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Rebeca Capriabá

Kurzbiografie

  • Top-ranked work: Martinha, recado de Ouvem
  • Works on APS: 1
  • Top 3 works: Martinha, recado de Ouvem
  • Also known as:
    • Rebeca Carapiá
    • Rebeca Capriaba
    • Rebeca Carapia
  • Museums on APS:
    • Pinacoteca do Estado de São Paulo
    • Pinacoteca do Estado de São Paulo
    • Pinacoteca do Estado de São Paulo
    • Pinacoteca do Estado de São Paulo
    • Pinacoteca do Estado de São Paulo
  • Mehr Details anzeigen
  • Art period: Zeitgenössische Kunst
  • Born: 1988, Salvador, Brasilien
  • Nationality: Brasilien
  • Copyright status: Under copyright

Kunst-Quiz

Jede Frage hat nur eine richtige Antwort.

Frage 1:
Wo wurde Rebeca Carapiá geboren?
Frage 2:
Was sind einige der primären Themen in Rebeca Carapiá's Werk?
Frage 3:
An welcher Universität hat Rebeca Carapiá ihren Abschluss gemacht?
Frage 4:
Welche Materialien verwendet Rebeca Carapiá häufig in ihren Skulpturen?
Frage 5:
Welche Galerie vertritt Rebeca Carapiá?

Eine in Bahia verwurzelte Kosmologie: Die skulpturale Sprache von Rebeca Carapiá

Rebeca Carapiá, geboren 1988 in der pulsierenden Stadt Salvador, Brasilien, ist eine aufstrebende Kraft der zeitgenössischen Bildhauerei, deren Werk mit einer zutiefst persönlichen und zugleich universell relevanten Erkundung von Sprache, Konflikt, Körper und Territorium resoniert. Ihr künstlerischer Weg besteht nicht bloß aus der Erschaffung von Objekten; es geht um das Ausgraben von Geschichten, das Infragestellen von Normen und das Schmieden neuer Pfade des Verstehens durch materielle Präsenz. Aufgewachsen in der Unterstadt von Salvador – einem Raum, den sie häufig als Fundament ihrer künstlerischen Identität bezeichnet –, entwickelte Carapi apiá ein geschärftes Bewusstsein für die soziopolitischen Strömungen, die ihre Umgebung prägen. Diese frühe Vertrautheit nährte ihr Interesse an den komplexen Beziehungen zwischen Macht, Erinnerung und gelebter Erfahrung – Themen, die ihre Praxis bis heute durchdringen. Nach ihrem Bachelorstudium an der Federal University of Bahia verfolgt sie derzeit ihren Master an derselben Institution, was ihr Engagement für eine fundierte künstlerische Forschung weiter festigt.

Von Notizbüchern zu monumentalen Formen: Die Evolution einer Praxis

Carapiás Werk begann als intimer Dialog mit der Sprache selbst, manifestiert in detaillierten Notizbüchern voller Zeichnungen, Texte und Reflexionen. Diese frühen Erkundungen waren keine bloßen Vorzeichnungen, sondern vielmehr in sich geschlossene Universen – Kosmologien, die um die „Konflikte körperlicher Normen und der Sprache“ herum aufgebaut wurden. Diese Anfangsphase, die 202stellung in ihrer Soloshow „Como colocar ar nas palavras“ im Jahr 2020 in der Galeria Leme in São Paulo präsentiert wurde, offenbarte ein Bestreben, traditionelle Vorstellungen weiblicher Geografien zu dekonstruieren. Der Akt, diese persönlichen Notizbücher der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, war selbst eine kraftvolle Geste – eine Verletzlichkeit, die den Betrachter in den Denkprozess der Künstlerin einlud und konventionelle Grenzen der Kunstwelt herausforderte. Diese Periode markierte einen entscheidenden Übergang von privater Kontemplation zu öffentlichem Engagement. Von dort aus weitete sich ihre Praxis auf Skulptur, Zeichnung, Installation, Druckgrafik und Objekte aus, die alle durch einen beständigen Fokus auf Materialität und Form vereint sind.

Die Poetik von Eisen und Kupfer: Materialität als Widerstand

Zentral für Carapiás künstlerisches Vokabular ist ihr meisterhafter Umgang mit Metall – insbesondere Kupfer und Eisen. Diese Materialien werden nicht willkürlich gewählt; sie tragen ihre eigenen Geschichten in sich, Assoziationen mit Arbeit, Männlichkeit und sogar Gewalt. Indem sie mit diesen traditionell „schweren“ Medien arbeitet, vollzieht Carapiá einen subtilen Akt des Widerstands, indem sie sie als Werkzeuge zur Ausdruck von Verletzlichkeit, Resilienz und poetischer Nuancierung zurückfordert. Ihre Skulpturen zeichnen sich oft durch geschwungene Linien und komplexe Geometrien aus, die sowohl organische Formen als auch abstrakte Kompositionen evozieren. Diese Werke sind keine statischen Objekte, sondern dynamische Entitäten – Pfade, Wanderungen und Erkundungen, die in drei Dimensionen materialisiert werden. Der Prozess selbst ist integraler Bestandteil des Endergebnisses; Carapiiente betont die kollektive Produktion, das Überwinden technischer Herausforderungen und das Anerkennen der soziohistorischen Hindernisse, die ihren gewählten Materialien innewohnen. Sie scheut sich nicht davor, die Stadien der Schöpfung zu offenbaren, und feiert dabei die Unvollkommenheiten und Komplexitäten, die auf diesem Weg entstehen.

Ahnentechnologien und geopolitische Debatten: Erweiterung des Diskurses

Carapiás Werk ist tief in Bahia verwurzelt, reicht aber weit über regionale Grenzen hinaus und setzt sich mit breiteren geopolitischen Debatten über Erinnerung, prekäre Ökonomien, sexuellen Dissens und die Machtdynamik zwischen Rede und Wort auseinander. Ihre Forschung vertieft sich in ahnengebundene Technologien – traditionelle Metallverarbeitungstechniken, die über Generationen weitergegeben wurden – und sucht den Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Bei dieser Erkundung geht es nicht nur um die Bewahrung des kulturellen Erbes; es geht darum, das immanente Wissen innerhalb dieser Praktiken anzuerkennen und dominante Narrative von Fortschritt und Innovation herauszufordern. Ihre Teilnahme an bedeutenden Ausstellungen wie der 3. Trienal of Art des SESC – „O rio é uma serpente“, der 31. Ausstellungscycles im Centro Cultural São Paulo und der 36. Bienale von São Paulo unterstreicht ihre wachsende Anerkennung innerhalb der internationalen Kunstgemeinschaft.

Wandernadelpalmen und mobile Fundamente: Ein zeitgenössisches Vermächtnis

Carapiás jüngste Arbeiten, beispielhaft dargestellt in ihrer Präsentation auf der 36. Bienale von São Paulo, zeigen eine faszinierende Auseinandersetzung mit der Wanderpalme (*Socratea exorrhiza*). Dieser bemerkenswerte Baum, dessen Luftwurzeln sich auf der Suche nach Sonnenlicht und Nährstoffen bewegen, dient als kraftvolle Metapher für Resilienz, Anpassung und mobile Fundamente. Die Künstlerin zieht Parallelen zwischen den dynamischen Wachstumsmustern des Baumes und ihrem eigenen künstlerischen Prozess – ein ständiges Aushandeln zwischen der Verankerung im ancestralen Boden und dem Ergreifen des Flugs. Durch Skulpturen und Zeichnungen, die vom Wurzelsystem der Wanderpalme inspiriert sind, lädt Carapiá die Betrachter ein, über die Komplexität einer Existenz in Bewegung nachzusinnen, wobei sie eine „Leichtigkeit der Bewegung trotz des unentrinnbaren Gewichts des Materials“ betont. Ihr Werk ist nicht nur ein ästhetisches Statement, sondern eine philosophische Untersuchung – ein Aufruf zum Verständnis, dass es keinen Widerspruch zwischen der Ehrung der Vergangenheit und dem Ergreifen der Möglichkeiten der Zukunft gibt. Vertreten durch die Galeria Leme, setzt Rebeca Carapiá weiterhin neue Maßstäbe und schmiedet eine einzigartige künstlerische Sprache, die sowohl intellektuelle Strenge als auch emotionale Tiefe besitzt.