Frühes Leben und Ausbildung (1438–1470)
- Geburtsort: Forlì, Italien
- Daten: Geboren um 1438 – Gestorben November 1494
- Familienhintergrund: Vermutlich aus einer wohlhabenden Familie namens Ambrosi in Forlì.
- Frühe Ausbildung: Einzelheiten sind spärlich; es wird vermutet, dass er von der forliesischen Kunstschule beeinflusst wurde, insbesondere von Ansuino da Forlì, die beide von Andrea Mantegna beeinflusst wurden.
- Mögliche Lehrzeit: Einige Berichte deuten darauf hin, dass er möglicherweise als Gehilfe und Farbmüller für Meistermaler gearbeitet hat.
- Frühe Erwähnungen: Dokumentiert zum ersten Mal zwischen 1460 und 1464 in Forlì.
Römische Periode und künstlerische Entwicklung (1470–1484)
- Zusammenarbeit mit Antoniazzo Romano: Um 1472-1474 malte er Fresken in der Bessarione-Kapelle in Rom zusammen mit Antoniazzo Romano.
- Einfluss von Piero della Francesca: Während seines Aufenthalts in Urbino (wahrscheinlich zwischen 1465 und 1474) wurde Melozzo stark vom Stil und den Perspektivtechniken Pieros della Francescas beeinflusst.
- Architekturstudien: Er studierte Architektur unter Bramante und beobachtete die Arbeit flämischer Maler, die für Herzog Federico da Montefeltro in Urbino arbeiteten.
- Wichtige Werke in Rom:
- Weihe von Platina zum Bibliothekar (ca. 1477) – Jetzt im Pinacoteca Vaticana.
- Fresken am Palazzo Altemps (entworfen von Melozzo, erbaut für Girolamo Riario).
- Teilnahme an der Akademie des Heiligen Lukas (gegründet 1478).
- Innovative Verkürzung: Sein Fresko mit der Himmelfahrt Christi in der Basilika dei Santi Apostoli demonstrierte seine Meisterschaft in der Verkürzung, einer Technik, die spätere Künstler maßgeblich beeinflusste.
Spätere Karriere und künstlerischer Stil (1484–1494)
- Umzug nach Loreto: Nach dem Tod von Sixtus IV. im Jahr 1484 zog Melozzo nach Loreto und malte das Fresko in der Kuppel der Sakristei von San Marco in der Basilika della Santa Casa.
- Einfluss auf Mantegna: Die Kuppeldekorierung in Loreto beeinflusste Pietro da Cortona und Andrea Mantegnas *Camera degli Sposi* maßgeblich.
- Rückkehr nach Rom (1489): Er kehrte nach Rom zurück und entwarf Cartoons für Mosaike in der Kapelle des Heiligen Helena.
- Säkulares Werk: Das Fresko „Pestapepe“ in Forlì, das einen Gemüsehändler darstellt, ist sein einziges bekanntes weltliches Motiv und demonstriert einen realistischen Stil.
- Letzte Jahre: Er kehrte nach Forlì zurück und arbeitete mit Marco Palmezzano zusammen, um die Feo-Kapelle zu dekorieren, bevor er im November 1494 starb.
Künstlerische Bedeutung und Vermächtnis
- Meister der Perspektive: Melozzo da Forlì wird in erster Linie für seine innovative Verwendung der Perspektive, insbesondere der Verkürzung, anerkannt, die seine Fresken mit einer Tiefe und einem Realismus erfüllte.
- Einfluss auf Renaissance-Meister: Seine Arbeit beeinflusste maßgeblich Künstler wie Raffael und Donato Bramante.
- Verbindung zu Mantegna: Gemeinsame stilistische Elemente und Einflüsse mit Andrea Mantegna, die eine gemeinsame künstlerische Linie innerhalb der italienischen Renaissance demonstrieren.
- Schüler Marco Palmezzano: Begleitete Marco Palmezzano, der in einem ähnlichen Stil fortfuhr.
- Beitrag zur Freskomalerei: Er leistete bedeutende Beiträge zur Entwicklung von Freskomaltechniken während der Renaissance.


