Gertrude Abercrombie: Ein Leben in der Kunst
- Geboren: Austin, Texas (17. Februar 1909)
- Gestorben: Chicago, Illinois (3. Juli 1977)
- Nationalität: Amerikanerin
Frühes Leben und Ausbildung
- Gertrude Abercrombie wurde in eine Familie von reisenden Opernsängern geboren. Ihre Eltern, Tom und Lula Janes (Lula) Abercrombie, zogen häufig aufgrund ihres Berufs.
- Die Familie verbrachte Zeit in Berlin im Jahr 1913, bevor sie inmitten des Ersten Weltkriegs in die Vereinigten Staaten zurückkehrte. Sie ließen sich schließlich in Hyde Park, Chicago, nieder.
- Sie erwarb einen Abschluss in romanischen Sprachen von der University of Illinois im Jahr 1929.
- Kurzzeitig studierte sie Aktzeichnen am Art Institute of Chicago und absolvierte ein einjähriges Studium an kommerzieller Kunst an der American Academy of Art.
- Frühe Anstellungen umfassten die Erstellung von Anzeigen für den Mesirow Department Store und die Arbeit als Künstlerin für Sears.
Künstlerische Entwicklung und Stil
- Abercrombie widmete sich 1932 der Malerei und erzielte ihren ersten Verkauf im Jahr 1933.
- Ihre Arbeit in den 1930er Jahren wurde vom europäischen Surrealismus beeinflusst, obwohl sie sich nicht explizit mit dieser Bewegung identifizierte. Sie betrachtete sich als Künstlerin des Mittleren Westens.
- Sie nahm von 1934 bis 1940 am Federal Art Project der Works Progress Administration (WPA) teil.
- Ihr Stil entwickelte sich von impressionistischen Pinselstrichen zu einem präziseren, linearen Ansatz.
- Wiederkehrende Themen und Symbole sind Selbstporträts, Innenräume, Landschaften, Eulen, Katzen, Schlüssel, Muscheln, Türen, Treppen und Leitern.
- Sie stellte oft einsame Figuren in spärlich möblierten Räumen dar und schuf so eine Atmosphäre der Innenschau und des Geheimnisvollen.
- Ihre Farbpalette verlagerte sich nach ihrer zweiten Ehe von dunklen, erdigen Tönen zu helleren Farbtönen.
- Abercrombies Werk zeichnet sich durch eine traumähnliche Qualität, längliche Figuren und ein symbolisches Vokabular aus.
Einflüsse und bemerkenswerte Werke
- Giorgio de Chirico: Abercrombies Stil zeigt Einflüsse des italienischen Metaphysikmalers.
- Ivan Albright & Julia Thecla: Gemeinsamer regionaler magischer Realismus mit diesen Zeitgenossen.
- Jazz Musik: Ihre enge Freundschaft zu Jazzmusikern wie Dizzy Gillespie und Charlie Parker beeinflusste ihre künstlerische Vision tiefgreifend und inspirierte "Gertrude's Bounce" von Richie Powell.
- Bemerkenswerte Werke: White Cat (1938), Slaughterhouse Ruins at Aledo, Witches, Self-Portrait of My Sister und zahlreiche kleinere Arbeiten, die Innenräume und symbolische Objekte darstellen.
Vermächtnis und historische Bedeutung
- Abercrombie gilt als bedeutende Figur in der Chicagoer Kunstszene und als wichtige Vertreterin des amerikanischen Surrealismus.
- Ihr einzigartiger Stil und ihre introspektiven Themen haben zunehmend die Aufmerksamkeit von Gelehrten und Sammlern auf sich gezogen.
- Der Gertrude Abercrombie Trust, der durch ihren Willen eingerichtet wurde, verteilte ihre Werke und die anderer Künstler, die sie unterstützte, an kulturelle Einrichtungen im Mittleren Westen.
- Eine große Retrospektive ihrer Arbeit fand kurz vor ihrem Tod 1977 im Hyde Park Art Center statt.
- Ihre Kunst wird weiterhin für ihre traumähnliche Qualität, symbolische Tiefe und die Erforschung der persönlichen Identität gefeiert.


