Jaune Quick-To-See Smith: Ein Leben in Kunst und Aktivismus
Geboren im Jahr 1940 in der Saint Ignatius Mission, Montana, ist Jaune Quick-to-See Smith eine herausragende amerikanische Urmenschen Künstlerin und Kuratorin. Ihre facettenreiche Herkunft wurzelt in ihrer Mitgliedschaft im Confederated Salish and Kootenai Tribes, ergänzt durch Metis- und Shoshone-Verbindungen. Diese vielfältige Identität prägt ihre künstlerische Vision und die Themen, die sie behandelt. Das Aufwachsen in einer komplexen kulturellen Umgebung formte ihre Perspektive auf Fragen der Identität, Repräsentation und den Nachhall historischer Traumatisierungen.
Smiths künstlerischer Weg begann Mitte der 1970er Jahre und etablierte sich zunächst als Malerin und Grafikerin. Sie entwickelte jedoch kontinuierlich ihre Praxis weiter und erweiterte sie um Collage, Zeichnung und vielfältige Mixed-Media-Techniken. Ihr Stil zeichnet sich durch kräftige Farben, überlagerte Bilder und ein dynamisches Zusammenspiel von Texturen aus. Oft integriert sie Text, historische Dokumente und Fundstücke in ihre Werke, um komplexe Erzählungen zu schaffen, die etablierte Perspektiven in Frage stellen. Ihre Kunst ist mehr als nur ästhetisch ansprechend; sie ist eine kraftvolle Form der Geschichtenerzählung und des sozialen Kommentars.
Die Themen in Smiths Werk sind stets von kritischen Fragen umgeben, die sich mit der amerikanischen Urmenschen-Identität, der Geschichte der Unterdrückung, Umweltbedenken und politischem Aktivismus auseinandersetzen. Sie stützt sich stark auf eine Urmenschen-Weltanschauung und integriert traditionelles Wissen und Symbole in ihre zeitgenössischen Kreationen. Ihre künstlerischen Einflüsse sind vielfältig – von historischen Ereignissen und persönlichen Erfahrungen bis hin zum Werk anderer sozial engagierter Künstler. Die Landschaften Montanas und New Mexicos, wo sie seit langem lebt und arbeitet, dienen als bedeutende Inspirationsquellen, die sich in ihren Gemälden widerspiegeln.
Smiths frühe Werke spiegelten oft eine „Porträtierung“ ihres Pferdes Cheyenne wider, das mit Teepees, Werkzeugen, Tongefäßen und anderen indigenen Artefakten dargestellt wurde. Im Laufe der Jahre integrierte sie Collage-Elemente in ihre Gemälde – Calico- und Muselin-Stoffe sowie Drahtgitter –, wodurch Oberflächen entstanden, die eine Textur und Topographie aufwiesen, die an die Landschaften erinnerten, die sie darstellte. Smith ist Teil einer neuen Generation von amerikanischen Urmenschen Künstlern, die dazu beitragen, die Beziehung ihrer Kultur zur zeitgenössischen amerikanischen Gesellschaft und zu deren problematischer Vergangenheit neu zu definieren. Sie lebt und arbeitet in Albuquerque, in unmittelbarer Nähe zum Land, das ihre Kunst inspiriert.
Im Laufe ihrer Karriere hat Smith über 80 Solo-Ausstellungen organisiert und mehr als 30 Ausstellungen kuratiert, die sich mit der Arbeit indigener Künstler auseinandersetzen. Ihre Werke sind in bedeutenden Museen auf der ganzen Welt zu sehen, darunter das Museum of Modern Art (MoMA), das Whitney Museum of American Art, das Metropolitan Museum of Art, das Smithsonian American Art Museum und das National Museum of Women in the Arts. Ein besonderes Highlight war die Erwerbung ihres Gemäldes “I see red: target” (1992) durch die National Gallery of Art im Jahr 2020 – ein Meilenstein, der sie als erste amerikanische Urmenschen Künstlerin in dieser renommierten Sammlung etablierte. Smith ist eine wichtige Stimme in der Kunstwelt und setzt sich weiterhin für kulturelle Repräsentation und soziale Gerechtigkeit ein.
Jaune Quick-to-See Smith ist nicht nur eine talentierte Künstlerin, sondern auch eine engagierte Aktivistin, Lehrerin und Kuratorin. Ihre Arbeit trägt dazu bei, die Perspektiven indigener Gemeinschaften zu stärken und das Bewusstsein für wichtige soziale und ökologische Themen zu schärfen.


