Frühes Leben und Ausbildung
- Geboren: 10. Oktober 1878, Monongah, West Virginia
- Gestorben: 1. Juni 1956
- Nettie Blanche Lazzell wurde auf einem Bauernhof in der Nähe von Maidsville, West Virginia, zu Mary Prudence Pope und Cornelius Carhart Lazzell geboren. Ihr Vater stammte von Pionieren ab, die sich im Monongalia County niederließen.
- Sie wuchs als neuntes von zehn Kindern auf und wurde von ihrem Bruder Rufus den Spitznamen "Pet" gegeben.
- Besuchte eine einklassige Schule auf dem Familienhof.
- Ihre Mutter starb, als sie zwölf Jahre alt war.
- 1894 schrieb sie sich am West Virginia Conference Seminary (heute West Virginia Wesleyan College) ein. Sie litt unter teilweisem Hörverlust, möglicherweise aufgrund von Katarrh.
- 1899 studierte sie am South Carolina Co-educational Institute und lehrte an der Red Oaks School in Ramsey, South Carolina.
- 1901 schrieb sie sich an der West Virginia University (WVU) ein, um Kunstgeschichte zu studieren, und finanzierte sich durch das Kolorieren von Fotografien.
- Sie studierte Zeichnen und Kunstgeschichte bei William J. Leonard und Eva E. Hubbard und lernte Keramik, Goldätzung und Chinedekoration.
- 1905 schloss sie ihr Studium an der WVU mit einem Abschluss in Bildender Kunst ab.
Europäische Einflüsse und künstlerische Entwicklung
- 1908 studierte sie an der Art Students League of New York unter Kenyon Cox und William Merritt Chase.
- Sie reiste zweimal nach Europa, was ihre künstlerische Entwicklung maßgeblich beeinflusste.
- 1912 bereiste sie England, die Niederlande, Belgien und Italien und studierte Architektur.
- Sie verbrachte Zeit in Paris und studierte an der Académie de la Grande Chaumière, Académie Julian und Académie Delecluse und ließ sich schließlich an der Académie Moderne nieder, wo sie bei Charles Guérin und David Rosen studierte.
- Sie wurde von postimpressionistischen Malern beeinflusst und widmete sich der Landschaftskunst.
- Ihre europäischen Erfahrungen führten sie dem Kubismus und anderen Avantgarde-Bewegungen näher.
Provincetown und White-Line Woodcuts
- Ab 1915 verbrachte sie jeden Sommer in Provincetown, Massachusetts, und ließ sich schließlich dort dauerhaft nieder.
- Sie wurde Gründungsmitglied der Provincetown Printers und experimentierte mit White-Line-Woodcut-Techniken, die von japanischen Ukiyo-e-Drucken inspiriert waren.
- White-Line-Woodcuts beinhalten die Verwendung von Maskierungstape zur Trennung von Bereichen auf dem Holzblock, was mehr Farbe und Details als traditionelle Holzschnitte ermöglicht.
- Ihre Arbeit in dieser Zeit begann Elemente des Kubismus und der Abstraktion zu integrieren.
Künstlerischer Stil und Hauptleistungen
- Stil: Lazzells Stil entwickelte sich von der gegenständlichen Malerei hin zu zunehmend abstrakten Kompositionen, beeinflusst vom Kubismus, Konstruktivismus und der nicht-gegenständlichen Kunst.
- Themen: Ihre Arbeit umfasste oft florale Motive, Landschaften und geometrische Abstraktionen.
- Bemerkenswerte Werke: "Non Objective (b)", "Petunias II" und verschiedene unbetitelte abstrakte Skizzen veranschaulichen ihren sich entwickelnden Stil.
- Sie war eine der ersten amerikanischen Künstlerinnen, die sowohl in der Malerei als auch im Druckgrafik die nicht-gegenständliche Kunst aufgriffen.
- Ihre White-Line-Woodcuts waren innovativ für ihre Verwendung von Farbe und Detail und sprengten die Grenzen traditioneller Holzschnitttechniken.
Historische Bedeutung und Vermächtnis
- Lazzell war eine Pionierin des amerikanischen Modernismus, insbesondere als eine der ersten Frauen, die Abstraktion sowohl in der Malerei als auch im Druckgrafik erforschte.
- Ihre Arbeit ebnete den Weg für zukünftige Generationen abstrakter Künstler.
- Trotz ihrer bedeutenden Beiträge wurde Lazzells Werk zu ihren Lebzeiten und viele Jahre nach ihrem Tod weitgehend übersehen.
- Jüngste Ausstellungen und Forschungen haben ihre künstlerischen Leistungen wieder ins Rampenlicht gerückt und sie als eine wichtige Figur in der amerikanischen Kunstgeschichte anerkannt.
- Ihr Vermächtnis liegt in ihrem innovativen Ansatz beim Druckgrafik und ihrer mutigen Erforschung abstrakter Formen, die einen frühen Aufgriff moderner Prinzipien im amerikanischen Kontext demonstriert.


