John Wesley Jarvis: Ein Leben in der Porträtmalerei
- Geboren: South Shields, Großbritannien (1781)
- Gestorben: 1839
John Wesley Jarvis war ein bedeutender amerikanischer Porträtmaler des frühen 19. Jahrhunderts. Geboren in England und später mit seiner Familie nach Philadelphia eingewandert, entwickelte Jarvis eine bemerkenswerte Karriere, die sowohl von künstlerischem Talent als auch von einer exzentrischen Persönlichkeit geprägt war. Er ist besonders bekannt für seine Porträts führender Persönlichkeiten der Zeit des Krieges von 1812 und seine ausgedehnten Reisen durch die Vereinigten Staaten auf der Suche nach Aufträgen.
Frühes Leben und künstlerische Ausbildung
Jarvis’ Abstammung verband ihn mit der Methodistischen Bewegung, da er ein Verwandter von John Wesley war. Seine frühe künstlerische Ausbildung begann in Philadelphia, wo er regelmäßig das Atelier von Matthew Pratt besuchte, einem etablierten Porträtmaler der Kolonialzeit. Er begegnete auch Christian Gullager, einem dänischen Künstler, der in der Gegend tätig war. Eine entscheidende Phase seiner Entwicklung war seine Lehrzeit bei Edward Savage, einem englischen Graveur und Künstler. Während dieser Zeit arbeitete er auch mit David Edwin zusammen und verbesserte so seine Fähigkeiten im Bereich des Gravierens weiter. Im Jahr 1801 zog Jarvis zusammen mit Savage nach New York City um, was den Beginn seiner unabhängigen Karriere als Graveur markierte.
Partnerschaft mit Joseph Wood und Stilentwicklung
Im Jahr 1803 schloss Jarvis eine Partnerschaft mit Joseph Wood, die sieben Jahre lang bestand. Diese Zusammenarbeit erwies sich als entscheidend für die Erweiterung seines künstlerischen Repertoires. Gemeinsam produzierten sie Gravuren, Miniaturen und großformatige Porträts. Jarvis’ Geschicklichkeit in der Miniaturmalerei wurde von Edward Malbone gefördert, und während dieser Zeit begann er auch, mit Ölfarben zu experimentieren. Die Partnerschaft umfasste auch den Betrieb einer Zeichenschule und die Erstellung erschwinglicher Silhouettenporträts, was Jarvis' Vielseitigkeit und sein unternehmerisches Geschick demonstrierte. Sein wachsender Ruhm in New York City ging einher mit einem zunehmend exzentrischen Lebensstil, der später die Wahrnehmung seiner Arbeit beeinflussen sollte.
Reisen, Aufträge und bemerkenswerte Porträts
Jarvis’ Karriere umfasste ausgedehnte Reisen durch die Vereinigten Staaten. Er besuchte Baltimore, Charleston und New Orleans, wo er Porträts von bedeutenden Persönlichkeiten malte, darunter General Andrew Jackson. Seine Fähigkeit, hochkarätige Aufträge zu erhalten, war ein Beweis für sein Können und seinen Ruf. Einige bemerkenswerte Porträts sind:
- Samuel Chase
- John Jacob Astor
- John Armstrong
- John Randolph
- Mrs. William Thomas
- Porträt von Rachel Van der Beek
- Selbstporträt von John Wesley Jarvis
- Mrs. Robert Dickey (Anne Brown)
Er beschäftigte zu verschiedenen Zeiten in seiner Karriere auch Assistenten wie Thomas Sully und Henry Inman, was weiter zum künstlerischen Schaffen der Zeit beitrug.
Späteres Leben, Herausforderungen und Vermächtnis
Jarvis’ persönliches Leben war von sowohl Erfolg als auch Not geprägt. Er heiratete Betsy Burtis, doch sie starb vier Jahre später und hinterließ ihn mit zwei Kindern. Spätere Herausforderungen umfassten eine Klage seines ehemaligen Schülers John Quidor und den Verlust des Sorgerechts für seine Kinder in einem Gerichtsverfahren. Ein schlaganfall im Jahr 1834 während eines Aufenthalts in New Orleans beeinträchtigte seine Gesundheit und künstlerischen Fähigkeiten erheblich. Er verbrachte seine letzten Jahre in New York City, wo er von seiner Schwester betreut wurde, und starb in Armut. Trotz dieser Schwierigkeiten hinterließ Jarvis einen bedeutenden Werkkörper, der wertvolle Einblicke in die soziale und kulturelle Landschaft des frühen 19. Jahrhunderts in Amerika bietet. Seine Porträts befinden sich in Sammlungen wie der New York Historical Society und dem Metropolitan Museum of Art.


