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Carl Locher

1851 - 1915

Kurzbiografie

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    • Das Dänische Parlament
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  • Copyright status: Public domain
  • Nationality: Dänemark
  • Art period: 19. Jahrhundert
  • Died: 1915
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Carl Ludvig Thilson Locher: Ein Leben für die dänische Realismus

Carl Locher wurde in der Hafenstadt Flensburg geboren, wo sein Vater, Jens Thielsen Locher ( – ), einigen Erfolg als Seemalerei hatte. Von Anfang an zeigte sich Carl für Schiffe interessiert und erhielt seine erste Ausbildung durch seinen Vater, der ihm das Malen von Schiffsbildern vermittelte. Nach dem Tod seines Vaters setzte Carl sein Geschäft kurzzeitig fort und unternahm mehrere Reisen mit Schiffen der königlichen dänischen Marine. Eine entscheidende Reise nach den dänischen Westindien beeindruckte ihn tief und entfachte eine lebenslange Faszination für das Meer und seine Stimmungslage. Auch bevor er sein Studium an der Königlichen Kunstakademie Kopenhagen im Jahr 1872 begann, wurde er von Holger Drachmann ermutigt, einige Monate in Skagen zu verbringen, einem aufkommenden Künstlerkolonie im nördlichen Jutland. Er begann schnell damit, Strandlandschaften, Fischerboote und Schiffswracks zu malen und fing die Rohschönheit der Küstenlandschaft ein. Er setzte seine künstlerische Ausbildung von 1875 bis 1876 und erneut von 1878–1879 in Paris fort und studierte bei Léon Bonnat. Dieser Einfluss des Impressionismus prägte seinen späteren Stil maßgeblich. Locher wurde Mitglied der Skagen Gruppe, die für ihren Freiluftmalstil und ihre realistischen Darstellungen des Alltagsliebes bekannt war. Sein Ansatz zum Malen zeichnete sich durch eine aufrichtige Darstellung maritimer Szenen aus, wobei er häufig den Herausforderungen und Schönheit des Küstenlebens zugrunde lag. Er beherrschte das Einfangen von Licht und Atmosphäre und vermittelte einen Eindruck von Aktualität und Authentizität in seinen Gemälden. Seine Farbpalette war meist gedämpft und spiegelte die blassen Töne der Nordsee wider. Als Meistergravur zeichnete sich Locher aus und wurde einer der produktivsten und angesehensten Druckmacher Dänemarks. Er gründete eine Gravurschule in Kopenhagen und etablierte damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Grafikkunsthandwerks im Lande. Er errichtete ein Haus in Skagen, wo er bis zu seinem Tod am 20. Dezember 1915 lebte und festigte damit seine Verbindung zur Künstlergemeinschaft dort. Seine Kupferstiche und Gemälde dokumentieren die Entwicklung vom Segelschiff zum Dampfschiff und die Wandlung Skagens vom kleinen Fischerdorf zum beliebten Touristenziel. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Fischkuttere i den lyse måneskinsnat“ („Fischkutter in der hellen Mondnacht“, 1888), „Skagen Rev fyrskib“ („Feuerschiff am Riff von Skagen“, 1892) und vor allem „Ved ageposten“ („Die Postkutsche“, 1885) – dieser Pferdewagen war die einzige Reisemöglichkeit zwischen Frederikshavn und Skagen, bevor 1890 die Eisenbahnstrecke eröffnet wurde. Er gilt als eine zentrale Figur der skagenischen Kunstgeschichte und prägte damit den Stil seiner Zeit nachhaltig. Seine Werke werden bis heute in Museen und Galerien gezeigt und bewahren sein Vermächtnis als ein bedeutender Künstler des 19. Jahrhunderts.