Frühe Jahre und Kindheit (1883-1902)
- Geburt und Familie: Anton Webern wurde am 4. September 1883 in Vienna, Österreich-Ungarn, geboren. Seine Eltern waren Karl Webern, ein Beamter im Finanzdienst, und Amalie Geer, eine Pianistin und Sängerin.
- Kindheit in Wien: Er verbrachte seine Kindheit in Wien, wo er frühzeitig mit Musik in Berührung kam.
- Musikalische Früherziehung: Seine Mutter gab ihm ersten Klavierunterricht und förderte sein musikalisches Talent.
- Sommeraufenthalte in Gmunden: Die Familie verbrachte Sommeraufenthalte in Gmunden am Traunsee, wo Webern die Natur erlebte und sich musikalisch inspirieren ließ.
Studium und frühe Kompositionen (1902-1918)
- Studium an der Universität: Nach dem Abschluss des Gymnasiums studierte Webern ab 1902 Musikgeschichte und Theorie an der Universität Wien.
- Privatunterricht bei Schoenberg: Ab 1904 erhielt er Privatunterricht bei Arnold Schoenberg, der ihn in die moderne Komposition einführte.
- Erste Kompositionsversuche: In dieser Zeit entstanden seine ersten Kompositionen, darunter Lieder und Kammermusikwerke.
- Einflüsse von Mahler und Debussy: Seine frühen Werke zeigen Einflüsse von Gustav Mahler und Claude Debussy.
Entwicklung des serialistischen Stils (1918-1938)
- Zusammenarbeit mit Schoenberg: Webern arbeitete eng mit Arnold Schoenberg zusammen und entwickelte gemeinsam mit ihm die Grundlagen der serialistischen Komposition.
- Serialismus: Er verfeinerte den Serialismus, eine Methode der Komposition, bei der nicht nur Tonhöhen, sondern auch andere musikalische Parameter (z.B. Rhythmus, Dynamik) systematisch variiert werden.
- Konzentrierte Musikalische Sprache: Seine Musik wurde immer konzentrierter und prägnanter, mit reduzierten Mittel und einer hohen Dichte an musikalischen Informationen.
- Wichtige Werke: In dieser Zeit entstanden einige seiner wichtigsten Werke, darunter die Sechs Bagatellen für Streichquartett (1921) und das Konzert für Oboe und Orchester (1924).
Exiljahre und Späte Kompositionen (1938-1945)
- Flucht vor den Nationalsozialisten: 1938, nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich, floh Webern mit seiner Frau Elisabeth Jennewein nach Wien.
- Verfolgung und Isolation: Er wurde von den Nationalsozialisten verfolgt und isoliert.
- Späte Kompositionen: Trotz der schwierigen Umstände schuf er in dieser Zeit weitere bedeutende Werke, darunter die Variationen für Orchester (1940) und das Konzert für Flöte, Oboe, Klarinette und Fagott (1944).
- Tod im Krieg: Anton Webern starb am 15. September 1945 in Wien an den Folgen einer Bombardierung.
Bedeutung und Nachwirkung
- Pionier der Neuen Musik: Anton Webern gilt als Pionier der Neuen Musik und hat die Entwicklung der modernen Komposition maßgeblich beeinflusst.
- Einfluss auf die Avantgarde: Seine serialistischen Prinzipien wurden von vielen Komponisten der Avantgarde übernommen.
- Konzentrierte Musikalische Sprache: Seine konzentrierte und prägnante musikalische Sprache hat Generationen von Musikern inspiriert.
- Wiederentdeckung im Nachkriegsjahrzehnten: Im Nachkriegsjahrzehnten wurde sein Werk wiederentdeckt und erlangte internationale Anerkennung.


