Peter Vilhelm Carl Kyhn: Ein Dänischer Landschaftsmaler
- Geboren: Kopenhagen, Dänemark (1819)
- Gestorben: 1903
Frühes Leben und Künstlerische Ausbildung
Peter Vilhelm Carl Kyhn wurde in Kopenhagen als Sohn von Carl Gottlieb Kyhn und Sara Marie geboren. Sein Vater ermutigte seine künstlerischen Ambitionen zunächst nicht, was dazu führte, dass er zuerst in einem Geschäftsbüro ausgebildet wurde. Als Kompromiss durfte er jedoch bei dem Kupferstecher Georg Hoffmann studieren, wo er Techniken lernte, die sich später für seine Radierarbeiten als nützlich erwiesen.
1836 begann Kyhn sein Studium an der Königlichen Dänischen Akademie der Schönen Künste. Er durchlief verschiedene Schulen innerhalb der Akademie, darunter das Malen von Stuckmodellen und Modellmalerei. Seine Lehrer, Christoffer Wilhelm Eckersberg und J. L. Lund, vermittelten ihm eine klassische Grundlage. Niels Lauritz Høyen, ein weiterer einflussreicher Lehrer und Kunstkritiker, förderte die Entwicklung einer einzigartigen dänischen künstlerischen Identität. Die Ideen von N. F. S. Grundtvig inspirierten Kyhn ebenfalls zu seiner Hinwendung zum Nationalromantik.
Entwicklung als Landschaftsmaler & Nationalromantik
Kyhn widmete sich zunächst der Figurengestaltung, widmete sich aber letztendlich der Landschaftsmalerei, die zu dieser Zeit in der dänischen Kunst an Bedeutung gewann. Seine erste ausgestellte Landschaft "Et bornholmsk strandparti" ("Eine Ansicht des Strandes von Bornholm"), die von der Dänischen Königlichen Gemäldesammlung erworben wurde, demonstrierte sein aufkommendes Talent.
Kyhns Werk wurde mit der nationalromantischen Bewegung in Verbindung gebracht, die Themen der dänischen Identität und Natur betonte. Er erhielt 1948 ein Reisestipendium, verzögerte seine Reisen jedoch aufgrund politischer Unruhen. Seine Reisen durch die Niederlande, Belgien, Paris und Italien (1850-1851) beeinflussten seinen Stil, führten aber nicht zu umfangreichen Landschaftsgemälden aus diesen Regionen.
Künstlerische Merkmale & Entwicklung
- Frühe Landschaften: Konzentrierten sich auf direkte Studien der Natur und zeigten eine wachsende Fähigkeit.
- Reifer Stil: Charakterisiert durch eindringliche Darstellungen dänischer Landschaften, insbesondere Szenen mit spätsommerlichem Abendlicht. Gemälde wie "efter solnedgang i udkanten af en landsby" ("nach Sonnenuntergang am Rande eines Dorfes") und "sildig sommeraften ved himmelbjærget" ("später Sommerabend in der Nähe von Himmelbjerget") sind typisch für diese Periode.
- Plein-Air-Malerei: Kyhn begann, im Freien zu malen, ein relativ neuer Ansatz zu dieser Zeit, wahrscheinlich während seiner Sommer am Himmelbjerget.
- Themenwahl: Während er für Küstenszenen und Wälder bekannt ist, porträtierte er auch die flachen Prärien von Jütland und ebnete damit den Weg für andere Künstler, diesen typisch dänischen Landschaftstyp zu akzeptieren.
Lehre & Vermächtnis
Kyhn spielte eine bedeutende Rolle in der Kunstausbildung und unterrichtete ab den 1850er Jahren an der Zeichenschule und der Malerschule. Er wurde 1870 Mitglied der Königlichen Dänischen Akademie.
- Künstlerische Organisationen: Er war an der Gründung des Dänischen Radiervereins (Den danske Radeerforening) im Jahr 1853 beteiligt und war Mitglied verschiedener Ausstellungskommissionen.
- Einfluss: Kyhns Hingabe an die Darstellung der dänischen Landschaft, seine Pionierarbeit bei der Verwendung von Plein-Air-Maltechniken und sein Engagement für die Kunstausbildung festigten seinen Platz als eine wichtige Figur in der dänischen Kunstgeschichte. Er trug dazu bei, die Brücke zwischen dem Dänischen Goldenen Zeitalter und modernen künstlerischen Entwicklungen zu schliessen.
Er wird für seinen Beitrag zur Etablierung eines unverwechselbaren dänischen Landschaftsstils und für die Förderung einer neuen Generation von Künstlern durch sein Lehren in Erinnerung behalten.


