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Tobias Verhaecht

1561 - 1631

Kurzbiografie

  • Museums on APS:
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  • Died: 1631
  • Top 3 works:
    • Der Tod des Aischylos
    • La Deliverance Miraculeuse De I'empereur Maximilien
    • Landscape
  • Born: 1561
  • Art period: Renaissance
  • Mehr Details anzeigen
  • Works on APS: 16
  • Movements: northern renaissance
  • Lifespan: 70 years
  • Top-ranked work: Der Tod des Aischylos
  • Copyright status: Public domain

Tobias Verhaecht war ein flämischer Maler, dessen Schaffen primär der Landschaftsmalerei gewidmet war. Sein Stil war tief verwurzelt in der manieristischen Weltlandschaft, jener Epoche, die von Meistern wie Joachim Patinir und Pieter Bruegel der Ältere geprägt wurde. In der Kunstgeschichte nimmt er zudem eine besondere Rolle ein, da er als der erste Lehrer des legendären Peter Paul Rubens gilt.
Geboren wurde Tobias Verhaecht in Antwerpen als Sohn von Cornelis van Haecht. Da Verhaecht als Sohn eines Meisters in die Antwerpener Lukasgilde aufgenommen wurde, ist davon auszugehen, dass auch sein Vater ein Künstler war.
Über seine Ausbildung liegen keine gesicherten Aufzeichnungen vor. Doch vor 1590 zog es ihn nach Italien, wo er zunächst in Florenz unter der Schirmherrschaft von Francesco I. de' Medici, dem Großherzog der Toskana, tätig war. Später folgte sein Weg nach Rom, wo er sich als Maler von Landschaftsfresken einen Namen machte. Schließlich kehrte er nach Antwerpen zurück und erlangte in den Jahren 1590–91 die Meisterschaft in der Lukasgilde.
Kurz nach seiner Rückkehr vermählte er sich mit Suzanna van Mockenborch, der Enkelin von Jan de Landmetere – dem Stiefvater von Peter Paul Rubens – und einer Cousine seiner Mutter. Das Ehepaar wurde mit Cornelis, Willem und der Tochter Suzanna gesegnet. Doch das Glück war nur von kurzer Dauer: Seine Frau verstarb bereits 1als 1595, kurz nach der Geburt ihrer Tochter. Diese Zeit fiel in eine schwierige finanzielle Phase für Verhaecht, die zudem die Last des Amtes als Diakon der Gilde trug.
Ein Jahr nach dem Verlust seiner ersten Frau heiratete er Esther Pamphi, deren Schwester Maria mit dem Schlachtenmaler Sebastiaen Vrancx verheiratet war. Aus dieser Verbindung gingen ein weiterer Sohn und eine Tochter hervor. Das Schicksal blieb Verhaecht jedoch treu: Seine zweite Frau starb 1612, und auch die persönlichen Tragödien setzten sich fort, als sein Erstgeborener Cornelis im Jahr 1614 und seine Tochter Suzanna im Jahr 1623 verstarben.
Neben seiner Malerei war Verhaecht auch kulturell in der Region vernetzt; er war Mitglied der Violieren, einer lokalen Rednerschaft, die mit der Antwerpener Lukasgilde verbunden war, und verfasste dort im Jahr 1620 sogar eine Komödie.
Sein berühmtester Schüler, Rubens, studierte etwa ab 1592 rund zwei Jahre lang bei ihm, entschied sich jedoch letztlich gegen die Landschaftsmalerei, da sein wahres Interesse der Historienmalerei galt. Zu Verhaechts weiteren Schülern zählten unter anderem sein Sohn Willem van Haecht, Jacques Backereel, Martin Ryckaert sowie weitere bedeutende Maler wie Adriaen Daep und Abraham Matthys.
Der Künstler verstarb 1631 in Antwerpen.
Verhaecht spezialisierte sich auf Landschaften und schuf zudem mehrere Versionen des Turmbau zu Babel. Seine Werke folgten dem traditionellen Stil der Weltlandschaft, der in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts von Joachim Patinir entwickelt worden war und unter Pieter Bruegel dem Älteren seinen Höhepunkt fand. Diese Gemälde zeigen imaginäre Gebirge mit schroffen, felsigen Gipfeln, die aus einer erhöhten Perspektive betrachtet werden und oft religiöse oder mythologische Szenen integrieren. In akribischer Detailtreue finden sich in diesen Panoramen oft kleine Dörfer und menschliche Figuren, die angesichts der gewaltigen Natur winzig erscheinen.
Stilistisch erinnert sein Werk stark an den berühmten Satz von zwölf großen Drucken, die von Hieronymus Cock nach Entwürfen von Pieter Bruegel dem Älteren veröffentlicht wurden – jene Werke, die Kunsthistoriker als Große Landschaften bezeichnen. Die frühen Arbeiten Verhaechts sind deutlich konservativ geprägt; die steilen, bizarren Felsformationen und die eigentümliche Atmosphäre sind ein Erbe Joachim Patiniers, der bereits ein Vierteljahrhundert verstorben war, als Verhaecht seine Schöpfungen begann. Dies verdeutlicht, dass die künstlerische Evolution der Landschaftsmalerei in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ihn weitgehend unberührt ließ. In den 1620er und 1630er Jahren malte er weiterhin panoramische Landschaften mit hohem Horizont und nutzte den traditionellen Dreifarbenplan. Damit verharrte er in der Tradition der fantastischen Landschaft, während Zeitgenossen wie Jan Brueghel der Ältere bereits alltägliche Dorflandschaften malten und sein ehemaliger Schüler Rubens atmosphärische Meisterwerke schuf. Dennoch war Verhaecht nicht völlig blind für die Entwicklungen von Josse de Momper und Gillis van Coninxloo, die sich einem realistischeren, näher am Geschehen orientierten Ansatz zuwandten, und er übernahm vereinzelt Elemente dieser neuen Richtung.
Er arbeitete zudem mit anderen lokalen Malern zusammen, wie Jan Brueghel dem Älteren, Frans Francken dem Jüngeren, Sebastian Vrancx und Gillis Coignet, der oft die Figuren in Verhaechts Kompositionen ausarbeitete. Einige seiner Landschaften fanden sogar den Weg in die Druckgrafik.

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