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Per Kirkeby

Kurzbiografie

  • Born: 1938, Kopenhagen, Dänemark
  • Museums on APS:
    • ALBERTINA KLOSTERNEUBURG
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  • Copyright status: Under copyright
  • Art period: Moderne
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  • Top-ranked work: Lav Mane
  • Top 3 works:
    • Lav Mane
    • Missing the World
    • No title
  • Works on APS: 9
  • Nationality: Dänemark

Kunst-Quiz

Jede Frage hat nur eine richtige Antwort.

Frage 1:
Per Kirkeby studierte zunächst welche Disziplin an der Universität Kopenhagen?
Frage 2:
Welche Expedition in die Arktis hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf Kirkebys künstlerische Vision?
Frage 3:
In welchem Jahrzehnt begann Kirkeby seine Arbeit in der experimentellen Kunstschule in Kopenhagen?
Frage 4:
Welche architektonische Stilrichtung beeinflusste Kirkebys Brick-Skulpturen?
Frage 5:
Welche der folgenden Kunstformen umfasste Kirkeby neben Malerei und Skulptur?

Per Kirkeby: Ein Geologs’ Paletten – Formung von Landschaften des Geistes

Geboren in Kopenhagen, Dänemark, am 1. September 1938, etablierte sich Per Kirkeby als eine Schlüsselfigur der dänischen Kunstszene und darüber hinaus. Seine frühe Lebensphase, geprägt von dem Hintergrund seines Vaters als Ingenieur und seiner Mutter im Bildungsbereich, legte den Grundstein für seine intellektuelle Neugierde, die sein facettenreiches künstlerisches Schaffen maßgeblich beeinflusste. Zunächst studierte Kirkeby Naturgeschichte an der Universität Kopenhagen, doch seine Faszination für Geologie entwickelte sich schnell zu einer zentralen Identitätskomponente – sowohl als Wissenschaftler als auch als Künstler. Diese Überschneidung zwischen akribischer Beobachtung geologischer Prozesse und dem expressiven Darstellen dieser Beobachtungen prägte seinen einzigartigen Œuvrecharakter.

Kirkebys künstlerische Reise begann 1962 mit seiner Aufnahme in die einflussreiche “eks-skolen” (Experimentelle Kunstschule) in Kopenhagen. Diese Umgebung, geprägt von einem Geist der Experimentierfreude und einer Ablehnung traditioneller Kunstkonventionen, bot ideale Bedingungen für seine Entwicklung. Er übernahm frühzeitig vielfältige Medien – Malerei, Grafik, Film, Performancekunst – und demonstrierte damit eine frühe Bereitschaft, Grenzen zu überschreiten und unkonventionelle Ansätze zu verfolgen. Die Betonung der Konzeptualismus durch die Fluxus-Bewegung und deren Verschwimmen der Grenzen zwischen Kunst und Leben resonierte tief in Kirkebys Wunsch, Beobachtung und Erfahrung in seine Arbeit zu integrieren.

Die Geologie im Inneren: Einflüsse und Frühe Werke

Kirkebys künstlerische Vision wurzelte tief in seinem intensiven Engagement mit der Geologie, insbesondere den Landschaften Grönlands. Seine Expeditionen auf Peary Island in den späten 1950er Jahren führten zu einer transformativen Erfahrung, die ihn mit einer tiefgreifenden Wertschätzung für die immensen Zeitskalen im Zusammenhang mit geologischen Prozessen – die langsame, unerbittliche Kraft, die unsere Planetenoberfläche formt – einleben ließ. Diese Erkenntnis spiegelte sich in seiner Kunst wider durch geschichtete Kompositionen und suggestive Bilder, die das Gedächtnis der Erde widerspiegelten.

Seine frühen Gemälde, entstanden in den 1960er Jahren, zeichnen sich oft durch eine lebendige, fast Pop-Art-beeinflusste Ästhetik aus. Durch den Einsatz verschiedener Techniken wie Ölmalerei und Collagen schuf er dynamische Kompositionen, die von Comicbüchern und anderen populären visuellen Formen inspiriert waren. Unter dieser sichtbaren Oberfläche verbarg sich jedoch eine tiefere Auseinandersetzung mit geologischen Prinzipien – ein Bestreben, die Essenz natürlicher Strukturen und Prozesse einzufangen. Die Einflüsse von Künstlern wie Piet Mondrian und Mark Rothko sind in seinen frühen Werken erkennbar, doch er entwickelte schnell einen eigenen Stil, der Abstraktion mit einer unmittelbaren Verbindung zur natürlichen Welt verband.

Erweiterung Horizonten: Skulptur, Film und Konzeptuelle Erkundungen

Mit der Weiterentwicklung seines künstlerischen Schaffens erweiterte Kirkeby sein Schaffen über die Malerei hinaus in die Skulptur, den Film, die Poesie und das Schreiben. Seine Skulpturen zeigten eine Faszination für Form, Struktur und die Beziehung zwischen menschlicher Schöpfung und natürlichen Prozessen. Die hausähnlichen Formen auf der Insel Læsø Island dienten beispielsweise als Meditation über Schutz und ein Kommentar zur dauerhaften Präsenz geologischer Kräfte.

Kirkebys Ausflüge in den Film festigten sein Engagement für interdisziplinäre Erkundungen. Er arbeitete mit dem Filmemacher Lars von Trier an mehreren Projekten zusammen und trug visuelle Elemente bei, die die thematischen Schwerpunkte der Filme unterstrichen. Seine Gedichte und Essays erforschten Themen wie Landschaft, Zeit und menschliche Erfahrung und boten eine intime Perspektive auf seine künstlerische Vision.

Anerkennung und Vermächtnis

Kirkebys Werk erlangte im Laufe seiner Karriere internationale Anerkennung, mit Ausstellungen in renommierten Institutionen wie der Tate in London, dem Metropolitan Museum of Art und MoMA in New York sowie dem Centre Pompidou in Paris. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Kunstpreis der NORD/LB im Jahr 1990 und den Coutts Contemporary Art Foundation Award im Jahr 1996. 1982 wurde er zum Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe ernannt.

Trotz einer schweren Gehirnverletzung, die 2013 erlitten wurde und zu seiner Entscheidung führte, die Malerei aufzugeben, lebt Kirkebys Vermächtnis weiter. Seine Werke werden weiterhin ausgestellt und studiert weltweit und werden für ihre einzigartige Synthese von geologischer Beobachtung, künstlerischem Ausdruck und konzeptueller Erkundung gefeiert. Er bleibt eine zentrale Figur der zeitgenössischen Kunst und demonstriert die Kraft des Kunstbegriffs, sich mit grundlegenden Fragen unserer Existenz in Bezug auf die natürliche Welt auseinanderzusetzen. Er starb am 9. Mai 2018 und hinterließ ein Werk, das weiterhin Staunen und Kontemplation hervorruft.