Maurice Sterne: Leben und Vermächtnis
Frühes Leben und Ausbildung
- Geburt: 18. August 1878, in Liepāja (Libau), Lettland.
- Sterne war das jüngste von fünf Kindern einer orthodox-jüdischen Familie innerhalb des Russischen Reiches.
- Nach dem Tod seines Vaters veranlassten die Familie einen Umzug nach Moskau, wurden aber später gezwungen, 1889 in die Vereinigten Staaten nach New York City zu emigrieren.
- Ausbildung: Sterne begann seine künstlerische Ausbildung als Zeichner und Maler. Er studierte bei Alfred Maurer und Thomas Eakins an der National Academy of Design in den späten 1890er Jahren.
Künstlerische Entwicklung und Einflüsse
- Anfangs als Maler tätig, zeichneten Sterne’s Arbeiten durch ihre skulpturalen Qualitäten – Volumen und Gewicht – auf sich.
- Frühe Reisen: Er reiste weite Teile Europas und des Fernen Ostens ab, wodurch sich seine künstlerischen Horizonte erweiterten.
- Griechische Inspiration (1908): Eine entscheidende Reise nach Griechenland führte ihn mit archaischen griechischen Statuen in Kontakt und beeinflusste seinen Ansatz als Bildhauer maßgeblich.
- Bali-Periode (1911-1914): Sterne und sein Freund Karli Sohn-Rethel verbrachten Zeit in Indien, im Fernen Osten und insbesondere in Bali, wo sie malten und skizzierten. Diese Periode prägte seinen späteren künstlerischen Stil maßgeblich.
New Mexico und Etablierung eines Rufs
- Taos Art Colony (1916-1918): Sterne zog auf Vorschlag von Paul Burlin nach New Mexico und wurde Teil der lebendigen Taos Kunstkolonie.
- Ehe mit Mabel Dodge Luhan: Er heiratete die Philanthropin Mabel Dodge Luhan 1916, eine Beziehung, die ihn in die künstlerischen und gesellschaftlichen Kreise dieser Zeit hineinführte. Sie trennten sich 1923.
- Anerkennung (1926-1933): Eine Ausstellung im Scott and Fowles Gallery im Jahr 1926, gefolgt von einer Retrospektive im Museum of Modern Art im Jahr 1933, festigte seinen Ruf als bedeutender modernistischer Künstler.
Spätere Karriere und Leistungen
- Lehre & West Coast (Mitte der 1930er Jahre): Sterne lebte in San Francisco und lehrte an der California School of Fine Arts.
- Studio an der Ostküste (1945): Er gründete ein Atelier in Mount Kisco, New York, nach seiner Rückkehr an die Ostküste.
- American Academy of Arts and Letters (1938): Sterne wurde in diese prestigeträchtige Institution gewählt.
- U.S. Commission of Fine Arts (1945-1950): Er diente auf diesem Gremium und trug zum ästhetischen Erscheinungsbild von Washington D.C. bei.
- Öffentliche Werke: Sterne schuf Wandmalereien für die Bibliothek des Justizministeriums in Washington, D.C.
Vermächtnis und historische Bedeutung
- Museumsbesitz: Seine Werke befinden sich in bedeutenden Museen, darunter das Metropolitan Museum of Art, das Art Institute of Chicago, die Corcoran Gallery of Art und die Phillips Collection.
- Wettbewerb um die „Pionierin“-Statue (1927): Sterne wurde mit zwölf Bildhauern eingeladen, sich um die Wettbewerbsausschreibung für die Statue der Pionierin zu bewerben, konnte den Preis aber nicht gewinnen.
- Tod: Maurice Sterne starb am 23. Juli 1957 in Mount Kisco, New York.
- Sterne’s Werk repräsentiert eine faszinierende Mischung aus Einflüssen – von klassischer Skulptur bis hin zu Balinesischer Kunst und moderner Sensibilität. Er bleibt eine bemerkenswerte Figur der amerikanischen Kunstgeschichte, insbesondere für seine Beiträge zur Entwicklung der modernen Bildhauerei und Malerei.


