Papier

Leitfaden für studentische Kunstwerke

Der Akrobat

Name Klasse Datum

Willem De Kooning, Der Akrobat (1942). Zur Referenz reproduziert; alle Rechte liegen beim Rechteinhaber. Erleben Sie diese Leinwand unter bewegtem Licht: die Zeichnung, die wahre Farbe unter dem Firnis, das reine Pigment

Fakten auf einen Blick

Künstler
Willem De Kooning wahooart.com/de/artists/willem-de-kooning_de/
Lebensdaten des Künstlers
1904 – 1997
Gemalt
1942
Originalgröße
94 x 66 cm
Bewegung
Abstrakter Expressionismus Large canvases where the act of painting itself — the drip, the sweep — is the subject.
Zeitraum
Moderne
Artistic style
Gestische Abstraktion
Notable elements or techniques
Gestische Malerei
Subject or theme
Porträtmalerei

Im Kontext

Der Akrobat — Willem De Kooning

Wie groß ist es?

Das Original hat die Maße 94 × 66 cm (Höhe × Breite), hier dargestellt neben einer erwachsenen Person von durchschnittlicher Größe.

Wann wurde dieses Werk gemalt?

  1. 1900
  2. 1910
  3. 1920
  4. 1930
  5. 1940
  6. 1950
  7. 1960
  8. 1970
  9. 1980
  10. 1990

Obere Zeile: die Jahre. Untere Zeile: das Alter des Künstlers zu Beginn und am Ende jedes Zeitraums — 0 bei der Geburt, 93 beim Tod.

Gemalt, als der Künstler 38 war. Der Künstler wurde 93 alt. 6 der 88 datierten Werke dieses Künstlers in unserem Katalog entstanden früher.

Schattiert: das Lebenswerk von Willem De Kooning (1904–1997) ▲ dieses Werk, 1942 jedes datierte Gemälde, Jahrzehnt für Jahrzehnt

Erste Werke: bis 1949 Hauptwirkungsjahre: 1949–1965 Spätwerke: ab 1965

Diese drei Abschnitte unterteilen die Werke, für die dieser Katalog ein Datum vorweisen kann, in ein erstes Viertel, eine mittlere Hälfte und ein letztes Viertel. Es handelt sich dabei nicht um das vollständige Werk der Künstlerin: Eine dünne Phase kann eher eine Lücke in der Dokumentation als eine ruhigere Zeit darstellen. Dieselbe Zeitspanne, die mit dem Leben des Künstlers verwoben ist

Vergleichen mit

  • Frau I, 1952 wahooart.com/de/art/willem-de-kooning-frau-i-8XZ6VM-de/
  • Die Welle wahooart.com/de/art/willem-de-kooning-die-welle-8XZ6Y2-de/
  • Frau V, 1953 wahooart.com/de/art/willem-de-kooning-frau-v-8XZ6VL-de/

Wählen Sie eines der oben genannten Werke aus: Nennen Sie zwei Gemeinsamkeiten mit diesem Werk und einen Unterschied.

Weitere Werke, die sich ideal als Ergänzung zu diesem Werk eignen: wahooart.com/de/art/similar/willem-de-kooning-der-akrobat-d2w6cp-de/

Farben

Anhand des Bildes gemessen

    Hauptfarbe

    Seegrün #536961

    Katalogisierte Palette

    • #536961
    • #86754D
    • #66562B
    • #030202

    Diese Farben innerhalb der gesamten Palette des Künstlers Andere Gemälde nach Farbe finden

    Bezeichnung der Hauptfarbe
    Seegrün
    Intensität
    Ausgewogen Wie gesättigt und vielfältig die Farben sind – von einem einzelnen, dezenten Farbton bis hin zu einer Vielzahl leuchtender Töne.
    Kontrast
    Sanft Wie stark sich die Farben in Helligkeit und Sättigung über das Bild hinweg unterscheiden.
    Harmonie
    Ausgewogene Harmonie Wie gut die Farben zusammenwirken, von kontrastreich bis hin zu vollkommen harmonisch.
    Helligkeit
    Ausgewogen Wie hell oder dunkel das Bild insgesamt wirkt, von tiefen Schatten bis hin zu strahlenden Glanzpunkten.
    Sättigung
    Mäßig sanfte Sättigung Wie rein und kräftig die Farben sind, von fast Grau bis hin zu voll lebendig.

    Wo auf der Welt wird dieses Gemälde betrachtet?

    • unter 1%
    • 1–3%
    • 3–8%
    • 8–20%
    • 20% und mehr
    Dieses Gemälde allein weist zu wenige registrierte Besucher auf, um eine Karte zu erstellen, daher zeigt die Tafel alle Werke von Willem De Kooning aus den letzten zwölf Monaten – insgesamt 46 Länder. Herkunft dieser Zahlen

    Die zehn führenden Länder

    1. 1 China 20,0%4.400 Besuche
    2. 2 Vereinigte Staaten von Amerika 15,9%3.500 Besuche
    3. 3 Brasilien 6,4%1.400 Besuche
    4. 4 Vereinigtes Königreich 6,4%1.400 Besuche
    5. 5 Südkorea 4,1%900 Besuche
    6. 6 Italien 3,6%800 Besuche
    7. 7 Spanien 3,2%700 Besuche
    8. 8 Belgien 2,7%600 Besuche
    9. 9 Niederlande 2,7%600 Besuche
    10. 10 Frankreich 2,3%500 Besuche
    11. · 36 weitere Länder 32,7%7.200 Besuche

    Finden Sie die drei dunkelsten Länder auf der Karte. Befindet sich das Museum, das dieses Gemälde beherbergt, in einem dieser Länder? Notieren Sie einen Grund, warum Menschen aus der Ferne es betrachten könnten.

    Die 20 meistgesehenen Werke von Willem De Kooning

    1. 1 Frau I, 1952 35,5%14.600 Aufrufe
    2. 2 Grabung, 1950 6,1%2.500 Aufrufe
    3. 3 Tür zur Fluss, 1960 5,6%2.300 Aufrufe
    4. 4 Frau V, 1953 2,7%1.100 Aufrufe
    5. 5 Marilyn Monroe, 1954 2,7%1.100 Aufrufe
    6. 6 Frauen singen II, 1966 2,2%900 Aufrufe
    7. 7 Ein Baum in Neapel 1,9%800 Aufrufe
    8. 8 Abstraction, 1950 1,9%800 Aufrufe
    9. 9 Samstagabend, 1956 1,9%800 Aufrufe
    10. 10 Der Besuch der Tate Gallery, 1966 1,9%800 Aufrufe
    11. 11 Ausgrabung, 1950, Art Institute of Chicago 1,9%800 Aufrufe
    12. 12 Königin der Herzen, 1946 1,5%600 Aufrufe
    13. 13 Sitzende Frau, 1940 1,5%600 Aufrufe
    14. 14 Gotham News, 1955 1,5%600 Aufrufe
    15. 15 Komposition 1,2%500 Aufrufe
    16. 16 Merritt Parkway, 1959 1,2%500 Aufrufe
    17. 17 Park Rosenberg 1,2%500 Aufrufe
    18. 18 Frau Rothaar, Großer Mund, Großer Fuß, 1965 1,0%400 Aufrufe
    19. 19 Sphinx, 1964 1,0%400 Aufrufe
    20. 72 Der Akrobat, 1942 dieses Gemälde 0,2%100 Aufrufe

    Zusammen machen diese Werke 74,6% der gesamten Aufmerksamkeit aus, die die Gemälde dieses Künstlers in den letzten zwölf Monaten erhalten haben. Der Katalog enthält 102 Werke dieses Künstlers, von denen 73 mindestens einmal betrachtet wurden. Dieses Gemälde belegt Platz 72 unter den Werken, mit 0,2% dieser Aufmerksamkeit (100 Besuche). Dies gilt Monat für Monat gleichermaßen

    Die Balken messen die Aufmerksamkeit, nicht die Qualität. Wählen Sie das Werk an der Spitze und dieses hier: Nennen Sie eine Sache, die ein Gemälde über seine handwerkliche Meisterschaft hinaus berühmt machen könnte.

    Über dieses Kunstwerk

    Der Akrobat — Willem De Kooning

    Ein Porträt der Introspektion und Distanz

    In Willem de Koonings Meisterwerk aus dem Jahr 1942, Der Akrobat, wird der Betrachter sofort in einen Zustand tiefer Stille gezogen, der von einer unterschwelligen Spannung unterbrochen wird. Das Gemälde zeigt einen einsamen Mann in einem auffälligen gelben Hemd, der in einem Moment der Ruhe verweilt, die jedoch alles andere als friedlich wirkt. Während sein Körper unbeweglich bleibt, ist sein Blick vom Betrachter abgewandt und richtet sich auf etwas Unsichtbares außerhalb des Bildrahmens. Diese bewusste Positionierung erzeugt ein unmittelbares Gefühl der Distanz und Selbstbeobachtung und lädt jeden, der davor steht, dazu ein, über die Komplexität der menschlichen Psyche nachzusannen. In seinem Gesichtsausdruck liegt eine spürbare Melancholie, ein Gefühl des Versunkenseins in Gedanken, das ein einfaches Porträt in eine tiefgründige Erkundung der Einsamkeit verwandelt.

    Die viszerale Energie des Abstrakten Expressionismus

    Über den bloßen Gegenstand hinaus dient Der Akrobat als kraftvolles Zeugnis der aufstrebenden Bewegung des Abstrakten Expressionismus. De Kooning verzichtet auf die präzisen, gegenständlichen Linien der traditionellen Porträtmalerei und bevorzugt stattdessen eine spontanere und emotionalere Sprache. Die Technik zeichnet sich durch einen dicken, schweren Impasto aus, bei dem die Farbe mit einer solchen Wucht aufgetragen wurde, dass die Leinwand selbst zu pulsieren scheint. Diese ausdrucksstarken Pinselstriche stellen nicht nur einen Mann dar; sie vermitteln einen Zustand des Seins. Die texturierten Oberflächen fangen ein Gefühl von Bewegung und Kampf ein, als wäre die Geste des Künstlers selbst der Versuch, dem Chaos eine Bedeutung abzuringen. Für Sammler oder Innenarchitekten bietet dieses Werk eine dominante Präsenz, die jedem Raum eine taktile, energetische Dimension verleiht.

    Symbolik inmitten globaler Unsicherheit

    Um die wahre Tiefe dieses Werkes zu verstehen, muss man den historischen Schatten berücksichtigen, den seine Entstehung im Jahr 1942 warf. Während die Welt von den Ängsten des Zweiten Weltkriegs erfasst war, kanalisierte de Kooning diese kollektive Unsicherheit in seine Kunst. Das Gemälde ist reich an symbolischen Schichten, die sowohl von Resilienz als auch von Sterblichkeit sprechen. Während der Mann die Anpassungsfähigkeit und innere Stärke eines Akrobaten verkörpert – der sich durch den Druck des Lebens balanciert –, dient die Uhr an der Wand als eindringliches memento mori. Sie ist eine stille Erinnerung an das unaufhaltsame Vergehen der Zeit und die Vergänglichkeit der Existenz. Durch dieses feine Gleichgewicht zwischen Motiv und Symbol erschafft de Kooning ein Werk, das nicht nur visuell fesselnd, sondern auch emotional resonant ist und somit eine bleibende Inspiration für all jene darstellt, die Kunst schätzen, die den Kern der menschlichen Erfahrung anspricht.

    Künstler und Museen

    Künstler/in

    Willem De Kooning

    Geboren in Rotterdam, Niederlande

    Das Leben von Willem De Kooning

    Rotterdam, 1904. Die Luft in den Niederlanden trägt das Gewicht einer Familie im Umbruch. Am 24. April tritt Willem De Kooning in die Welt, geboren als Sohn von Leendert de Kooning und Cornelia Nobel. Seine frühen Jahre sind geprägt von einer familiären Zäsur, einer Scheidung, die ein Gefühl rastloser Suche hinterlässt. Diese innere Heimatlosigkeit begleitet ihn über den Atlantik. Im Jahr 1926 erreicht er Amerika nicht als Reisender, sondern als blinder Passagier auf einem britischen Frachter, der in Newport News, Virginia, anlegt. Er ist ein Außenseiter, der in einer völlig neuen Landschaft nach Halt sucht.

    Der raue Alltag von New York City wird zu seiner Realität. Er navigiert durch das urbane Chaos mittels körperlicher Arbeit; als Hausmaler und Zimmermann kämpft er darum, seine künstlerische Vision aufrechtzuerhalten. Diese Phase des Überlebenskampfes ist kein bloßer Umweg, sondern das Fundament seines Seins. Er absorbiert den Puls der Stadt und bewegt sich von der physischen Mühsal des Bauwesens hin zu den intensiven, gestischen Anforderungen der Leinwand. Seine Existenz wird zu einer ständigen Aushandlung zwischen der strukturierten Welt seiner Ausbildung und der chaotischen Energie der New Yorker Schule.

    Er bleibt eine zentrale Figur der abstrakten Expressionismus-Bewegung, eine Präsenz, die über Jahrzehnte der stilistischen Evolution hinweg Bestand hat. Sein Schaffen wandelt sich von der Darstellung urbaner Szenen hin zu einer viszeralen, fragmentierten Formensprache. Dieser Weg setzt sich bis zu seinem Tod am 19. März 1997 im Alter von 92 Jahren fort. Er hinterlässt ein Werk, das den lebenslangen Kampf widerspiegelt, die menschliche Psyche durch die Kraft der Farbe artikulierbar zu machen.

    Frühes Leben und künstlerische Ausbildung

    Rotterdam, 1916. Das Klassenzimmer wird verlassen. Im Alter von zwölf Jahren lässt Willem De Kooning die formale Schule hinter sich, um in die Welt der gewerblichen Kunst einzutauchen. Er beginnt eine Lehre bei einem Büro für Werbegrafik und lernt die technischen Mechanismen des Handwerks. Der Fokus liegt dabei auf Präzision und der praktischen Anwendung von Pigmenten. Es ist eine Zeit disziplinierter Arbeit, die ein Fundament aus handwerklichem Geschick schafft, das selbst in seinem späteren, zur Abstraktion tendierenden Werk stets präsent bleibt.

    Die Abende gehören der Academie van Beeldende Kunsten en Technische Wetenschappen. Von seinen Teenagerjahren bis 1924 besucht er diese Kurse in Rotterdam und bringt dabei die Anforderungen der Arbeit mit dem Studium der klassischen Kunst in Einklang. Er schärft seine Fähigkeit zu sehen, Formen zu kartieren und die Struktur der visuellen Welt zu begreifen. Wenn er die Akademie schließlich verlässt, ist er nicht mehr bloß ein Lehrling. Er ist ein Porträtmaler, der die Ähnlichkeiten seiner Motive mit einem wachsenden Gefühl für technische Beherrschung einfängt. Diese Phase der konzentrierten Ausbildung liefert die wesentlichen Werkzeuge für die radikalen Veränderungen, die ihn auf der anderen Seite des Atlantiks erwarten.

    Ankunft und Leben in New York

    Die Überquerung des Atlantiks gleicht einem Wagnis aus Schatten und Ungewissheit. Im Jahr 1926 erreicht Willem De Kooning die Vereinigten Staaten nicht als Passagier, sondern als blinder Passagier auf dem britischen Frachter Shelley. Am 15. August 1926 legt das Schiff in Newport News, Virginia, an. Von dort aus verlagert sich die Dynamik hin zur rauen Realität von New York City. Die Metropole bietet ihm eine Landschaft aus harter Arbeit und purem Überlebenskampf. Er navigiert durch das urbane Geflecht, indem er als Hausmaler, Zimmermann und Werbegraf arbeitet. Diese handwerklichen Tätigkeiten halten ihn fest an der physischen Realität der Stadt, während er gleichzeitig unermüdlich seiner künstlerischen Vision nachjagt.

    Bis zum Jahr 1934 nimmt der Kampf um Anerkennung eine organisiertere Form an. Er schließt sich der Artists Union an – ein Schritt, der ihn mitten in die kollektive Energie der New Yorker Kunstszene katapultiert. Die Arbeit ist fordernd; er bewegt sich ständig im Spannungsfeld zwischen der Präzision der Werbegrafik und der schweren, körperlichen Last seiner verschiedenen Jobs. Diese Ära ist geprägt von einem unerbittlichen, täglichen Überlebenskampf in der Stadt, die er schließlich zu seiner Heimat machen wird. Er bleibt ein Außenseiter, der aus dem Inneren der gewaltigen Maschinerie des New Yorker Lebens heraus wirkt.

    Hauptwerke und bedeutende Serien

    In den frühen Jahren der 1930er Jahre arbeitet er sich durch das Spannungsfeld zwischen der Gegenständlichkeit und dem aufkeimenden abstrakten Impuls. Um 1938 erschafft er Two Standing Men, ein Werk, das noch ein Gefühl für die Figur einfängt, bevor die totale Auflösung der Form einsetzt. Diese Phase des Experimentierens führt zu einem radikalen Wandel in den frühen 1950er Jahren. Zwischen 1950 und 1953 bringt er die Woman-Serie hervor, eine Abfolge von Gemälden, die den Betrachter mit fragmentierten, viszeralen Darstellungen der weiblichen Form konfrontieren. Diese Werke streben nicht nach Idealisierung; stattdessen nutzen sie einen aggressiven Pinselstrich, um die Komplexität menschlicher Emotionen und Sexualität zu erforschen.

    Inmitten dieser intensiven Periode entsteht Woman I, geschaffen zwischen 1950 und 1952. Die Leinwand wird zu einem Schauplatz des Kampfes, auf dem die Figur in einem Geflecht aus dickem Impasto und disharmonischen Farben gefangen ist. Diese Fokussierung auf die menschliche Figur weicht schließlich einer anderen Art von räumlicher Spannung. Bis 1955 vollendet er Interchange. Dieses Werk markiert eine Abkehr von der figurativen Intensität der vorangegangenen Jahre und bewegt sich hin zu einer expansiven, abstrakten Stadtlandschaft. Der Übergang wird in der Art und Weise deutlich, wie er Raum und Farbe behandelt, indem er sich vom fleischlichen Fokus der Woman-Serie hin zu den eher architektonischen, gestischen Kompositionen der Mitte des Jahrhunderts entwickelt.

    Two Standing Men (etwa 1938)

    Woman I (1950–1952)

    Woman series (1950–1953)

    Interchange (1955)

    Technik und künstlerischer Stil

    Die Leinwand verwandelt sich in eine Arena des physischen Kampfes. Willem De Kooning attackiert die Oberfläche mit einem aggressiven Pinselstrich und schichtet dicke Impasto-Schichten auf, die eine schwere, haptische Topografie erschaffen. Er trägt die Farbe nicht einfach nur auf; er manipuliert sie, wobei er oft eine Nass-in-Nass-Technik anwendet, die durch die Zugabe von Speiseöl zum Pigment unterstützt wird. Diese Methode ermöglicht eine fließende, unvorhersehbare Interaktion zwischen den Farben, bei der Kanten verschwimmen und neue Texturen aus der ständigen Bewegung des Pinsels entstehen. Seine Spuren sind selten kontrolliert oder statisch. Stattdessen sind sie gestisch und hinterlassen kalligraphische schwarze Linien, die mit plötzlicher, entschlossener Energie durch die Komposition schneiden.

    Er verweigert sich der Bequemlichkeit einer einzelnen Kategorie. Während sich viele seiner Zeitgenossen der reinen Abstraktion zuwenden, bewahrt Willem De Kooning eine rastlose Spannung zwischen dem Wiedererkennbaren und dem Chaotischen. Er verschmilzt häufig Abstraktion und Figuration, indem er Elemente der menschlichen Form in einen fragmentierten, nicht-linearen Raum zieht. Ein Gesicht mag aus einem Gewirr von Pinselstrichen auftauchen, nur um durch die nächste Farbschicht sofort wieder zerrissen zu werden. Diese Weigerung, sich auf eine definitive Form festzulegen, erzeugt ein Gefühl des ständigen Werdens. Das Werk existiert in einem Zustand fortwährender Revision, in dem der Akt des Malens ebenso sehr vom Kampf um die Form handelt wie von der Form selbst.

    Woman I (1950–1952)

    Excavation (1950)

    Interchange (1955)

    Einflüsse und künstlerische Kreise

    Der Übergang von der Repräsentation hin zur Abstraktion vollzieht sich im Austausch mit anderen Künstlern. Im pulsierenden New York findet Willem De Kooning in Arshile Gorky einen Mentor. Diese Verbindung ist von tiefer Bedeutung; Gorky ist der Meister, der ihn zur Experimentierfreude und zum Abbau traditioneller Formen drängt. Diese Verbindung schlägt die Brücke zwischen Willem De Koonings frühen Stadtlandschaften und der viszeralen Abstraktion, die sein späteres Schaffen definiert. Er bewegt sich durch eine Landschaft der Ideen und absorbiert den Einfluss von Stuart Davis und John Graham, deren Präsenz dazu beiträgt, seine künstlerische Sprache von der rein wörtlichen Darstellung wegzulenken.

    Die visuelle Sprache, die er entwickelt, ist ein Zusammenprall disparater Kräfte. Er schöpft aus den strukturellen Lehren des Kubismus und der psychologischen Tiefe des Surrealismus. Der Einfluss von Picasso ist in seinem Umgang mit der Form spürbar, während das Werk von Franz Kline seinem Schaffen eine neue Dimension verleiht. Von Kline übernimmt er einen kalligraphischeren Ansatz, indem er Schwarz-Weiß-Emaille-Kompositionen und gestische Markierungen nutzt, die gewaltsame Pinselstriche ersetzen. Diese Entwicklung markiert eine Abkehr von seinen früheren, eher massiven Methoden.

    Er wird zu einer zentralen Figur innerhalb der New Yorker Schule. Diese Künstlergruppe, zu der auch Persönlichkeiten wie Jackson Pollock und Lee Krasner gehören, definiert das kreative Epizentrum der Kunstwelt neu. Sie lehnen den sterilen Formalismus vorangegangener Bewegungen ab und entscheiden sich stattdessen für einen Raum, in dem die Leinwand zu einer Arena für spontane, emotionale Wahrheit wird. Innerhalb dieses Kreises oszilliert das Werk von Willem De Kooning zwischen dem Figürlichen und dem Abstrakten, ohne sich jemals vollständig in einem der beiden Bereiche niederzulassen.

    Ehe und Privatleben

    Das Jahr 1943 markiert eine tiefgreifende Veränderung in der privaten Welt seines Lebens, als er Elaine Fried heiratet. Ihre Verbindung ist ein komplexes Geflecht aus gegenseitiger künstlerischer Unterstützung und persönlichem Ringen. Gemeinsam teilen sie sich Ateliers und navigieren durch das hochexplosive Umfeld der New Yorker Kunstszene. Die Ehe ist geprägt von einer offenen Beziehung und dem gemeinsamen Engagement für ihre jeweiligen Karrieren, doch sie wird auch stets vom schweren Schatten des Alkoholismus überschattet. Diese Spannung definiert ihre gemeinsamen Jahre – eine Ära intensiver kreativer Schöpfungskraft und gleichzeitiger privater Instabilität.

    Im Jahr 1956 erweitert sich das Familiengefüge mit der Geburt seiner Tochter Lisa de Kooning. Doch die inneren Brüche in der Ehe vertiefen sich zusehends. Bis 1957 ist das Paar getrennt. Die Distanz zwischen ihnen bleibt über fast zwei Jahrzehnte bestehen, eine lange Zäsur in ihrer gemeinsamen Geschichte. Die Trennung bleibt eine ständige Begleiterin, selbst als sich ihre beruflichen Wege innerhalb der gleichen künstlerischen Kreise immer wieder kreuzen. Erst im Jahr 1976 schließt sich der Riss schließlich, als er und Elaine wieder zueinanderfinden.

    Vermächtnis und globale Wirkung

    Mit dem Wandel der Kunstwelt verschob sich das Zentrum von den traditionellen Salons in Paris hin zu den experimentellen Grenzgebieten Amerikas. Willem De Kooning stand im Herzen dieses Übergangs. Als zentrale Figur der Bewegung des Abstrakten Expressionismus trug er maßgeblich dazu bei, New York City als globales Zentrum der Kunst zu etablieren. Seine Präsenz innerhalb der New Yorker Schule half dabei, die visuelle Sprache der Mitte des 20. Jahrhunderts neu zu definieren, indem er sich vom sterilen Formalismus der vorangegangenen Jahrzehnte abwandte und sich stattdessen einem viszeralen, gestischen Ansatz auf der Leinwand zuwandte.

    Sein Einfluss reicht weit über die unmittelbare Nachkriegszeit hinaus. Er gilt als einer der bedeutendsten amerikanischen Künstler des 20. Jahrhunderts – ein Status, der durch seine Fähigkeit gefestigt wurde, die Kluft zwischen Abstraktion und Figuration zu überbrücken. Sein Werk löst auch heute noch Debatten aus und inspiriert durch seine Weigerung, sich etablierten Normen zu unterwerfen, zu tiefer Ehrfurcht. Die Spannung zwischen Chaos und Ordnung bleibt in seinen Leinwänden allgegenwärtig und fordert den Betrachter heraus, sich der rohen, ungezähmten Essenz seiner Sujets zu stellen.

    Woman I (1950–1952)

    Interchange (1955)

    Excavation (1950)

    Untitled XII (1983)

    Weiterführende Informationen finden Sie hier

    Online abrufbar

    QR-Code mit Link zur Download-Seite für Der Akrobat

    wahooart.com/de/art/download/willem-de-kooning-der-akrobat-d2w6cp-de/

    Zitierhinweis für dieses Kunstwerk

    MLA
    Kooning, Willem De. Der Akrobat. 1942, https://wahooart.com/de/art/willem-de-kooning-der-akrobat-d2w6cp-de/
    APA
    Kooning, Willem De (1942). Der Akrobat [Painting]. https://wahooart.com/de/art/willem-de-kooning-der-akrobat-d2w6cp-de/
    Chicago
    Willem De Kooning. Der Akrobat. 1942. https://wahooart.com/de/art/willem-de-kooning-der-akrobat-d2w6cp-de/
    Harvard
    Kooning, Willem De (1942) Der Akrobat. Available at: https://wahooart.com/de/art/willem-de-kooning-der-akrobat-d2w6cp-de/

    Genau hinsehen

    Der Akrobat — Willem De Kooning

    Genau hinsehen

    Antworten Sie in Ihren eigenen Worten. Es gibt hier keine falschen Antworten – nur Antworten, die Sie begründen können.

    1. Was fällt Ihnen als Erstes ins Auge und warum?
    2. Welche Farben oder Formen erzeugen die Stimmung – und wie lässt sich diese beschreiben?
    3. Unser Katalog ordnet dieses Werk unter folgenden Schlagworten ein: porträtmalerei, männliche figur, gelbes hemd. Stimmen Sie dem zu? Was würden Sie hinzufügen oder weglassen?
    4. Werfen Sie einen Blick zurück auf Frau I (1952), weiter oben in diesem Leitfaden. Nennen Sie zwei Gemeinsamkeiten mit diesem Werk und eine Besonderheit.
    5. Abstrakter Expressionismus: Large canvases where the act of painting itself — the drip, the sweep — is the subject. Wo lässt sich dies in diesem Werk erkennen?

    Ihre Antwort

    Verfassen Sie einen kurzen Text über dieses Kunstwerk. Nutzen Sie dazu die Informationen aus den vorherigen Abschnitten dieser Anleitung sowie Ihre oben stehenden Antworten.

    Fragen & Antworten

    Wer ist der Urheber von "Der Akrobat" und welcher Stilrichtung ist das Werk zuzuordnen?

    "Der Akrobat" wurde von Willem De Kooning im Stil der Abstrakter Expressionismus geschaffen. Künstler und Epoche bestimmen die Tradition des Werkes.

    Wie spiegeln sich Stilrichtung und Epoche in "Der Akrobat" von Willem De Kooning wider?

    In "Der Akrobat" von Willem De Kooning trifft die Abstrakter Expressionismus-Strömung auf die Ära der Moderne.

    Welche Emotion vermittelt "Der Akrobat" von Willem De Kooning?

    Die für "Der Akrobat" von Willem De Kooning festgelegte emotionale Stimmung ist Dramatisch. Sie fasst das Gefühl zusammen, das das Werk ausdrückt.