Ein Leben in Form und Licht
Geboren in Toronto, Kanada, war Walter Tandy Murch ein vielseitiger Maler, Zeichner, Illustrator und Designer. Seine künstlerische Reise nahm ihren Anfang am Ontario College of Art, wo er unter der Anleitung von Arthur Lismer studierte. Auf der Suche nach einer tiefergehenden künstlerischen Entfaltung zog es ihn im Jahr 1927 in die pulsierende Metropole New York City. Dort studierte er an der Art Students League von New York bei Kenneth Hayes Miller und fand später an der Grand Central School of Art unter Arshile Gorky seinen Weg.
Im Laufe seiner Karriere nahm Murch eine Vielzahl professioneller Rollen ein, die von der Gestaltung von Schaufenstern in Kaufhäusern über Buchillustrationen bis hin zu Wandgemälden in Restaurants reichten. Als freiberuflicher Illustrator lieferte er zudem Beiträge für renommierte Magazine wie Fortune und Scientific American und widmete sich verschiedenen Werbeaufträgen. Ein bedeutender Meilenstein war das Jahr 1941, als er seine erste Einzelausstellung in der Wakefield Gallery in New York City erhielt, präsentiert von Betty Parsons. Später wurde er fest mit der Betty Parsons Gallery verbunden, in der er bis zu seinem Tod in New York City alle zwei Jahre Einzelausstellungen präsentierte.
Künstlerischer Stil und Vermächtnis
Die Gemälde von Murch zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Symbiose aus Realismus und Abstraktion aus. Seine Sujets zeichneten sich oft durch eine exzentrische Gegenüberstellung von Objekten aus, wie etwa:
Seine Technik war geprägt von einer besonderen Ästhetik: Er malte Objekte so, als blicke man durch mattiertes Glas auf sie, wodurch eine faszinierende Ambivalenz zwischen den dargestellten Gegenständen und den zerklüfteten, porösen Oberflächen des Werkes entstand. Über seine reine Atelierarbeit hinaus war Murch als Pädagoge tätig und lehrte am Pratt Institute, der New York University, der Columbia University sowie der Boston University. Er war zudem der Vater des Sounddesigners und Filmeditors Walter Scott Murch sowie von Louise Tandy Schablein.