Frühes Leben und Ausbildung
- Geboren: Hackney, Großbritannien, 27. Dezember 1901
- Familienhintergrund: Sohn des Malers William Harry Hayter.
- Ausbildung: Erlangte einen Abschluss in Chemie und Geologie vom King’s College London.
- Frühe Karriere: Arbeitete von 1922 bis 1925 für die Anglo-Persian Oil Company (später BP) in Abadan, Iran. Diese Erfahrung inspirierte Gemälde und Zeichnungen, die nach seiner Rückkehr nach London ausgestellt wurden.
Die Gründung von Atelier 17 und Druckinnovationen
- Umzug nach Paris: 1926 zog Hayter nach Paris und studierte kurz an der Académie Julian.
- Mentorenschaft: Traf den polnischen Grafiker Józef Hecht, der ihn mit dem Kupferstich unter Verwendung der Burin-Technik vertraut machte.
- Gründung von Atelier 17 (1927): Er gründete ein Studio für Künstler, um Gravurtechniken kollaborativ zu erforschen. Das Studio wurde international bekannt und befand sich in der No. 17, rue Campagne-Première.
- Viskositätstechnik: Entwickelte die innovative Viskositätstechnik, die unterschiedliche Tintenviskositäten nutzt, um mehrfarbige Intaglio-Drucke auf einer einzigen Platte zu erstellen. Dies erweiterte die Möglichkeiten des Druckgrafikwesens erheblich.
- Zusammenarbeit mit bedeutenden Künstlern: Atelier 17 wurde zu einem Zentrum für künstlerische Zusammenarbeit und beherbergte Künstler wie Pablo Picasso, Alberto Giacometti, Joan Miró, Alexander Calder, Marc Chagall, Jackson Pollock, Mark Rothko, Mauricio Lasansky, K.R.H. Sonderborg und Flora Blanc.
- Unterstützung der republikanischen Sache: Hayter organisierte Druckauflagen (fraternité und solidarité) mit Miró, Picasso und Kandinsky, um Gelder für die Spanische Republik während des Spanischen Bürgerkriegs zu sammeln.
Zweiter Weltkrieg und Nachkriegsentwicklungen
- Umzug nach New York: Während des Zweiten Weltkriegs verlegte Hayter Atelier 17 nach New York City und unterrichtete dort Druckgrafik an der The New School.
- Tarnungstrainingsgruppe: Arbeitete mit dem britischen Künstler Roland Penrose und anderen bei der Einrichtung einer Tarnungstrainingsgruppe zusammen.
- Rückkehr nach Paris (1950): Errichtete Atelier 17 in Paris neu.
- Veröffentlichungen: Veröffentlichte New Ways of Gravure (1949) und About Prints (1962), die seine Drucktechniken und Philosophie dokumentieren.
Künstlerischer Stil, Einflüsse und Vermächtnis
- Surrealismus und abstrakter Expressionismus: Hayters Werk wurde in den 1930er Jahren mit dem Surrealismus und später mit dem abstrakten Expressionismus assoziiert. Er nahm den Automatismus an und erforschte die Improvisation in seiner Kunst.
- Malerei neben Druckgrafik: Er pflegte eine kontinuierliche Malpraxis parallel zu seinem Druckgrafikschaffen, was seine Flexibilität in verschiedenen Medien (Malerei, Zeichnung, Gravur, Collage, flacher Relief) demonstrierte.
- Gegenstand traditioneller Techniken: Setzte sich für einen entschiedenen Widerstand gegen vorbereitende Zeichnungen und retroussage (Abwischen mit Kreide) in der Druckgrafik ein und befürwortete einen starken Plattenton und Improvisation.
- Einfluss auf die amerikanische Druckgrafikausbildung: Sein Ansatz beeinflusste maßgeblich die Ausbildung im Bereich Druckgrafik innerhalb der amerikanischen Akademie.
- Produktivität: Er schuf über 400 Werke in der Druckgrafik, bevor er starb.
Späteres Leben und Tod
- Ehen: War dreimal verheiratet: mit Edith Fletcher (geschieden 1929), Helen Phillips (geschieden 1971) und Désirée Moorhead.
- Kinder: Hatte drei Söhne: Patrick, Augy und Julian.
- Tod: Starb am 4. Mai 1988 in Paris.
- Akquise des Archivs: Im Jahr 2005 erwarb das Tate Archive Hayters Papiere.


