Joseph Mellor Hanson: Ein Leben in der modernen Abstraktion
Frühes Leben und Ausbildung
Joseph Mellor Hanson (1900-1963) war ein britischer Maler des Modernismus, der seine künstlerische Karriere der Erforschung der Figurenmalerei durch eine zunehmend abstrakte Perspektive widmete. Er wurde auf dem Familienhof in West Riding of Yorkshire, England, geboren und zeigte bereits im jungen Alter Interesse an Kunst. Mit fünfzehn begann er, Kunst zu studieren und nahm an Abendzeichnenkursen teil, um sich für die Zulassung zum Halifax Technical College vorzubereiten.
Hansons Talent brachte ihm mit neunzehn Jahren eine Mcrae-Stipendiumsvergabe ein, die seine weiteren Studien unterstützte. Er schloss sein Studium am Halifax Technical College 1924 ab und legte damit den Grundstein für weitere künstlerische Entwicklung im Ausland.
Pariser Einflüsse und künstlerische Entwicklung
Ein entscheidender Moment in Hansons Karriere war seine Auswanderung nach Paris im Jahr 1925. Er studierte bei Othon Friesz und wurde sein erster Schüler und später sein Assistent im Atelier. Diese Mentorschaft erwies sich als zutiefst einflussreich und prägte Hansons Herangehensweise an Farbe, Komposition und Abstraktion.
Bis 1928 hatte Hanson erhebliche Fortschritte gemacht und nahm an der Salon des Artistes Indépendants teil und hielt eine Soloeinrichtung in der Galerie “Mots et Images” ab. Während seiner Pariser Jahre (1925-1935) war er mit anderen wichtigen Figuren der Zeit verbunden, darunter Andre L’hôte, Fernand Léger, Jean Hélion und Amédée Ozenfant. Von 1927 bis 1935 arbeitete Hanson als Assistent von Ozenfant und unterstützte ihn bei der Ausführung von Wandmalereien und unterrichtete Schüler in seiner privaten Kunstakademie.
Rückkehr nach England und Übergang nach Amerika
Im Jahr 1935 kehrte Hanson nach England zurück. Nach einer kurzen Zeit in London lehrte er an einer kleinen Privatschule in Shropshire bis 1938. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs führte zu einer weiteren bedeutenden Umsiedlung; im Jahr 1939 ließ er sich in New York City nieder.
Hansons Karriere fand im amerikanischen Kunstbetrieb Fuß und 1945 begann er, an der Cornell University zu unterrichten. Er blieb dort bis zu seiner Pensionierung und wurde schließlich Professor für Kunst im College of Architecture, Art and Planning.
Künstlerischer Stil und Themen
Hansons Werk ist durch einen hochdisziplinierten Stil und ein Engagement für geometrische Abstraktion gekennzeichnet. Obwohl er sich an der Figuration orientierte, bewegten sich seine Gemälde allmählich in Richtung vereinfachter Formen und flacher Ebenen. Er erforschte Themen wie Stillleben, Porträts und die menschliche Figur und reduzierte diese oft auf wesentliche Formen und Farben.
- Geometrische Abstraktion: Ein Kernbestandteil von Hansons Stil, der strukturierte Kompositionen und nicht-repräsentative Formen betont.
- Figurenmalerei: Obwohl er sich an der Realität abstrahiert, blieb die menschliche Figur ein wiederkehrendes Motiv in seinem Werk.
- Einfluss des Art Deco: Hinweise auf ästhetische Elemente des Art Deco lassen sich in einigen seiner Kompositionen beobachten, insbesondere in der Verwendung stilisierter Formen und dekorativer Elemente.
Vermächtnis und wichtige Errungenschaften
Joseph Mellor Hanson hinterließ ein relativ kleines, aber bemerkenswertes Werk. Ein beträchtlicher Teil seiner Kunst wurde dem Andrew Dickson White Museum of Art (jetzt Herbert F. Johnson Museum of Art) an der Cornell University als Teil seines Testaments gespendet.
Seine künstlerischen Beiträge wurden durch eine Monografie weiter anerkannt, die 1962 von Paul Ziff bei Cornell University Press veröffentlicht wurde. Hansons Werk stellt eine wichtige Brücke zwischen europäischem Modernismus und amerikanischer Kunst dar und demonstriert den wechselseitigen Austausch von Ideen, der das 20. Jahrhundert prägte.
Historische Bedeutung
Joseph Mellor Hanson steht als Beweis für die dauernde Kraft moderner Prinzipien. Seine Hingabe an die Abstraktion, kombiniert mit seiner einzigartigen Mischung aus europäischen und amerikanischen Einflüssen, positioniert ihn als eine bemerkenswerte Figur in der Geschichte der Kunst des 20. Jahrhunderts. Obwohl er kein Haushaltsname ist, wird seine Arbeit weiterhin studiert und für ihre intellektuelle Strenge und ästhetischen Qualitäten geschätzt.


