Francesco Bartolozzi: Leben und Vermächtnis
Frühes Leben und Ausbildung
- Geboren: Florenz, Italien im Jahr 1725.
- Ursprünglich war er dazu bestimmt, den Beruf seines Vaters als Goldschmied und Silberschmied zu folgen.
- Er zeigte früh außergewöhnliches künstlerisches Talent, das ihn dazu veranlasste, unter florentanen Künstlern Ignazio Hugford und Giovanni Domenico Ferretti die Malerei zu studieren.
- Er verbrachte drei Jahre mit der Malerei, bevor er sich in Venedig der Gravur widmete.
- Beeinflusst vom Werk von Joseph Wagner, einem einflussreichen Graveur, während seiner Zeit in Venedig.
Künstlerische Entwicklung und Stil
- Bartolozzis frühe Gravuren waren zunächst im Stil von Künstlern wie Marco Ricci und Zuccarelli gehalten.
- Später entwickelte er einen eigenen, unverwechselbaren Stil und wurde für die Popularisierung der “Kreide”-Methode der Gravur bekannt.
- Die ‘Kreide’-Technik imitierte die subtilen Effekte von Kreidenschraffuren und schuf weiche, zarte Texturen und Töne.
- Seine Werke zeigten oft Porträts und allegorische Szenen, die neoklassizistische Einflüsse widerspiegelten.
Karriere in London
- Er zog 1764 nach London und blieb dort fast forty Jahre lang.
- Schnell etablierte er sich als führender Graveur und wurde mit einem jährlichen Gehalt von £300 zum ‘Engraver to the King’ ernannt.
- Er wurde 1768 als Gründungsmitglied der Royal Academy gewählt, was seine Position innerhalb des britischen Kunstbetriebs festigte.
- Er trug wesentlich zur Boydell's Shakespeare Gallery bei und schuf Gravuren auf der Grundlage von Werken namhafter Künstler.
- Er arbeitete häufig mit Künstlern wie Cipriani und Angelica Kauffman zusammen.
Wichtige Leistungen und Werke
- Zu seinen bedeutenden Werken gehören Gravuren von “Clytie” nach Annibale Carracci und der “Jungfrau mit dem Kind” nach Carlo Dolci.
- Seine Fähigkeit, Gemälde mit einer kreidigen Qualität zu reproduzieren, machte seine Gravuren sehr begehrt.
- Im Jahr 1802 wurde er zum Gründungspräsidenten der kurzlebigen Society of Engravers ernannt.
- Bartolozzis Einfluss erstreckte sich auf zahlreiche Schüler, darunter Michele Benedetti und Luigi Schiavonetti.
Spätes Leben und historische Bedeutung
- Im Jahr 1802 nahm Bartolozzi die Position des Direktors der National Academy von Lissabon an.
- Er starb 1815 in Lissabon.
- Bartolozzis Beitrag zur Gravur liegt in seiner Meisterschaft und Popularisierung der ‘Kreide’-Technik, die die ästhetischen Qualitäten der Gravuren während seiner Zeit erheblich beeinflusste.
- Sein Werk ist ein Zeugnis für die Fähigkeiten und das Können von Graveuren des 18. Jahrhunderts und wird weiterhin für seine zarte Schönheit und technische Brillanz geschätzt.


