Die menschliche Präsenz
Geboren 1948 in Amsterdam, Niederlande, hat Bernardien Sternheim ihr Leben der intensiven Betrachtung der Menschen in ihrer Umgebung gewidmet. Ihre künstlerische Ausbildung begann an der Academie voor Kunst en Industrie in Enschede, wo sie das technische Fundament legte, das ihre gesamte Karriere prägen sollte. Während viele Künstler in der Stille einer Landschaft oder der Bewegung des Meeres Trost finden, entdeckt Sternheim ihre Bestimmung in der Anwesenheit des Gegenübers. Sie sucht die unmittelbare, intensive Verbindung, die sich nur im direkten Dialog mit einem Modell entfaltet, und verwandelt den Akt der Beobachtung in ein tiefgründiges Gespräch zwischen Malerin und Subjekt.
Ihr Werk ist fest im Realismus verwurzelt, wobei die menschliche Figur als zentrales Element ihrer Kompositionen fungiert. Sie scheut die Komplexität der menschlichen Existenz nicht auf, indem sie ihre Motive oft in Situationen platziert, die zutiefst bewegend oder gar konfrontativ wirken. Ihren Figuren wohnt eine gewisse Schwere inne, eine Realität, die jegliche oberflächliche Bequemlichkeit vermeidet. Durch den Fokus auf das Individuum fängt sie die stillen Spannungen und die rohen Wahrheiten des Lebens ein.
Technik und Einfluss
Die Art und Weise, wie Sternheim mit Licht und Schatten umgeht, offenbart eine ganz eigene künstlerische Linie in ihrem Schaffen. Ihre Figurenstudien zeichnen sich durch einen starken Kontrast zwischen Hell und Dunkel aus – eine Technik, die ihren Motiven eine skulpturale, physische Präsenz verleiht. Diese Methode zeigt einen deutlichen Einfluss des niederländischen Malers Pyke Koch, insbesondere in der Art und Weise, wie sie Schatten nutzt, um Form und Stimmung zu definieren.
Ihr professioneller Werdegang wurde durch mehrere bedeutende Ausstellungen und Beteiligungen an der niederländischen Kunstszene geprägt:
- Eine Einzelausstellung im Museum Møhlmann im Jahr 2001
- Teilnahmen an PAn Amsterdam von 2004 bis 2008
- Eine Einzelausstellung in der Galerie Mokum Anfang 2009
Ein Leben in der Porträtmalerei
Für Sternheim ist das Porträt weit mehr als nur eine Ähnlichkeit; es ist ein Weg, das Wesen eines Menschen zu ergründen. Ihre Vorliebe für die Porträtmalerei gegenüber Landschaften entspringt dem tiefen Wunsch nach Intimität. Sie nutzt die Leinwand, um einen Raum für die zu malende Person zu schaffen, in dem deren Charakter durch das Zusammenspiel von Licht und Schatten zum Vorschein kommt. Diese Hingabe an die menschliche Form bildet seit Jahrzehnten den beständigen Herzschlag ihres künstlerischen Schaffens.