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Paolo Fiammingo

1540 - 1596

Kurzbiografie

  • Copyright status: Public domain
  • Lifespan: 56 years
  • Art period: Renaissance
  • Died: 1596
  • Born: 1540, Antwerpen, Belgien
  • Museums on APS:
    • Szépművészeti Múzeum
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  • Top-ranked work: Apollo and Poseidon Punishing Troy
  • Works on APS: 1
  • Top 3 works: Apollo and Poseidon Punishing Troy
  • Nationality: Belgien
  • Also known as:
    • Pauwels Franck
    • Paolo Franceschi

Pauwels Franck, in Italien bekannt als Paolo Fiammingo oder Paolo Franceschi (ca. 1540–1596), war ein flämischer Maler, dessen Schaffen vor allem durch Landschaften mit mythologischen, allegorischen und religiösen Szenen geprägt ist, die er während seines Lebens in Venedig entfaltete.
Über die frühen Jahre und die Ausbildung von Pauwels Franck sind keine konkreten Details überliefert. Er wurde vermutlich um 1540 geboren, wobei sein Geburtsort unbekannt bleibt; im Jahr 1561 trat er der Antwerpener Lukasgilde bei.
Die genauen Daten und Einzelheiten seiner Reise nach Italien sind ebenfalls nicht bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass er über Florenz reiste, wo er mit Künstlern in Berührung kam, die im Studiolo von Francesco I. de' Medici, dem Großherzgesch der Toskana, tätig waren. Ab 1573 ist er in Venedig dokumentiert, doch höchstwahrscheinlich war er bereits in den 1560er Jahren als Assistent in der Werkstatt Tintorettos präsent. In Venedig stand er vermutlich im Austausch mit seinem Landsmann Lodewijk Toeput, der ebenfalls in der Werkstatt Tintorettos arbeitete – ein Zusammentreffen der beiden Künstler in dieser berühmten Ateliersituation ist sehr wahrscheinlich.
Von 1584 bis zu seinem Tod war der Künstler in der Malerzunft von Venedig eingetragen. In Italien erlangte er unter dem Namen Paolo Fiammingo („Paul der Flämische“) Berühmtheit. Er lebte und arbeitete für den Rest seiner Karriere in Venedig, wo er ein erfolgreiches Atelier eröffnete, das Aufträge aus ganz Europa anzog.
Zu seinen internationalen Auftraggebern gehörte unter anderem Hans Fugger (1531–1598), der Erbe einer bedeutenden deutschen Bankdynastie. Im Jahr 1580 beauftragte Fugger ihn mit der Schaffung mehrerer Gemäldeserien zur Dekoration von Schloss Kirchheim in Württemberg bei Augsburg, der Sommerresidenz der Familie Fugger. Während Paolo Fiammingo in den 1580er Jahren eine Vielzahl von Werken für die Fugger produzierte, scheint er zeitgleich mehrere Versionen vieler Kompositionen angefertigt zu haben, was darauf hindeutet, dass er zu dieser Zeit eine beachtliche Werkstatt leitete.
Obwohl der Künstler auch religiöse Landschaften malte, ist er vor allem für seine allegorischen und mythologischen Szenen bekannt. Letztere waren von Giorgione inspiriert, wurden jedoch von Franck mit einer venezianischen Sanftheit und Anmut interpretiert und in traumähnliche Landschaften gebettet. Diese Landschaftsdarstellungen antizipieren die italienisch-flämische Schule, die später mit Paul Bril und Jan Brueg_l dem Älteren assoziiert wird. Ein eindrucksvolles Beispiel hierfür ist die Landschaft mit der Vertreibung der Harpyien (National Gallery London, 1592–96).
Die Familie Fugger erteilte Paolo Fiammingo verschiedene Aufträge für die Ausstattung ihres neuen Schlosses Kirchheim. Man geht davon aus, dass er insgesamt 37 Leinwände für die Fugger schuf. Im Jahr 2007 befanden sich 18 dieser Werke noch im Besitz der Familie, 8 in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München und ein Gemälde in einer Privatsammlung. Die meisten dieser Bilder blieben lange Zeit als Einheit erhalten, auch wenn ab dem 17. Jahrhundert eine gewisse Zerstreuung einsetzte. Fotografien aus dem Ende des 19. Jahrhunderts dienen heute als wichtige Quelle, um das Werk Francks zu verstehen, da einige Werke der einstigen Fugger-Sammlung jüngst auf Auktionen wieder auftauchten.
Ein bedeutender Auftrag der Fugger zwischen 1580 und 1592 war eine Serie von zwölf Werken, die die vier Zeitalter der Menschheit darstellen. Die Ikonografie dieser Serie leitet sich aus Ovids *Metamorphosen* ab, welche beschreibt, wie das irdische Paradies des Goldenen Zeitalters über das Silberne und Bronzezeit in den Streit und die Gier des kriegerischen Eisenzeitalters absinkt.
Eine weitere Serie für die Fugger stellte die Planeten dar, wobei die sieben Planeten repräsentiert wurden. Abgeschlossen wurde diese Reihe durch eine Komposition über den Triumph der Tugenden über die Laster (Sotheby's Auktion in London am 6. Juli 2011). Im Vordergrund liegen vier nackte, teils gefesselte Frauenfiguren auf Säcken und Truhen, begleitet von einem grimmig blickenden Hund und einer Katze. Diese Gruppe der Laster ist von den Personifikationen vierer Tugenden sowie fünf Philosophen oder Heiligen umgeben. Eine weitere weibliche Figur mit entblößter Brust, die auf einer Wolke ruht, beobachtet einen Topf, aus dem Rauch aufsteigt; sie hält zudem einen Zirkel und eine Waage. Die Komposition stellt den Triumph der Tugenden über die Laster als einen Prozess gegen Verräter dar.
Eine Serie von Allegorien der vier Elemente für die Fugger ist verloren gegangen, doch andere Serien und Kopien dieser Allegorien existieren noch. Ein vollständiger Satz wurde am 5. Dezember 2007 bei Sotheby's versteigert. Ein weiteres allegorisches Thema des Künstlers sind die vier Jahreszeiten; ein Set befindet sich in der Sammlung des Prado und illustriert, wie für diese Art von Werken üblich, die menschlichen Aktivitäten, die mit jeder Jahreszeit verbunden sind.
Zu seinen Meisterwerken zählen die vier Allegorien der Liebe (Kunsthistorisches Museum Wien, ca. 1585), darunter *Amore Lethe*, *Die Strafe der Liebe*, *Die erwiderte Liebe* und *Die Liebe im Goldenen Zeitalter*. Letztere beiden Werke wurden durch Stiche von Agostino Carracci rasch bekannt. Es ist durchaus möglich, dass Carraccis Reproduktion der „Liebe im Goldenen Zeitalter“ die Inspiration für Matisses *Le Bonheur de Vivre* (Das Glück des Lebens) war.

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