Frühes Leben und Ausbildung
Georges Henri Rouault, ein französischer Maler, Zeichner und Grafiker, wurde am 27. Mai 1871 in Paris aus einer armen Familie geboren. Seine Mutter förderte seine Liebe zur Kunst, und im Alter von 14 Jahren begann er eine Lehrstelle als Glasmaler und Restaurator, die bis 1890 dauerte. Diese frühe Erfahrung beeinflusste wahrscheinlich seinen späteren Malstil, der durch starke schwarze Konturen und leuchtende Farben gekennzeichnet ist, was an Blei-verglaste Scheiben erinnert.
Künstlerische Laufbahn
Während seiner Lehrzeit besuchte Rouault Abendschulkurse an der École des Beaux-Arts und trat 1891 in die École des Beaux-Arts ein, wo er unter Gustave Moreau studierte. Rouaults früheste Werke zeigen einen Symbolismus in der Farbgebung, was Moreaus Einfluss widerspiegelt. Nach Moreaus Tod im Jahr 1898 wurde Rouault zum Kurator des Moreau Museums in Paris ernannt.
Fauvismus und Expressionismus
Rouault lernte bedeutende Künstler wie Henri Matisse, Albert Marquet, Henri Manguin und Charles Camoin kennen, was ihn zur Fauvismus-Bewegung führte, wobei Matisse als ihr Anführer galt. Rouaults Einsatz von starken Kontrasten und Emotionalität wurde von Vincent van Gogh beeinflusst. Seine Charakterisierungen überbetonter, grotesker Persönlichkeiten inspirierten expressionistische Maler.
Wichtige Werke und Ausstellungen
* 1891 malte Rouault „Der Weg nach Kalvarienberg“.
* Ab 1895 nahm er an wichtigen öffentlichen Ausstellungen teil, darunter dem Salon d'Automne, den er mitbegründete.
* 1907 begann Rouault eine Reihe von Gemälden, die sich den Höfen, Clowns und Prostituierten widmeten, die als moralische und soziale Kritik interpretiert wurden.
Vermächtnis und spätes Leben
Ab 1917 widmete sich Rouault der Malerei, wobei sein christlicher Glaube seine Arbeit prägte. Er entwarf 1929 Designs für Diaghilevs Ballett „Der verlorene Sohn“. Ab 1930 begann er in ausländischen Ländern, hauptsächlich in London, New York und Chicago, auszustellen. Rouault starb am 13. Februar 1958 in Paris und hinterließ ein Vermächtnis als einer der leidenschaftlichsten christlichen Künstler des 20. Jahrhunderts.
Wichtig: Gegen Ende seines Lebens verbrannte Rouault etwa 300 seiner Bilder, deren Wert auf über fünfhundert Millionen Francs geschätzt wird.