Balcomb Greene: Ein Leben in der abstrakten Kunst
- Geboren: 22. Mai 1904, Millville, New York
- Gestorben: 12. November 1990, Montauk Point, New York
- Nationalität: Amerikaner
Frühes Leben und Ausbildung
- Greene's frühes Leben wurde von seinem Vater, einem methodistischen Pfarrer, geprägt, was ihn zunächst zu religiösen Bestrebungen führte.
- Er besuchte die Syracuse University (1922-1926) und erwarb einen BA-Abschluss. Sein Studium konzentrierte sich auf Philosophie und Psychologie.
- Er setzte seine Ausbildung an der Columbia University fort, wo er Englische Literatur studierte.
- Von 1928 bis 1931 unterrichtete er Englisch am Dartmouth College.
- Ein entscheidender Moment ereignete sich 1931, als er mit seiner Frau, Gertrude Glass Greene, nach Paris reiste und sich in die europäische Kunstszene vertiefte.
Künstlerische Entwicklung und Einflüsse
- Früher Stil: Anfänglich von Juan Gris, Piet Mondrian, Pablo Picasso und Henri Matisse beeinflusst, entwickelte Greene einen vollständig nicht-objektiven Stil, der durch geometrische Flächen und ineinandergreifende Formen gekennzeichnet ist.
- American Abstract Artists (AAA): Er wurde 1936 Gründungsmitglied und erster Vorsitzender der AAA und förderte aktiv die Akzeptanz abstrakter Kunst.
- Federal Art Project: Während der Depression arbeitete er für das WPA und schuf bedeutende Wandgemälde für die Williamsburg Houses und die New York World’s Fair von 1939. Diese Werke zeigten seinen frühen abstrakten Stil.
- Wandel zum figurativen Expressionismus (1940er Jahre): Greene's Werk erfuhr in den 1940er Jahren eine bemerkenswerte Verschiebung, wobei menschliche Figuren in seine Kompositionen integriert wurden. Diese Periode sah ihn dabei, Themen von Licht und Schatten mit einem expressionistischen Ansatz zu erkunden.
- Einflüsse: Seine künstlerische Entwicklung wurde von Kubismus, Neo-Plastizismus und Surrealismus geprägt, obwohl er eine eigene, unabhängige Stilrichtung beibehielt.
Wichtige Errungenschaften und Anerkennung
- Retrospektive Ausstellung (1961): Ein wichtiger Meilenstein in seiner Karriere war die Retrospektive-Ausstellung im Whitney Museum of American Art im Jahr 1961, die seine vielfältigen Werke zeigte.
- National Academy of Design: Er wurde 1972 als Associate gewählt, was seine Beiträge zur amerikanischen Kunst würdigte.
- Soloausstellungen: Im Laufe seiner Karriere stellte Greene umfangreich in renommierten Galerien wie der Bertha Schaefer Gallery (New York), der Feingarten Gallery (Los Angeles) und der Saidenberg Gallery (New York) aus.
- Wandmalerei: Seine Wandgemälde für die Williamsburg Houses und die New York World’s Fair von 1939 sind wichtige Beispiele für frühe abstrakte Kunst im öffentlichen Raum.
Historische Bedeutung
- Verfechter der abstrakten Kunst: Greene spielte eine entscheidende Rolle bei der Förderung abstrakter Kunst zu einer Zeit, als sie noch nicht allgemein akzeptiert wurde, durch sein Engagement in der AAA und seine Schriften.
- Brücke zwischen Abstraktion und Figuration: Seine Fähigkeit, von reiner Abstraktion zum ausdrucksstarken figurativen Werk überzugehen, demonstrierte einen innovativen Ansatz in der modernen Kunst.
- Unabhängige Vision: Greene's Engagement für seine eigene künstlerische Vision, oft abweichend von vorherrschenden Trends, etablierte ihn als eine einzigartige Stimme in der amerikanischen modernistischen Kunst.
- Beitrag zur Wandmalerei: Seine WPA-Wandgemälde trugen dazu bei, abstrakte Kunst im öffentlichen Raum zu etablieren und die Entwicklung muralistischer Traditionen in den Vereinigten Staaten voranzutreiben.


