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Schwarze Sonne
Format der Reproduktion
Alexander Milne Calders „Schwarze Sonne“, gemalt im Jahr 1953, ist weit mehr als nur eine Darstellung abstrakter Formen; sie ist eine Einladung, das Zusammenspiel von Chaos und Ordnung, von Dunkelheit und Licht zu betrachten. Geboren in Aberdeen, Schottland, und später zu einer prägenden Figur der amerikanischen Bildhauerei geworden – an der Seite seines Sohnes Alexander Stirling Calder und seines Enkels Alexander „Sandy“ Calder –, besaß Milne Calder eine ganz eigene Vision. Es war das Bestreben, dynamische Bewegung und die inhärente Instabilität innerhalb statischer Formen einzufangen. Dieses Werk verkörpert diese Philosophie in vollkommener Weise, indem es einen wirbelnden Vortex aus schwarzer Acrylfarbe auf einer reinweißen Leinwand präsentiert und so ein unmittelbares Gefühl von Spannung und zugleich von Gelassenheit erzeugt.
Der Kern des Kunstwerks wird durch seine kurvigen, geschwungenen Formen definiert: Verlängerte Bänder und weit ausgreifende Kurven dominieren die Komposition und erinnern an Wellen in ewiger Bewegung oder an die Strömungen eines turbulenten Bachlaufs. Diese Formen sind mit scharfen, geometrischen Elementen – Dreiecken und Kreisen – verwoben, die einen strukturellen Gegenpol zur Fließfähigkeit bilden. Diese Gegenüberstellung schafft sofort eine dynamische Spannung; die organischen Kurven scheinen kurz davor zu stehen, mit den starren Winkeln zu kollidieren, was auf eine fortwährende Aushandlung zwischen entgegengesetzten Kräften hindeutet. Der dicke Farbauftrag trägt maßgeblich zu diesem Effekt bei, indem er den Formen eine taktile Qualität verleiht und ihr Gewicht sowie ihre Präsenz im Raum betont.
Das Motiv der „Schwarzen Sonne“ an sich trägt eine komplexe und vielschichtige Geschichte in sich, die weit über Calders künstlerische Absichten hinausgeht. Ursprünglich wurde es während der NS-Ära von dem SS-Offizier Wilhelm Landig als Symbol entworfen, mit der Intention, das Hakenkreuz – ein mächtiges Emblem der arischen Vorherrschaft – zu ersetzen. Das Wewelsburg-Mosaik, in dem dieses Design zum ersten Mal auftauchte, wurde zu einem geheimen Zentrum für okkulte Praktiken und esoterische Überzeugungen innerhalb des NS-Regimes. Calder hingegen war sich dieses symbolischen Kontextes während der Entstehung seines Gemäldes weitgehend nicht bewusst. Die Verbindung des Symbols mit dem Okkulten wurde seither von Neonazis und rechtsextremen Gruppen aufgegriffen, was der visuellen Sprache des Motivs eine weitere Ebene der Komplexität und Brisanz verleiht.
Interessanterweise fand die „Schwarze Sonne“ auch in esoterischen Traditionen Resonanz, insbesondere in der Alchemie und der Hermetik. Sie repräsentiert eine Sonnengottheit, die mit Transformation, Wiedergeburt und der zyklischen Natur der Zeit assoziiert wird. Diese Verbindung spricht für Calders breiteres Interesse, universelle Themen durch seine Kunst zu erforschen – Themen, die über spezifische historische Kontexte hinausgehen. Daher kann das Gemälde als eine Meditation über diese beständigen Konzepte interpretiert werden, die den Betrachter dazu einlädt, die eigene Beziehung zu den Zyklen von Zerstörung und Erneuerung zu überdenken.
Calders Technik zeichnet sich durch eine besondere Unmittelbarkeit und Direktheit aus. Er trug die Acrylfarbe mit breiten Pinselstrichen und möglicherweise unter Zuhilfenahme von Werkzeugen wie Spachteln direkt auf die Leinwand auf, wodurch eine reliefartige Textur entstand, die das Gefühl von Bewegung intensiviert. Das Fehlen einer traditionellen Perspektive – die Tiefe wird hierbei eher durch überlagernde Formen als durch eine lineare Fluchtpunktperspektive suggeriert – trägt maßgeblich zur dynamischen Qualität des Kunstwerks bei. Es gibt keinen Versuch einer realistischen Darstellung; stattdessen konzentriert sich Calder darauf, das eigentliche Gefühl von Bewegung und Energie einzufangen.
„Schwarze Sonne“ ruft eine kraftvolle emotionale Reaktion hervor. Der scharfe Kontrast zwischen Schwarz und Weiß erzeugt eine dramatische visuelle Wucht, während die wirbelnden Formen ein Gefühl von Unruhe und Dynamik erzeugen. Dennoch schwingt auch ein unterschwelliges Gefühl von Gleichgewicht und Harmonie mit – die Andeutung, dass selbst im Chaos eine Ordnung zu finden ist. Es ist ein Werk, das zur Kontemplation mahnt und den Betrachter dazu einlädt, sich in seinen komplexen Mustern zu verlieren und über die Geheimnisse nachzusinnen, die es birgt. Die dauerhafte Faszination dieses Gemäldes liegt in seiner Fähigkeit, uns gleichzeitig zu begeistern und zu verunsichern, was uns dazu drängt, unsere eigene Wahrnehmung von Schönheit, Dunkelheit und der zyklischen Natur der Existenz zu hinterfragen.
Das Erbe von Alexander Milne Calder reicht weit über dieses einzelne Meisterwerk hinaus. Seine wegweisende Arbeit mit Mobiles – kinetische Skulpturen, die auf Luftströmungen reagieren – revolutionierte die Bildhauerei und inspiriert Künstler bis heute. Sein Sohn, Alexander Stirling Calder, entwickelte diese Konzepte weiter, während sein Enkel, Alexander „Sandy“ Calder, monumentale öffentliche Kunstinstallationen auf der ganzen Welt schuf. „Schwarze Sonne“ steht als Zeugnis ihrer kollektiven Vision – eine Feier der Bewegung, der Form und der beständigen Kraft des abstrakten Ausdrucks.
Der Hell-Dunkel-Kontrast von „Schwarze Sonne“ wird mit Aussagekraft angegeben. Der Kontrast beschreibt, wie stark sich helle und dunkle Bereiche voneinander unterscheiden.
Für „Schwarze Sonne“ gibt es eine Besucherzahlen-Seite. Sie zeigt die monatlichen Aufrufe des Kunstwerks sowie weiterer Werke des Künstlers mit einer Aufschlüsselung nach Land und Sprache an.
Weitere unter denen Alexander Calder, Schöpfer von „Schwarze Sonne“, bekannt ist, umfassen Sandy Calder, Calder.
1898 - 1976 , Vereinigte Staaten