Die Geschichte von Nunnington Hall
Nunnington Hall ist ein herrschaftliches Landhaus, eingebettet in die malerische Landschaft der englischen Grafschaft North Yorkshire. Die Wurzeln dieses geschichtsträchtigen Ortes reichen bis ins dreizehnte Jahrhundert zurück, als die ersten Erwähnungen von Nunnington Hall in den historischen Annalen auftauchten. Der Name selbst leitet sich vermutlich von einem Frauenkloster ab, das diesen Ort besiedelte, bevor es um das Jahr 1200 aufgelöst wurde. Während des Mittelalters unterstand das Land dem wohlhabenden St. Mary's Abbey in York.
Die Geschichte der Besitzverhältnisse in Nunnington Hall ist über die Jahrhunderte hinweg von stetigem Wandel geprägt und ging durch viele Hände. Das Anwesen war einst im Besitz von William Parr, dem 1. Marquess of Northampton, sowie von Dr. Robert Huicke. Später ging das Anwesen an Richard Graham, den 1. Viscount Preston, über, bevor es schließlich von der Familie Rutson und der Familie Fife gehalten wurde. Diese aufeinanderfolgenden Bewohner haben mit ihrer Präsenz tiefe Spuren in der langen, facettenreichen Geschichte dieses Ortes hinterlassen.
Die Architektur und die Parkanlagen
Nunnington Hall ist ein als Grade I gelistetes Herrenhaus, das wie ein steinernes Palimpsest die Schichten verschiedener historischer Epochen in sich vereint. Das heutige Bauwerk ist das Ergebnis einer harmonischen Verschmelzung von Arbeiten aus dem siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert, wobei der Großteil des Gebäudes, das wir heute bewundern, in den 1680er Jahren entstand. Diese architektonische Kontinuität wurde in den 1920er Jahren durch eine umfassende Renovierung unter der Leitung des Architekten Walter Brierley weiter verfeinert und geprägt.
Die Atmosphäre des Anwesens wird maßgeblich durch das sanfte Fließen des Flusses Rye bestimmt, der am Haus vorbeizieht und sich vom Dorf Nunnington entfernt. Eine steinerne Brücke über den Fluss bildet eine physische Grenze zwischen den weitläufigen Gartenanlagen des Hauses und dem eigentlichen Dorf. Die Landschaft wird dabei von der majestätischen Nähe der North York Moors im Norden und Osten geformt, während sich im Süden das Vale of York erstreckt, das durch einen als Caulkley's Bank bekannten Bergrücken von diesem geschichtsträchtigen Ort getrennt ist.
Wesentliche Erwerbungen und Vermächtnisse
Die Bewahrung von Nunnington Hall als Ort der kulturellen Begegnung obliegt heute dem National Trust. Ein Großteil der gegenwärtigen Sammlung sowie das Anwesen selbst fanden ihren Weg in die Obhut des Trusts durch das Ableben von Margaret Rutson im Jahr 1952. In einem großzügigen Akt hinterließ sie das Herrenhaus, seine weitläufigen Gärten und unzählige kostbare Kunstgegenstände als ihr Vermächtnis. Dieses Geschenk umfasste zudem eine Summe von 25.000 Pfund, die eigens für den fortlaufenden Erhalt und die Pflege des Anwesens bestimmt war.
Auch die lokale Verbundenheit mit dem National Trust hat die heutige Kunstpräsenz in den Räumlichkeiten maßgeblich geprägt. Durch das Engagement engagierter Unterstützer konnte ein Porträt des Sohnes und des Enkelsohnes des 1. Viscount Preston erworben werden, das heute die Wände ziert. Dieses Werk bleibt ein bedeutender und lebendiger Teil der visuellen Geschichte dieses geschichtsträchtigen Hauses.
Meisterwerke der Sammlung
Die Sammlung in den Hallen des Anwesens lädt zu einer stillen Begegnung mit der Geschichte jener Familien ein, die hier einst ihr Heim fanden. Ein bedeutender Ankerpunkt ist das Porträt von Charles Graham, 3rd Viscount Preston, geschaffen von Enoch Seeman um das Jahr 1726. Das Werk fängt die Züge des jungen Mannes ein, der bereits im Jahr 1739 verstarben sollte. In unmittelbarer Nähe manifestieren sich die reiterlichen Themen des frühen 19. Jahrhunderts durch die Werke der Familie Ferneley. John Ferneley porträtierte William Rutson auf einem Grauschimmel um das Jahr 1820, während auch sein Werk A Groom and Two Hunters aus dieser Epoche stammt. John Ferneley, Snr. trug mit seinem um 1820 entstandenen Gemälde A Grey Hunter ebenfalls bei und verleiht der Sammlung ein tiefes Verständnis für die sportlichen Traditionen jener Ära.
Landschaft und Atmosphäre finden in weiteren Kunstwerken in diesen Räumen ihren Ausdruck. Hendrik van de Sande Bakhuyzen’s Winter Scene aus dem Jahr 1826 bringt eine ganz eigene, saisonale Stille in die Räumlichkeiten. Einen ganz anderen Lichtmoment entfaltet Fredrik Marinus Kruseman’s A Summer Landscape, das im Jahr 1863 gemalt wurde. Während James Holland’s The Piazzetta, Venice einen flüchtigen Blick auf italienische Szenerien gewährt, bringt John William Allison’s The King's Navy aus dem Jahr 1910 eine modernere Perspektive in das Ensemble der Gemälde.
