Frühes Leben und Hintergrund
- Geboren: Radauti, Rumänien (1929)
- Gestorben: 2010
- Victor Długacz (später Avigdor Arikha) wurde als Kind deutschsprachiger jüdischer Eltern in Rădăuţi, Bukowina, Rumänien geboren.
- Er wuchs in Czernowitz, ebenfalls in Bukowina, auf.
- Seine Familie wurde 1941 zur Zwangsumsiedlung in die rumänisch geführten Konzentrationslager Transnistrien gezwungen, wo sein Vater starb.
- Arikha überlebte, indem er Szenen der Deportation zeichnete, die den Delegierten des Internationalen Roten Kreuzes gezeigt wurden.
Künstlerische Entwicklung und Stil
- Emigration und Ausbildung: Emigrierte 1944 mit seiner Schwester in Palästina. Lebte bis 1948 in Kibbuz Ma'ale HaHamisha. Studierte von 1946 bis 1949 an der Bezalel Kunstschule in Jerusalem.
- Frühe Karriere und Abstraktion: Erhielt ein Stipendium, um von 1949 bis 1954 an der École des Beaux Arts in Paris zu studieren, wo er die Freskotechnik lernte. Wohnte ab 1954 in Paris. Anfangs wurde Arikha in den späten 1950er Jahren ein abstrakter Maler.
- Wende zum Zeichnen und Rückkehr zur Malerei: 1965 hörte er auf zu malen und konzentrierte sich ausschließlich auf das Zeichnen aus dem Leben, wobei alle Motive in einer einzigen Sitzung behandelt wurden. Er nahm 1973 wieder die Malerei auf.
- Signaturstil: Arikha entwickelte einen einzigartigen Stil des direkten Malens vom Motiv im natürlichen Licht, ohne vorbereitende Skizzen. Dieser Ansatz betonte Immediatheit und Spontaneität.
- Einflüsse: Inspiriert von der chinesischen Tuschemalerei und teilte ein ähnliches Prinzip, den „entscheidenden Moment“ einzufangen, mit seinem Freund Henri Cartier-Bresson.
- Themen: Bekannt für Porträts, Aktstudien, Stillleben und Landschaften, die realistisch wiedergegeben sind, aber mit räumlichen Kompositionen, die von der Abstraktion beeinflusst sind, insbesondere von Mondrian.
Wichtige Errungenschaften und Anerkennung
- Kritischer Erfolg: Wurde als „vielleicht der beste Maler aus dem Leben in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts“ vom *Economist* bezeichnet.
- Auftragsarbeiten und Porträts: Malte Auftragsporträts, darunter die von Queen Elizabeth The Queen Mother (1983) und dem ehemaligen Premierminister Lord Home (1988), beide im Besitz der Scottish National Portrait Gallery. Er malte auch Catherine Deneuve (1990) für den französischen Staat und Pierre Mauroy für die Stadt Lille.
- Ausstellungen: Zeigte häufig in London und New York mit über zwei Dutzend Einzel-Ausstellungen.
- Retrospektiven: Eine große Retrospektive im Israel Museum (Gemälde) und im Tel Aviv Museum of Art (Drucke und Zeichnungen) fand 1998 statt. Ausstellungen in der Scottish National Gallery of Modern Art, dem British Museum, der Bibliothèque Nationale und dem Thyssen-Bornemisza Museum.
- Auszeichnungen & Ehrungen: Erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Goldmedaille, Chevalier des Arts et des Lettres, Grand Prix des Arts de la Ville Paris, Prix des Arts des Lettres et des Sciences und den Chevalier der Légion d'honneur.
Historische Bedeutung
- Verbindung zum Modernismus: Kunstkritiker Marco Livingstone beschrieb Arikha als jemanden, der „die modernistischer Avantgarde der reinen Abstraktion mit Traditionen des beobachtenden Zeichnens und Malens verbindet, die bis in die Renaissance zurückreichen“.
- Post-Abstrakte Darstellung: Galt als "post-abstrakter repräsentativer Künstler", der über die reine Abstraktion hinausging, während er deren Lehren in Bezug auf die räumliche Komposition beibehielt.
- Betonung der direkten Beobachtung: Arikhas Engagement für das direkte Malen aus dem Leben, ohne vorbereitende Skizzen oder Fotografien, war eine bedeutende Abweichung von vielen zeitgenössischen Künstlern und betonte die Bedeutung unmittelbarer Wahrnehmung.
- Vermächtnis: Seine Werke befinden sich in renommierten Sammlungen auf der ganzen Welt, darunter das Israel Museum, das Tel Aviv Museum of Art, die Scottish National Gallery of Modern Art, das British Museum, die Bibliothèque Nationale und das Thyssen-Bornemisza Museum.
Kunsthistoriker und Schriftsteller
- Scholarship: Arikha war auch ein angesehener Kunsthistoriker und Autor.
- Catalogues & Publications: Er schrieb Kataloge für Ausstellungen über Poussin und Ingres im Musée du Louvre und verfasste Bücher wie *Ingres, Fifty Life Drawings*, *Peinture et Regard*, *On Depiction*.
- Lectures: Hielt weitläufig Vorlesungen an Institutionen wie der Princeton University, Yale University und der Frick Collection.


