Frühe Jahre und Ausbildung
Charles-Nicolas Cochin, ein renommierter französischer Radierer, Designer, Schriftsteller und Kunstkritiker, wurde am 22. Februar 1715 in Paris, Frankreich, geboren. Er war der Sohn von Charles-Nicolas dem Älteren, von dem er die Kunst des Radierens lernte. Cochins frühe Ausbildung fand in der Werkstatt seiner Familie statt, wo er seine Fähigkeiten zusammen mit seiner Mutter, Louise-Magdeleine Horthemels, ebenfalls einer begabten Radiererin, verfeinerte.
Künstlerische Karriere und bedeutende Werke
Cochins künstlerische Karriere umfasste über fünf Jahrzehnte, in denen er zahlreiche bemerkenswerte Werke schuf. Zu seinen berühmtesten Radierungen gehören Illustrationen für La Fontaines Fabeln sowie Vignetten und Porträts, die seine Meisterschaft zeigten. Seine Arbeit beschränkte sich nicht auf das Radieren; Cochin zeichnete auch als Maler hervor, wie aus seiner „Voyage d’Italie“ (1758) hervorgeht, einem Beweis für seine Vielseitigkeit. Er fertigte eine Kopie von La Maistresse d'école nach der Vorlage seines Vaters an, die jedoch misslang und er sie signierte. Trotzdem erhielt er früh direkte Aufträge zur Anfertigung von Druckvorlagen. 1729 beauftragte ihn Melchior de Polignac mit einem Werk über die Geburt Ludwigs XV., das Cochin als Radierung schuf. Er gründete seine eigene Werkstatt und stach Porträts, historische Szenen und Genre. Die Qualität seiner Arbeiten war so gut, dass er von König Ludwig XV. gefördert wurde. Seine Italienreise (1749-1751), bei der er den Marquis de Vandières und Jacques-Germain Soufflot begleitete, unterbrach sein Schaffen. Nach seiner Rückkehr entwickelte er völlig neue Sujets, die seine Zeitgenossen beeinflussten sollten.
Akademische Zugehörigkeit und Einfluss
Im Jahr 1751 wurde Cochin offiziell in die Académie Royale de peinture et de sculpture aufgenommen, was seine Position innerhalb der französischen Kunstgemeinschaft festigte. Als Hüter der königlichen Zeichnungen, ein Amt, das er 1752 übernahm, spielte Cochin eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung des künstlerischen Geschmacks seiner Zeit. Er wurde Mitglied der Académie Royale und Chronist der Académie. 1757 wurde er in den Adelsstand erhoben und im selben Jahr noch durch den Ordre de Saint-Michel ausgezeichnet.
Familie und weitere Tätigkeiten
Charles-Nicolas Cochin entstammte einer Familie von Malern und Radierern, den Cochin-Horthemels. Seine Eltern waren Louise-Magdeleine Horthemels und Charles-Nicolas Cochin der Ältere. Er wuchs in der Rue Saint-Jacques auf. Durch die Tätigkeit des Radierens wurde er animiert, selbst zum Stichel zu greifen. Seine Schwestern Marie-Nicole und Marie-Anne Horthemels waren ebenfalls als Radiererinnen tätig.
Vermächtnis
Charles-Nicolas Cochin starb am 29. April 1790 in Paris. Sein Werk zeichnet sich durch eine präzise Technik, eine feine Beobachtungsgabe und einen eleganten Stil aus. Er trug maßgeblich zur Entwicklung des französischen Radierens bei und beeinflusste nachfolgende Generationen von Künstlern. Seine Illustrationen für La Fontaines Fabeln sind bis heute beliebte Beispiele seiner Arbeit.