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Kurzbiografie

  • Best occasions:
    • akzentuierung
    • statement-piece
  • Lifespan: 47 years
  • Emotional tone: melancholisch
  • Typical colors: erdig
  • Creative periods:
    • mature period
    • late period
  • Top 3 works:
    • Selbstporträt mit Wig
    • Self-Portrait with Wig
    • Character Head: Childish Weeping
  • Vibe: dramatisch
  • Also known as: Messerschmidt
  • Born: 1736, Wiesensteig, Deutschland
  • Gift suitability: other-none
  • Mehr…
  • Museums on APS:
    • Österreichische Galerie Belvedere
    • Österreichische Galerie Belvedere
    • Österreichische Galerie Belvedere
    • Österreichische Galerie Belvedere
    • Österreichische Galerie Belvedere
  • Color intensity: monochrom
  • Nationality: Deutschland
  • Works on APS: 24
  • Art period: Frühe Neuzeit
  • Top-ranked work: Selbstporträt mit Wig
  • Copyright status: Public domain
  • Died: 1783
  • Room fit: wohnbereich
  • Mediums:
    • bronze
    • bronzeskulptur
    • skulptur

Kunst-Quiz

Jede Frage hat nur eine richtige Antwort.

Frage 1:
Wo wurde Franz Xaver Messerschmidt geboren?
Frage 2:
Wofür ist Franz Xaver Messerschmidt am bekanntesten?
Frage 3:
Wer war Jacob Schletterer?
Frage 4:
Wie erstellte Messerschmidt laut Friedrich Nicolai seine 'Charakterköpfe'?
Frage 5:
Welche Kunstrichtung wird oft mit Messerschmidts Werk in Verbindung gebracht?

Franz Xaver Messerschmidt: Ein Leben voller Ausdruckskraft und Exzentrik

  • Geboren: 6. Februar 1736, Wiesensteig, Bayern, Deutschland
  • Gestorben: 1783, Pressburg (heute Bratislava), Österreich

Franz Xaver Messerschmidt war ein deutsch-österreichischer Bildhauer, der vor allem für seine eindringlichen und verstörenden „Charakterköpfe“ bekannt ist. Diese Büsten stellen Gesichter mit extremen emotionalen Ausdrücken dar, was ihn zu einer einzigartigen Figur zwischen den späten Barock- und frühen Neoklassizismus-Perioden macht, während er gleichzeitig Aspekte des Expressionismus vorwegnimmt. Sein Leben war geprägt von künstlerischen Leistungen und zunehmender psychischer Instabilität, die in einem tragischen Niedergang gipfelte.

Frühes Leben und Ausbildung

Geboren in Wiesensteig, wurde Messerschmidts frühes Leben durch familiäre Verbindungen zur Bildhauerwelt geprägt. Er wuchs unter der Anleitung seines Onkels, Johann Baptist Straub, einem Bildhauer in München, auf. Diese grundlegende Ausbildung vermittelte ihm ein solides Verständnis traditioneller Techniken. Weitere Studien folgten in Graz, wo er bei seinem anderen Onkel, Philipp Jakob Straub, sein Handwerk erlernte. 1755 schrieb sich Messerschmidt an der Akademie der bildenden Künste Wien ein und studierte dort unter Jacob Schletterer. Seine frühen Arbeiten umfassten Werke, die mit dem damaligen vorherrschenden späten Barockstil übereinstimmten, darunter Bronzebüsten und Reliefs für den kaiserlichen Hof. Er fertigte Stücke für Maria Theresia an, was seine Kompetenz in der Porträtmalerei unter Beweis stellte und sich an die Konventionen der höfischen Darstellung orientierte, die von Balthasar Ferdinand Moll beeinflusst waren.

Die Entwicklung der Charakterköpfe

Um 1769-1770 ereignete sich eine bedeutende Verschiebung in Messerschmidts künstlerischer Richtung. Während er weiterhin traditionelle Porträts anfertigte, begann er mit dem Experimentieren, das zu seinen charakteristischen „Charakterköpfen“ führen sollte. Diese Werke unterschieden sich dramatisch von der konventionellen Porträtmalerei und stellten Gesichter mit intensiven und oft verstörenden Ausdrücken dar – Lachen, Weinen, Grimassen und mehr. Die genauen Ursprünge dieser Veränderung sind komplex und eng mit Messerschmidts persönlichen Kämpfen verbunden.

  • Selbstexperimentation: Laut Berichten von Friedrich Nicolai entwickelte Messerschmidt eine besondere Methode zur Erstellung dieser Ausdrücke. Er würde seine unteren Rippen kneifen, die resultierenden Gesichtszüge im Spiegel beobachten und dann versuchen, sie in Marmor oder Bronze festzuhalten.
  • Das Streben nach universellem Ausdruck: Messerschmidt behauptete, er wolle alle 64 „kanonischen Grimassen“ des menschlichen Gesichts darstellen, überzeugt davon, Prinzipien aus hermetischen Lehren zu verfolgen und ein “universelles Gleichgewicht” anzustreben, das dem goldenen Schnitt ähnelte.
  • Psychische Gesundheitsprobleme: Ernst Kris vermutete, dass diese Experimente mit paranoiden Ideen und Halluzinationen in Verbindung standen, die Messerschmidt in den 1770er Jahren zu erleben begann. Sein zunehmend exzentrisches Verhalten und seine unkonventionellen Methoden führten zu seiner Exmatrikulation von der Akademie der bildenden Künste im Jahr 1774, obwohl er seit 1769 als Lehrer tätig war.

Spätere Jahre und Vermächtnis

Nach seiner Entlassung aus Wien erlebte Messerschmidts Leben einen Abwärtstrend. Er kehrte in seine Heimat Wiesensteig zurück, bevor er nach München zog, um Patronage zu suchen, die sich jedoch nicht materialisierte. Schließlich ließ er sich in Pressburg (Bratislava) nieder, wo er seine letzten Jahre weitgehend isoliert verbrachte und weiterhin Charakterköpfe schuf. Ein entscheidender Bericht über seine Methoden und Überzeugungen stammt aus dem Besuch von Friedrich Nicolai im Jahr 1781 und der anschließenden Veröffentlichung ihres Gesprächs. Dieses Dokument bietet wertvolle Einblicke in Messerschmidts künstlerischen Prozess und die philosophischen Grundlagen seiner Arbeit.

Messerschmidts Vermächtnis ist komplex. Anfänglich übersehen, erlangten seine Charakterköpfe im 20. Jahrhundert Anerkennung als Vorläufer des Expressionismus und als Erkundungen psychischer Zustände. Seine Bereitschaft, rohe Emotionen darzustellen, und seine unkonventionellen Methoden stellten traditionelle künstlerische Normen in Frage. Heute wird er für seinen einzigartigen Beitrag zur Bildhauerei gefeiert und bietet einen Einblick sowohl in die menschliche Verfassung als auch in den Geist eines Künstlers, der mit tiefgreifenden persönlichen Herausforderungen zu kämpfen hatte.