Leben und Herkunft
- Geboren: Gumont, Deutschland (Geraardsbergen), 23. Mai 1644
- Gestorben: Kerkrade, Niederlande, 20. Juni 1730
- Eltern: Bernardo Rupelli (italienischer Kavalleriekapitän im spanischen Dienst) und Cornelia Delinck (Flämische).
- Die frühen Lebensjahre waren durch den frühen Tod seines Vaters geprägt.
- Er führte sich selbst als Chevalier de Grupello, obwohl eine adelige Abstammung nicht bestätigt ist.
Ausbildung und frühe Karriere
- 1658-1663: Lehrling in der Antwerpener Werkstatt von Artus Quellinus I (und möglicherweise Artus Quellinus II). Er half bei skulpturalen Dekorationen, was potenziell Arbeiten am Königlichen Palast in Amsterdam einschloss.
- Weitere Studien in Paris und Versailles (ca. 1664-1667), wo er Techniken des Bronzegusses erlernte und mit flämischen Künstlern wie Philippe de Buyster und Gerard van Opstal in Kontakt trat.
- Arbeitete zwei Jahre lang unter dem Bildhauer Johan Larson in Den Haag.
- Rückkehr nach Flandern im Jahr 1716, Erlangung des Meistertitels der Brüsseler Gilde im Jahr 1733.
Hauptwerke und Mäzenatentum
- Brüsseler Periode (ca. 1673-1695): Schuf Werke für verschiedene europäische Herrscher, darunter den spanischen König Karl II., Wilhelm II. von Oranien und Friedrich III., Kurfürst von Brandenburg. Zu seinen bedeutendsten Arbeiten gehört der Marmor-Wandbrunnen für die Großfischereigilde, der allegorische Figuren wie die Hoffnung (Spes) und den Glauben (Fides) zeigt.
- Düsseldorfer Periode (1695-1716): Ernennung zum Hofbildhauer durch Johann Wilhelm, den Kurpfälzischen Erben. Er schuf zahlreiche Skulpturen des Königspaares aus Marmor und Bronze. Entwarf die Grupello-Pyramide für den Galerieplatz in Düsseldorf (heute in Mannheim).
- Spätere Karriere: Nach 1716 arbeitete er weiterhin als vom Kaiser ernannter kaiserlicher Bildhauer unter Karl VI. Er widmete sich zunehmend der religiösen Kunst und schuf Kruzifixe, Madonnen und Heiligenstatuen.
Künstlerischer Stil und Einflüsse
- Frühe Werke zeigten eine klassizistische Tendenz, beeinflusst durch seine Zeit in Frankreich.
- In Brüssel wurde sein Stil vom flämischen Barock geprägt, insbesondere inspiriert durch Peter Paul Rubens.
- Er entwickelte einen vollendeten Barockstil, der durch dynamische Kompositionen und den dramatischen Einsatz von Licht und Schatten gekennzeichnet war.
- Er bewies eine außergewöhnliche Vielseitigkeit in der Arbeit mit Marmor, Elfenbein, Holz und Bronze – eine Seltenheit unter den flämischen Bildhauern seiner Zeit.
Historische Bedeutung
- Grupello war ein äußerst erfolgreicher und einflussreicher Bildhauer, der die Schirmherrschaft zahlreicher europäischer Herrscher genoss.
- Sein Werk trug dazu bei, den flämischen Barockstil in ganz Europa zu verbreiten.
- Er ist bekannt für seine monumentalen Skulpturen, insbesondere das Reiterstandbild von Johann Wilhelm und die Grupello-Pyramide.
- Das Grupello-Haus in Düsseldorf steht als Zeugnis seines Erbes und seiner architektonischen Beiträge.


