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Ernst Barlach

1870 - 1938

Inhaltsverzeichnis

Kurzbiografie

  • Died: 1938
  • Lifespan: 68 years
  • Works on APS: 12
  • Vibe: dramatisch
  • Top 3 works:
    • Shepherd in a Storm
    • Frenzy (Der Berserker)
    • Panik und Angst
  • Museums on APS:
    • Aichi Präfekturales Kunstmuseum
    • Aichi Präfekturales Kunstmuseum
    • Aichi Präfekturales Kunstmuseum
    • Aichi Präfekturales Kunstmuseum
    • Aichi Präfekturales Kunstmuseum
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  • Born: 1870, Wedel, Deutschland
  • Top-ranked work: Shepherd in a Storm
  • Copyright status: Public domain
  • Art period: Moderne
  • Nationality: Deutschland

Kunst-Quiz

Jede Frage hat nur eine richtige Antwort.

Frage 1:
Welches Ereignis hatte einen entscheidenden Einfluss auf Ernst Barlachs künstlerische Richtung nach seiner Reise nach Russland im Jahr 1906?
Frage 2:
Wie wurde Barlachs Werk während der Zeit des Nationalsozialismus behandelt?
Frage 3:
Welchen Stil arbeitete Barlach zunächst im Jugendstil, bevor er seine expressionistische Stimme entwickelte?
Frage 4:
Welches Thema durchdrang Barlachs Skulpturen, Drucke und Schriften oft?
Frage 5:
Was machte den Magdeburger Ehrenmal zu einem umstrittenen Werk?

Ernst Barlach: Leben und Werk

Ernst Heinrich Barlach, geboren am 2. Januar 1870 in Wedel, Holstein, war der älteste von vier Söhnen. Sein Vater, Dr. Georg Barlach, ein Arzt, verstarb bereits im Alter von vierzehn Jahren, was zu einem Umzug seiner Familie nach Ratzeburg führte. Die Kindheit und Jugend des Künstlers prägten die lutherische Frömmigkeit seines Hauses in Schönberg und später in Ratzeburg. Frühzeitig erhielt Barlach eine umfassende künstlerische Ausbildung an der Hamburger Kunstschule von 1888 bis 1891, wo er die Grundlagen der Bildhauerei und des Zeichnens erlernte. Anschließend setzte er seine Studien zwischen 1891 und 1895 an der Königlichen Akademie der bildenden Künste in Dresden fort, wo er bereits sein erstes bedeutendes Werk, *Die Krautpflückerin (Die Krauthäuterin)*, schuf – ein Ausdruck seiner frühen Auseinandersetzung mit dem Jugendstil. Von 1895 bis 1897 widmete sich Barlach vorübergehend der Kunst in Paris, insbesondere der Académie Julian. Obwohl er die französische Malerei kritisch beurteilte und nicht einfach nur kopieren wollte, prägten diese Studien seine künstlerische Sensibilität nachhaltig. Die Reise nach Russland im Jahr 1906 war eine entscheidende Wendung in seiner künstlerischen Entwicklung. Die Begegnung mit dem russischen Volkstumsbild, der rauen Schönheit der Landschaft und den Ausdrucksstärken der Bauern und einfachen Menschen schufen einen tiefgreifenden Eindruck. Diese Erfahrungen führten zu einer neuen Perspektive und einer verstärkten Betonung emotionaler Intensität in seinen Werken. Finanzielle Unterstützung durch den Kunsthändler Paul Cassirer ermöglichte es Barlach, seinen einzigartigen Stil weiterzuentwickeln, der sich durch eine intensive Auseinandersetzung mit menschlichen Emotionen und die Darstellung von Leid und Sehnsucht auszeichnete. Barlachs künstlerischer Stil war von verschiedenen Einflüssen geprägt. Er schöpfte Inspiration aus der frühen Gotik, insbesondere aus der dramatischen Draperie und dem spirituellen Sehnen in den mittelalterlichen Skulpturen. Gleichzeitig spiegelten sich Einflüsse der russischen Volkskunst wider, die er durch seine Reise kennengelernt hatte, sowie ein wachsendes Interesse an der Darstellung des Lebens bürgerlicher Menschen. Er experimentierte mit verschiedenen Medien, darunter Holzbildhauerei, Bronze und Druckgrafik. Seine frühen Arbeiten waren von Jugendstil-Elementen geprägt, doch entwickelte sich schnell eine eigene, expressivere Formensprache. Barlach war stets bestrebt, die menschliche Erfahrung in all ihren Facetten einzufangen – von der Freude und dem Glück bis hin zum Leid und der Verzweiflung. Ein zentrales Thema in Barlachs Werk ist das menschliche Leiden, oft verbunden mit einem tiefen spirituellen Verlangen nach Erlösung oder Gerechtigkeit. Seine Figuren sind durch ihre verlängerten Formen, ausdrucksstarken Gesten und ein Gefühl innerer Umwälzung gekennzeichnet. Er schuf Werke, die von Hoffnung und Verzweiflung, Stärke und Schwäche zeugen. *Der Asket*, geschaffen 1907, ist ein Beispiel für seine Fähigkeit, komplexe emotionale Zustände in eindringliche Formen zu übersetzen. Auch seine monumentalen Skulpturen, wie der *Magdeburger Ehrenmal* (1928), thematisieren die Schrecken des Krieges und die Notwendigkeit von Frieden und Versöhnung. Barlach nutzte oft Holz als Hauptmedium, um die Textur und den Charakter seiner Figuren zu betonen. Die Zeit zwischen dem Ersten Weltkrieg und Barlachs Tod im Oktober 1938 war geprägt von zunehmender politischer Unruhe in Deutschland. Barlachs Werke, insbesondere seine Antikriegsarbeiten, wurden zunehmend kritisiert und als "entartet" bezeichnet, da sie nicht den vermeintlichen Werten des Nationalsozialismus entsprachen. Die Magdeburger Ehrenmal wurde beispielsweise zersägt und eingeschmolzen, ein Zeichen der Verfolgung von Künstlern unter dem neuen Regime. Trotz dieser Schwierigkeiten setzte Barlach seine künstlerische Arbeit fort, stets getrieben von seinem tiefen Glauben an die Kraft des Kunstbegriffs als Mittel zur Auseinandersetzung mit den großen Fragen menschlichen Zusammenlebens. Ernst Barlach hinterließ ein umfangreiches Werk, das bis heute für seine Ausdrucksstärke und seinen humanistischen Gehalt geschätzt wird. Seine Skulpturen, Drucke und literarischen Werke sind ein wichtiger Beitrag zur deutschen Kunstgeschichte und erinnern an die Bedeutung von Frieden, Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Das Ernst-Barlach-Haus in Hamburg ist ein bedeutendes Zentrum für die Bewahrung und Ausstellung seines Werkes und dient als Mahnmal für seine künstlerische Integrität und seinen unerschütterlichen Glauben an die Kraft der Kunst.