktischen, sozialen Nutzens vordrang.

Sein Schaffen wurde untrennbar mit dem politischen Puls der damaligen Ära verwoben. Er widmete einen Großteil seiner Energie dem Entwurf von Ausstellungsdesigns und Propagandawerken, die darauf abzielten, die Ideale des neuen Staates zu kommunizieren. In einem eindrucksvollen Beispiel schuf er im Jahr 1941 ein Plakat, das die Bevölkerung dazu aufrief, mehr Panzer für den Kampf gegen das Nazi-Deutschland zu bauen. Selbst in seinen früheren, abstrakteren Kompositionen war der politische Subtext oft unverkennbar. Sein Werk aus dem Jahr 1920, Schlagt die Weißen mit dem roten Keil, nutzte scharfe geometrische Formen, um auf die Spannungen der Zeit zu reagieren, und bot ein visuelles Spiel mit einem antisemitischen Slogan, um die revolutionäre Sache zu unterstützen.

  • Schlagt die Weißen mit dem roten Keil (1920)
  • Sowjetisches Propagandaplakat für den Panzerbau (1941)

Technik und Stil

Die Hand von El Lissitzky bewegte sich stets im Spannungsfeld zwischen der Präzision eines Ingenieurs und der Intuition eines Malers. Er suchte unermüdlich danach, die Kluft zwischen der physischen Welt und dem Abstrakten zu überbrücken, wobei er oft untersuchte, wie Technologie und menschliche Erfahrung durch die visuelle Form miteinander verschmelzen könnten. Dies wurde in seinen Proun-Werken am deutlichsten, die als eine komplexe Fusion aus Grafik, architektonischen Formen, Fotografie und Malerei fungierten. Diese Kompositionen waren weit mehr als bloße statische Bilder; sie waren tiefgreifende Untersuchungen von Raum und Struktur. Um seine visionären Effekte zu erzielen, griff er häufig auf die Lithografie zurück – eine Technik, die langlebige Drucke und ein breites Spektrum an Tonalitäten ermöglichte und seinen geometrischen Formen eine bemerkenswerte Tiefe und Schwere verlieh.

Sein gestalterischer Ansatz war geprägt von einem rastlosen Experimentieren mit Produktionstechniken und stilistischen Mitteln, die letztlich die visuelle Sprache des 20. Jahrhunderts definieren sollten. Mit einem scharfen, innovativen Blick revolutionierte er die Typografie, das Buchdesign und die Fotomontage, wobei er die gedruckte Seite wie einen Ort architektonischer Konstruktion behandelte. Selbst als er sich den radikalen Geometrien der Avantgarde verschrieb, blieb sein Werk stillschweigend mit seinen Wurzeln verbunden; er integrierte Elemente traditioneller jüdischer Typografie, Kunst und Architektur in seine modernen Kompositionen. Diese Symbiose aus dem Überlieferten und dem Industriellen erlaubte es ihm, das Spannungsfeld zwischen kulturellem Gedächtnis und dem rasanten Tempo einer sich wandelnden Gesellschaft meisterhaft zu navigieren.

Internationale Tätigkeit und kultureller Austausch

Die Grenzen der russischen Avantgarde konnten seinen rastlosen Geist nicht bändigen. Zwischen 1921 und 1925 zog er durch das Herz Europas, wanderte durch Paris, Belgien, Italien und die Schweiz. Während dieser Jahre im Ausland fungierte er als kultureller Botschafter für die Weimarer Republik und trug die radikalen Ideen seiner Heimat in den Westen. Er beobachtete diese fremden Landschaften nicht nur; er gestaltete ihren visuellen Diskurs aktiv mit, indem er zu Kunstzeitschriften beitrug und Bücher veröffentlichte, die traditionelle Sehweisen infrage stellten. Seine Präsenz in diesen Zentren des Denkens stellte sicher, dass die Energie der Revolution weit über die Grenzen der Sowjetunion hinaus spürbar war.

Seine Arbeit in Berlin war von besonderer Bedeutung. Im Jahr 1922 gestaltete er die Konstruktivisten-Ausstellung in der Galerie van Diemen – ein Unterfangen, das die strukturelle Logik seiner Bewegung einem neuen Publikum zugänglich machte. Diese Zeit des intensiven Austauschs war geprägt von Kollaborationen, die verschiedene künstlerische Kreise miteinander verbanden. Im Jahr 1924 arbeitete er mit Kurt Schwitters an der Periodika Merz zusammen, einer Partnerschaft, die unterschiedliche Ansätze des Grafikdesigns und der Komposition verschmolz. Durch diese Verbindungen begann sein Einfluss, noch weiter zu reisen. Er traf Lászlo Moholy-Nagy, eine Begegnung, die sich als entscheidend erwies, da Moholy-Nagy half, seine Konzepte quer durch Westeuropa bis in die Vereinigten Staaten zu tragen und sicherzustellen, dass seine Ideen in der aufstrebenden Moderne des Westens Wurzeln schlagen konnten.

Späte Jahre und Tod

Die letzten Lebensjahre von El Lissitzky waren von den schweren Schatten globaler Konflikte und persönlicher Gebrechlichkeit geprägt. Während die Welt in das Chaos des Krieges versank, blieb sein Fokus fest mit den sozialen und politischen Realitäten seiner Zeit verwoben. Selbst als seine Gesundheit zu schwinden begann, schuf er weiterhin Werke, die die unmittelbaren Bedürfnisse des Staates ansprachen. Im Jahr 1941 entwarf er ein sowjetisches Propagandaplakat, das zum Bau weiterer Panzer aufrief, um der Invasion des Nazi-Deutschlands entgegenzuwirken. Dieses letzte Werk spiegelte seine Hingabe an die praktische Anwendung der Kunst wider, selbst in einer Zeit, in der die gesellschaftlichen Strukturen, die er einst neu zu gestalten versucht hatte, durch den Krieg existenziell bedroht waren.

Der Kampf gegen die Krankheit forderte schließlich seinen Tribut. El Lissitzky starb am 30. Dezember 1941 in Moskau an Tuberkulose. Er war zum Zeitpunkt seines Ablebens 51 Jahre alt. Sein Tod ereignete sich kurz nach der Invasion seines Landes, einer Ära immenser Umwälzungen, die mit dem Ende seines schöpferischen Schaffens zusammenfiel. Er hinterließ ein Vermächtnis des Designs und der Abstraktion, das bereits viele Grenzen überschritten hatte, doch sein eigenes Leben wurde durch das Zusammentreffen biologischer und historischer Kräfte jäh unterbrochen.

Vermächtnis und fortwährender Einfluss

Die Wellen seiner kreativen Energie reichten weit über die Grenzen der Sowjetunion hinaus und berührten die Grundfesten des Bauhauses sowie der konstruktivistischen Bewegungen. Er malte nicht einfach nur; er entwarf die Art und Weise neu, wie Menschen mit dem Raum um sie herum und den Botschaften, die sie konsumieren, interagieren. Seine Experimente mit Typografie und Werbung transformierten die Strukturierung von Informationen und verwandelten die gedruckte Seite in ein dynamisches Kraftfeld. Durch seine Ausstellungsgestaltungen lehrte er die Betrachter, dass eine Umgebung eine strukturierte Erfahrung sein kann, anstatt nur ein statischer Raum voller Objekte zu sein.

Diese Vision der Kunst als Werkzeug für den sozialen und visuellen Wandel prägt unser heutiges Verständnis von Kommunikation fortlaufend. Seine Fähigkeit, die Kluft zwischen dem Abstrakten und dem Funktionalen zu überbrücken, hinterließ einen Blaupause für Generationen von Designern. Um sicherzustellen, dass diese Geschichte unversehrt bleibt, wurde im Jahr 2014 die Lissitzky-Stiftung von den Erben des Künstlers, dem Van Abbemuseum und verschiedenen Wissenschaftlern ins Leben gerufen. Dieses Engagement bewahrt seine komplexe Geschichte und stellt sicher, dass seine Untersuchungen zu Form und Raum für all jene, die die Evolution des modernen Designs studieren, zugänglich bleiben.

Wo man seine Werke heute erleben kann

Die physischen Spuren seiner Vision sind über viele Kontinente verstreut und in Institutionen bewahrt, die danach strebten, die radikale Energie des frühen zwanzigsten Jahrhunderts zu bewahren. In Lissabon hält das Museu Coleção Berardo eine bedeutende Präsenz seines Schaffens bereit und beherbergt sechs seiner Werke. Über den Atlantik hinweg bieten die Sammlungen in New York City zwei ganz unterschiedliche Möglichkeiten, seinem Vermächtnis zu begegnen; das Museum of Modern Art besitzt zwei Stücke, während das Jewish Museum fünf Werke in seiner Sammlung führt. Diese Exponate ermöglichen es dem Betrachter, die Evolution seiner grafischen und abstrakten Sprache im Kontext bedeutender internationaler Sammlungen nachzuvollziehen.

Sein Einfluss ist zudem fest in Europa und Russland verankert. Das Museum Folkwang in Essen bewahrt ein einzelnes Werk auf – eine stille Erinnerung an seine Reichweite innerhalb der deutschen Kunstlandschaft. In Russland ist seine Präsenz im Taganrog Art Museum und im Novokuznetsk Art Museum spürbar, wo seine Beiträge zur Avantgarde gehütet werden. Diese vielfältigen Orte der Bewahrung stellen sicher, dass seine Experimente mit Raum und Form auch weiterhin von all jenen studiert werden, die die Geschichte des modernen Designs entschlüsseln.

El Lissitzky

El Lissitzky

1890 - 1941 , Russland

Kurzinfos

  • Artistic Movement Or Style:
    • Suprematismus
    • Konstruktivismus
    • Proun
  • Artists Or Movements Influenced By This Artist:
    • Bauhaus
    • De Stijl
  • Artists Who Influenced This Artist: ['Kasimir Malewitsch']
  • Date Of Birth: 1890
  • Date Of Death: 1941
  • Full Name: Lazar Markowitsch Lissitzky
  • Nationality: Russisch und Sowjetisch
  • Notable Artworks:
    • Erinnerung an Ravenna
    • Fliegende Sonne
    • Schlagt die Weißen mit dem roten Keil
    • Der Konstrukteur
  • Place Of Birth: Pochinki, Russland
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