Martino Altomonte: Ein Leben in der Barockkunst
- Geboren: Neapel, Italien (1657)
- Gestorben: 1745
- Andere Namen: Johann Martin Hohenberg
Martino Altomonte, geboren als Johann Martin Hohenberg, war ein bedeutender italienischer Barockmaler mit österreichischem Hintergrund. Seine Karriere erstreckte sich über Polen und Österreich und hinterließ ein Erbe aus lebendigen Schlachtenszenen, königlichen Porträts und beeindruckenden Altarbildern, die die künstlerischen Strömungen seiner Zeit widerspiegeln.
Frühes Leben und Ausbildung
- Familienhintergrund: Altomontes Vater, Michael Hohenberg, wanderte aus Tirol nach Neapel aus.
- Ausbildung in Rom: Im Alter von 15 Jahren wurde er bei Giovanni Battista Gaulli (Baciccio) in Rom in die Lehre gegeben, einer führenden Figur der monumentalen Barockmalerei.
- Weiteres Studium: Später bildete er sich bei Carlo Maratti weiter, einem weiteren bedeutenden römischen Maler, der für seine klassischen Einflüsse bekannt ist.
- Namensänderung: Im Jahr 1684, als er Hofmaler von Johann III. Sobieski, König von Polen, wurde, nahm er den Namen Altomonte an.
Karriere in Polen und künstlerische Entwicklung
- Hofmaler: Als Hofmaler des Königs Johann III. Sobieski konzentrierte sich Altomonte hauptsächlich auf Schlachtbilder (insbesondere die Darstellung der Belagerung von Wien) und königliche Porträts.
- Religiöse Werke: Er schuf auch zahlreiche Altarbilder, von denen jedoch viele nicht erhalten geblieben sind.
- Früher Stil: Das erhaltene "Opfer des Abraham" (Diözesemuseum Tarnów) demonstriert Altomontes frühen Stil als „Anhänger der neapolitanischen Chiaroscuro-Malerei“.
- Sohns Karriere: Sein Sohn, Bartolomeo Altomonte, wurde ebenfalls Maler und wurde 1694 geboren.
Wien und die Entwicklung der Wiener Barock
- Umzug nach Wien: Um 1699-1702 zog Altomonte nach Wien um, wo er den Rest seiner Karriere verbrachte.
- Akademische Anerkennung: Im Jahr 1707 wurde er Mitglied der Akademie der bildenden Künste (Kunstakademie).
- Neue Favorita-Auftrag: Dies führte wahrscheinlich zu einem Auftrag zur Dekoration der Neuen Favorita, einem Anbau von Schloss Augarten.
- Synthese der Stile: Altomontes Ölmalereien aus dieser Zeit offenbaren einen einzigartigen Stil, der neapolitanische Chiaroscuro mit venezianischen Pastelltönen verbindet und so wesentlich zur Entwicklung der Wiener Barockmalerei beiträgt.
- Bemerkenswerte Werke in Wien: Er schuf Deckenmalereien für die Residenz des Erzbischofs in Salzburg (1709-10), Altarbilder für die Dorotheerkirche (1713), die Peterskirche und den Stephansdom (beide 1714), die Pfarre in Krems und die Deutschordenskirche in Ljubljana (beide 1715).
- Weitere Aufträge: Er malte Deckenfresken im Unteren Belvedere in Wien (1716).
Hauptwerke und Vermächtnis
- Alexander schneidet den Gordischen Knoten (1708) – Demonstriert seine Fähigkeit, dramatische historische Szenen darzustellen.
- Die Himmelfahrt Mariens (1737) – Ein bedeutendes Altarbild in der Stiftskirche Wilhering, das seine religiöse Kunstfertigkeit zeigt.
- Hochaltarbild (1738–40) der Ursulinenkirche Maria Schnee in Linz - Ein weiteres Beispiel für seine beeindruckende Altararbeit.
- Die Apotheose des St. Leopold (ca. 1750) – Ein späteres Werk, das seine kontinuierliche künstlerische Entwicklung widerspiegelt.
- Einfluss: Altomonte gilt als Pionier der Wiener Barockmalerei und schlägt die Brücke zwischen italienischen und österreichischen Kunsttraditionen. Seine Fähigkeit, neapolitanisches Drama mit venezianischer Farbe zu verbinden, schuf einen unverwechselbaren Stil, der nachfolgende Generationen von Künstlern beeinflusste.


