Alexander Stirling Calder: Ein Leben in Stein
Alexander Stirling Calder (11. Januar 1870 – 7. Januar 1945) war ein bedeutender amerikanischer Bildhauer, der vor allem für seine monumentalen öffentlichen Werke bekannt ist. Seine Kreationen schmücken Stadtlandschaften und Wahrzeichen und verkörpern den Glanz des Beaux-Arts-Stils.
Frühes Leben und Ausbildung
Geboren in Philadelphia, Pennsylvania, stammte Calder von einer künstlerischen Familie. Sein Vater, Alexander Milne Calder, war selbst ein gefeierter Bildhauer und vermittelte seinem Sohn Alexander von Kindheit an eine Leidenschaft für die Kunstform. Er erhielt seine frühe Ausbildung in den städtischen öffentlichen Schulen, bevor er 1885, mit gerade erst fünfzehn Jahren, an der renommierten Pennsylvania Academy of the Fine Arts (PAFA) eingeschriebenen wurde.
- Er studierte zunächst unter Thomas Eakins, doch Eakins’ vorzeitige Entlassung kurz nach Calders Einschreibung führte ihn dazu, seine Studien mit Thomas Anshutz und James P. Kelly fortzusetzen.
- Calder zeigte früh vielversprechendes Talent, indem ihm 1887 zwei Skulpturen für die jährliche Ausstellung der PAFA zugelassen wurden – eine Seltenheit für einen Studenten.
- Er verfeinerte seine Fähigkeiten durch Reisen nach Europa, wo er an der Académie Julian und École des Beaux-Arts in Paris unter namhaften Bildhauern wie Henri Michel Chapu und Alexandre Falguière studierte.
Künstlerische Entwicklung und Einflüsse
Calders künstlerische Entwicklung war tief in der Beaux-Arts-Tradition verwurzelt, die sich durch ihren Schwerpunkt auf klassische Formen, akribische Handwerkskunst und monumentale Größe auszeichnete. Der Einfluss seines Vaters ist in seinem frühen Werk deutlich erkennbar, da er an Projekten wie dem Philadelphia City Hall arbeitete. Er übernahm Techniken und Ästhetik aus seiner europäischen Ausbildung und vermischte sie mit einer eigenständigen amerikanischen Sensibilität.
Wichtige Leistungen und bemerkenswerte Werke
Calders Karriere blühte auf mit zahlreichen Aufträgen für großformatige öffentliche Skulpturen:
- Dr. Samuel Gross Statue (1895–97): Diese Statue, die sich im National Mall in Washington, D.C. befindet, replizierte eine Pose aus Thomas Eakins’ Gemälde The Gross Clinic.
- Witherspoon Building Statuen (1898–99): Eine Reihe von zwölf lebensgroßen Statuen, die die Fassade des Witherspoon Buildings in Philadelphia schmücken.
- Washington Square Arch (1914–18): Calder schnitzte George Washington als Präsident, eine der beiden monumentalen Figuren, die dieses ikonische New Yorker Wahrzeichen schmücken.
- Swann Memorial Fountain (1920–24): Ein prächtiger Brunnen im Logan Circle in Philadelphia mit eleganten Skulpturen von Enten.
- Leif Eriksson Memorial (1929): Eine Geschenk des Vereinigten Staates an Island zur Erinnerung an das 1000-jährige Jubiläum des isländischen Parlaments.
Panama-Pacific Exposition und spätere Karriere
Im Jahr 1912 wurde Calder zum stellvertretenden Chef der Bildhauerabteilung für die Panama-Pacific Exposition in San Francisco ernannt. Nach dem plötzlichen Tod von Karl Bitter vollendete er mehrere massive Skulpturgruppen, darunter The Fountain of Energy und Skulpturen, die Triumphbögen krönen.
Historische Bedeutung und Vermächtnis
Alexander Stirling Calder spielte eine bedeutende Rolle bei der Gestaltung des amerikanischen öffentlichen Kunstlandschafts im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Seine monumentalen Werke verkörpern die Ideale von bürgerlichem Stolz und künstlerischer Pracht. Er übergab auch seine Leidenschaft für die Bildhauerei an seinen Sohn Alexander (Sandy) Calder, der zu einem Pionier der kinetischen Kunst wurde. Während er oft von seiner Söhnen innovativen Werk überschattet wurde, bleibt Alexander Stirling Calder eine wichtige Figur in der amerikanischen Bildhauergeschichte.


