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Dominicus Lampsonius

1532 - 1599

Kurzbiografie

  • Top 3 works: Portrait of Pieter Bruegel the Elder
  • Born: 1532, Brügge, Belgien
  • Works on APS: 1
  • Copyright status: Public domain
  • Died: 1599
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Dominicus Lampsonius (1532 in Brügge – 1599 in Lüttich) war ein flämischer Humanist, Dichter und Maler, dessen Wirken weit über die Grenzen seiner Heimat hinausreichte. Als Sekretär verschiedener Fürstbischöfe von Lüttich pflegte er einen regen Austausch mit Gelehrten und Künstlern im In- und Ausland. Seine Schriften über niederländische Künstler leisteten einen entscheidenden Beitrag zur Formung des sogenannten „niederländischen Kanons“.
Lampsonierung studierte Kunst und Wissenschaften an der Universität Löwen. Im Jahr 1554 reiste er nach England, um als Sekretär für Reginald Pole zu dienen, einen bedeutenden Humanisten und römisch-katholischen Kardinal. Nach Poles Tod im Jahr 1558 zog er nach Lüttich, wo er zum Sekretär der aufeinanderfolgenden Fürstbischöfe (Robert von Berghes, Gerard von Grœsbeek und Ernst von Bayern) wurde. In dieser Zeit arbeitete er regelmäßig mit Laevinus Torrentius zusammen, der bis 1586 Vikar der Fürstbischöfe war und später zum Bischof von Antwerpen aufstieg.
Lampsonius war zeitweise der Lehrer von Otto van Veen, einem Maler und Humanisten, der später einer der Meister Peter Paul Rubens' werden sollte. Er knüpfte Freundschaften und pflegte eine intensive Korrespondenz mit den führenden Humanisten seiner Zeit, darunter Justus Lipsius, Janus Dousa, Johannes Livineius und Petrus Oranus.
Dem italienischen Historiker Lodovico Guicciardini, der damals in Flandern lebte, lieferte er wertvolle Informationen für dessen Geschichtswerk über die Niederlande, bekannt als Descrittione di Lodovico Guicciardini Patritio Fiorentino di tutti i Paesi Bassi altrimenti detti Germania Inferiore (1567). Zudem stand er in engem Briefwechsel mit dem italienischen Kunsthistoriker Giorgio Vasari, der auf seine Notizen über das Leben und Werk des Lütticher Malers Lambert Lombard angewiesen war. In einem seiner Briefe an Vasari verteidigte Lampsonius die niederländische Kunst gegen einige der abfälligen Bemerkungen, die Vasari in seinen Vite gemacht hatte. In einem Schreiben vor der Veröffentlichung der zweiten Auflage der Vite beklagte Lampsonius zudem die mangelnde Qualität neuerer Drucke italienischer Kunstwerke, die seiner Meinung nach die Brillanz der Originale nicht vollends wiedergaben. Er schlug vor, dass nordische Graveure mit italienischen Künstlern zusammenarbeiten sollten, um dies zu verbessern, und bat Vasari, in der überarbeiteten Ausgabe Abhandlungen über die drei Künste – Bildhauerei, Malenschaft und Architektur – samt Zeichnungen und Geheimnissen der Kunst aufzunehmen.
Darüber hinaus pflegte er einen regelmäßigen Austausch mit Giulio Clovio, dem er ein Projekt vorschlug, die Werke Michelangelos so kunstfertig zu gravieren, dass auch jene, die Rom nie besucht hatten, deren Pracht erahnen konnten.
Im Jahr 1572 veröffentlichte Lampsonius unter seinem eigenen Namen eine Serie von 23 Kupferstichen mit Porträts niederländischer Künstler unter dem Titel Pictorum aliquot celebrium germaniae inferioris effigies (wörtlich: Bildnisse einiger berühmter Maler Niederkönigs). Begleitet wurden die einzelnen Porträts von lateinischen Gedichten. Dieses Werk wurde vom führenden Antwerpener Verleger Hieronymus Cock vorbereitet, der jedoch vor der Vollendung verstarb. Die Veröffentlichung übernahm schließlich seine Witwe Volcxken Dierix, die das Verlagswesen nach dem Tod ihres Mannes fortführte.
Die in diesem Buch enthaltenen Künstler sind (in dieser Reihenfolge): Hubert van Eyck, Jan van Eyck, Hieronymus Bosch, Rogier van der Weyden, Dirk Bouts, Bernard van Orley, Jan Mabuse, Joachim Patinir, Quentin Matsys, Lucas van Leyden, Jan van Amstel, Joos van Cleve, Matthys Cock, Herri met de Bles, Jan Cornelisz Vermeyen, Pieter Coecke van Aelst, Jan van Scorel, Lambert Lombard, Pieter Bruegel der Ältere, Willem Key, Lucas Gassel, Frans Floris und Hieronymus Cock.
Da zum Zeitpunkt der Veröffentlichung alle dargestellten Künstler bereits verstorben waren, fügte Lampsonius ein Widmungsgedicht hinzu, das das gesamte Werk als einen Akt der Trauer deklarierte; die Leser des Buches wurden gebeten, „Gefährten“ des verstorbenen Hieronymus Cock und seiner Vorgänger in einem Trauerzug zu sein. Das Buch enthält zudem ein Gedicht von Lampsonius, das dem Andenken an Hieronymus Cock gewidmet ist und das Wirken seiner Witwe preist. Die Porträts und Texte bilden eine Ehrengalerie früherer Generationen niederländischer Künstler. Ihre Veröffentlichung trug somit zur Etablierung eines Kanons berühmter niederländischer Maler bei, der bereits vor Karel van Manders Schilder-boeck von 1604 in vollem Gange war. Lampsonius versuchte so, die niederländische Kunst auf dieselbe Stufe zu heben wie die italienische Kunst, die er so sehr bewunderte. Dennoch scheint er sich stillschweigend dem Rangunterschied zwischen der italienischen und der niederländischen Kunst gebeugt zu haben. In seinem Gedicht über den Maler Jan van Amstel schreibt er etwa: „Die Niederländer werden besonders als gute Landschaftsmaler gepriesen, die Italiener als Meister von Menschen oder Göttern. Kein Wunder: Es ist nur logisch, dass das Sprichwort sagt, der Italiener habe sein Gehirn im Kopf und der Niederländer seine fleißige Hand.“
Die Qualität der 23 Drucke war herausragend, da sie von einigen der führenden Graveure der Zeit wie Jan Wierix, Adriaen Collaert und Cornelis Cort geschaffen wurden. Die Porträts sind mit einer metallischen Schärfe und Brillanz ausgeführt, wodurch die Drucke eine visuell harmonische Serie bilden.

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