Victor Pasmore: Ein Pionier der britischen Abstraktion
Frühes Leben und Ausbildung
- Edwin John Victor Pasmore wurde am 3. Dezember 1908 in Chelsham, Surrey, geboren.
- Er erhielt seine frühe Bildung an der Summer Fields School in Oxford und Harrow im Westen von London.
- Eine Wendepunkt war der Tod seines Vaters im Jahr 1927, der ihn zwang, eine Verwaltungsstelle beim London County Council zu übernehmen.
- Er betrieb Malerei zeitweise an der Central School of Art und wurde mit der Euston Road School in Verbindung gebracht.
Figurative Anfänge und Kriegserfahrungen
- Zunächst experimentierte Pasmore mit Abstraktion, übernahm aber später einen lyrischen figurativen Stil.
- Seine frühen Werke zeigten oft Ausblicke auf den Fluss Theems aus Hammersmith, die an J.M.W. Turner und James McNeill Whistler
- Eine starke moralische Haltung: Während des Zweiten Weltkriegs war Pasmore ein Wehrdienstverweigerer.
- Nachdem er von seinem lokalen Tribunal eine Anerkennung abgelehnt hatte, wurde er 1942 für den Militärdienst eingezogen. Er lehnte Befehle ab und wurde wegen Kriegsrechts zu einer Freiheitsstrafe von 123 Tagen verurteilt.
- Er ließ diese Entscheidung erfolgreich gegen ihn entscheiden und erhielt eine unbedingte Entlassung aus dem Militärdienst.
Der Übergang zur Abstraktion
- Pasmores Durchbruch in die abstrakte Kunst erfolgte um 1947, stark beeinflusst von Piet Mondrian und Paul Klee.
- Er ließ sich von ihren Schriften über Natur und die Schaffung harmonischer Kunst inspirieren, glaubte aber, dass sie eine zukünftige gesellschaftliche Harmonie vorausgesagt hätten.
- Eine wichtige Beeinflussung: Er fand auch Inspiration bei Ben Nicholson und anderen Künstlern, die mit dem Circle in Verbindung standen.
- Seine abstrakten Werke beinhalteten oft Collagen und Konstruktionen von Reliefs und ebneten den Weg für die Verwendung neuer Materialien und erreichten manchmal architektonische Größenordnungen.
Wichtige Leistungen und architektonische Integration
- Revolutionäre Wirkung: Herbert Read beschrieb Pasmores neuen Stil als „das revolutionärste Ereignis in der britischen Kunst nach dem Krieg“.
- Im Jahr 1950 wurde er beauftragt, ein abstraktes Wandgemälde für einen Busdepot in Kingston upon Thames zu erstellen.
- Er trug ein Wandgemälde zum Festival of Britain im Jahr 1951 bei und präsentierte mehrere britische Konstruktivisten.
- Das Apollo Pavilion: Im Jahr 1955 wurde er zum Berater für architektonisches Design des Peterlee Development Corporation ernannt. Der Mittelpunkt dieses Projekts war die abstrakte öffentliche Kunststruktur, das Apollo Pavilion, das zu erheblichen Kontroversen führte, aber ein bedeutendes Wahrzeichen bleibt.
Internationale Anerkennung und spätere Lebenszeit
- Pasmore vertrat Großbritannien auf der Biennale von Venedig 1961 und nahm an der Documenta II in Kassel (1959) teil.
- Er war Kuratorer des Tate Gallery und übergab zahlreiche Werke zur Sammlung.
- Eine wichtige Bildung: Er war eine Schlüsselfigur bei der Förderung der abstrakten Kunst und der Reform der Kunstausbildung.
- Von 1954 bis 1961 leitete er den Kunstkurs an der King’s College, Durham (Newcastle upon Tyne), entwickelte aber einen einflussreichen allgemeingültigen Kunst- und Designkurs, der vom Bauhaus inspiriert war.
- Er zog 1966 nach Malta und starb am 23. Januar 1998 im Alter von 89 Jahren in Gudja.
Vermächtnis und historische Bedeutung
- Pasmores Werk markierte einen Wendepunkt in der britischen Kunst und etablierte die Abstraktion als eine wichtige Kraft.
- Seine Integration von Kunst und Architektur stellte konventionelle Grenzen in Frage und beeinflusste nachfolgende Generationen von Künstlern und Designern.
- Die Victor Pasmore Gallery, die 2014 in Malta eröffnet wurde, beherbergt eine permanente Ausstellung seiner Werke, die während seiner Zeit dort entstanden sind.


