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Gillis Coignet

1538 - 1599

Kurzbiografie

  • Copyright status: Public domain
  • Lifespan: 61 years
  • Nationality: Belgien
  • Top-ranked work: Pierson La Hues
  • Art period: Renaissance
  • Works on APS: 1
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  • Museums on APS:
    • Koninklijk Museum voor Schone Kunsten
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  • Top 3 works: Pierson La Hues
  • Died: 1599
  • Also known as:
    • Gillis Congnet
    • Gillis Coignet Der Ältere
  • Born: 1538, Antwerpen, Belgien

Gillis Coignet, auch bekannt als Congnet oder Quiniet, war ein flämischer Maler der Renaissance, dessen Werk tief von der italienischen Ästhetik geprägt war. Während er historische und mythologische Themen im Tafelformat malte, errang er seine größte künstlerische Blüte in der Darstellung von Landschaften sowie in jenen atmosphärischen Szenen, die durch das sanfte Licht von Kerzen oder den silbernen Schein des Mondes beleuchtet wurden. Sein lutherischer Glaube begleitete ihn durch ein bewegtes Leben und beeinflusste vermutlich seine Wanderungen von Antwerpen über Amsterdam bis nach Hamburg. Den Großteil der 1560er Jahre verbrachte er in Italien, einer Reise, die sein künstlerisches Schaffen nachhaltig prägte.
Geboren wurde Gillis in Antwerpen als Sohn des wissenschaftlichen Instrumentenmachers Gillis dem Älteren und Brigitta Anthonis. Aus den Zertifizierungsbüchern der Stadt Antwerpen lässt sich sein Alter rekonstruieren: 1579 gab er sich als 3 37-Jähriger aus, während er 1586 ein Alter von 43 Jahren angab, was auf eine Geburt um das Jahr 1542 hindeutet – vermutlich zwischen April und September dieses Jahres. Ein persönliches Schicksal, das ihm einen bleibenden Spitznamen einbrachte, war ein großer, behaarter Leberfleck in seinem Gesicht, weshalb er als Gillis met de vlek (Gillis mit dem Fleck) bekannt war. Seine künstlerische Ausbildung begann er als Lehrling bei Lambrecht Wenslyns, und die Chroniken von Van Mander bestätigen, dass er eine Zeit lang beim Kunsthändler Anthony Palerme lebte. Tatsächlich bezeugte Palerme im Jahr 1586, dass Gillis bereits bei ihm wohnte, als dessen Eltern noch am Leben waren, also vor 1562. Im Jahr 1561 wurde er schließlich als Meister in die Lukasgilde aufgenommen.
In der zweiten Hälfte der 1560er Jahre durchstreifte er Italien und besuchte bedeutende Zentren wie Florenz, Rom, Neapel und Sizilien. Die florentinische Accademia del Disegno verzeichnete den flämischen Maler Giulio Cognietta als Teilnehmer einer Versammlung am 16. Januar 1568. In Terni (Umbrien) arbeitete er gemeinsam mit einem Maler namens Stello an Fresken und einem Altar im Freskostil. Laut Van Mander war Stello ebenfalls Flämisch; die Kunsthistorikerin Nicole Dacos identifiziert ihn als Mitglied der Malerfamilie Stellaert aus Mechelen. Beide Künstler werden in Dokumenten als Teil einer Gruppe von Dekorationsmalern erwähnt, die den Salon der Villa d'Este unter der Aufsicht von Federico Zuccaro schmückten und auch an einer prachtvollen Groteske im Palazzo Giocosi arbeiteten. Offenbar fand Gillis auch bei Francesco de' Medici Anklang.
Nach 1570 kehrte er nach Antwerpen zurück, wo er selbst mehrere Lehrlinge ausbildete. Im Juli 1571 schrieb der Maler Willem van den Bosch sogar an den Herzog von Alba, dass Gillis den Wunsch hege, in dessen Dienst zu treten.
Privat war Gillis mit Magdalena de Kempeneer verheiratet, wobei unklar bleibt, ob die Ehe vor oder nach seiner Italienreise geschlossen wurde. Das Paar hatte eine Tochter, Juliana (gestorben um 1616).
Gegen Ende der 1570er Jahre bewohnten sie das Haus „de Hove van de Jonge Voetboog“, das der St.-Georgs-Gilde gehörte. Im März 1580 erwarben er und seine Frau das lebenslange Nutzungsrecht an diesem Haus in der Schuttershofstraat für 750 Gulden – unter der Bedingung, dass die Gildenmitglieder jederzeit den dortigen Kegelplatz nutzen durften.
Die finanzielle Lage der Familie Coignet war wohlhabend; so wurde ihre monatliche Abgabe für eine Sondersteuer zur Verteidigung gegen die Spanier mit 2 Gulden und 10 Stuiver beziffert. Zu dieser Zeit galt Gillis als Martinist, also als Lutheraner.
Im Jahr 1581 trat Gillis der Armenkasse der Lukasgilde bei, einer Institution, die 1538 gegründet wurde, um Mitglieder in Notlagen durch Krankheit oder Unfall sowie deren Familien bei Bestattungskosten zu unterstützen. Nach seinem Eintritt übernahm er sukzessive Führungspositionen: 1582 wurde er zum Stellvertreter des Kassenmeisters ernannt und im darauffolgenden Jahr selbst zum Hauptkassenmeister, wobei der Graveur Philip Galle ihm als Stellvertreter zur Seite stand. Es scheint, dass Gillis auch seine Verwandtschaft in die Gilde integrierte; so überzeugte er seine Brüder, den Arzt Jacob und den Hofmathematiker Michiel, nebst deren Ehefrauen, der Armenkasse beizutreten.
Im Jahr 1584 wurde er zum Dekan der Lukasgilde ernannt, ein Amt, das er auch während und kurz nach der Belagerung durch die Spanier innehatte. Es ist daher nicht verwunderlich, dass nach der Versöhnung Zweifel an seiner religiösen Gesinnung und seinem Verhalten laut wurden. Dennoch bezeugten Anthony Palerme und Jan van de Kerckhove im Jahr 1586, dass sich Gillis stets „mit aller Bescheidenheit und Friedfertigkeit“ verhalten habe. Er trat zudem als Zeuge für andere Gildenmitglieder auf, etwa um die Bürgerschaft von Marten van Valckenborch und dessen Schwiegersohn Henrick van Steenwijck zu bestätigen.
Es scheint, dass Gillis zu jener Zeit keineswegs plante, die Stadt zu verlassen; er zahlte seine Gildenbeiträge für 1585-86 ordnungsgemäß ein. Am 3. Oktober 1585 prüfte er gemeinsam mit dem neuen Dekan Philip Galle die Gildekonten. Dabei kam es offenbar zu Unstimmigkeiten und Streitigkeiten, die eine Schlichtungsverhandlung mit den Ältesten am 26. Oktober 1585 erforderlich machten. Sein letzter dokumentierter Auftritt in den Gildebüchern stammt vom Christi-Himmelfahrts-Tag 1586, als deutlich wurde, dass die von ihm und Ambrosius Vrancken erstellten Abrechnungen nicht ausgingen.

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