Künstler/in
Geboren in Nürnberg, Deutschland
Frühes Leben und Einflüsse
Geboren: Nürnberg, Deutschland (1954)
Herkunft: Deutsch-amerikanische Künstlerin
Familienhintergrund: Tochter des Künstlers Tony Smith und der Schauspielerin/Opernsängerin Jane Lawrence. Frühe Exposition gegenüber den geometrischen Skulpturen ihres Vaters beeinflusste ihr Verständnis von formaler Handwerkskunst.
Kindheitserfahrungen: Ihre Erziehung in der katholischen Kirche, kombiniert mit einer Faszination für den menschlichen Körper, prägte maßgeblich ihre künstlerischen Konzepte.
Umzug nach Amerika: Umzog 1955 als Säugling von Deutschland nach South Orange, New Jersey.
Ausbildung: Besuchte die Columbia High School und die Hartford Art School (18 Monate, 1974-75).
New York City & Colab: Umzog 1976 nach New York City und schloss sich Collaborative Projects (Colab), einem Künstlerkollektiv an. Diese Erfahrung eröffnete ihr Zugang zu unkonventionellen Materialien und radikalen künstlerischen Ansätzen.
Künstlerische Entwicklung und Themen
Frühe Karriereexploration: Arbeitete 1984 kurzzeitig als Notfallrettungsassistentin, was ihre Skulpturen von Körperteilen beeinflusste.
Fokus auf Sterblichkeit & den menschlichen Körper: Angespornt durch den Tod ihres Vaters (1980) und ihrer Schwester aufgrund von AIDS (1988), begann Smith, die Sterblichkeit und die Physis des menschlichen Körpers zu untersuchen.
Wiederkehrende Themen: Ihre Arbeit behandelt häufig Themen wie Sex, Geburt, Regeneration, Geschlecht, Natur und Körperfunktionen.
Erforschung von Körperflüssigkeiten: Erforschte Körperflüssigkeiten wie Blut, Urin und Fäkalien, oft mit sozialer Bedeutung im Zusammenhang mit der AIDS-Krise und den Frauenrechten.
Printmaking-Experimente: Experimentierte mit verschiedenen Druckverfahren, darunter Siebdruck (Kleider, Schals, Poster) und Aquatinta ("Blue Prints"-Serie).
Wichtige Werke und künstlerischer Stil
"All Souls": Ein fünfzehn Fuß großes Siebdruckwerk mit sich wiederholenden Bildern eines Fötus (1988).
"Virgin with Dove": Ein luftgebrushter Aquatintadruck, der eine Säurebeständigtechnik verwendet, um einen Heiligenschein-Effekt zu erzeugen.
"Mary Magdalene" (1994): Eine Skulptur aus Siliziumbronze und geschmiedetem Stahl, inspiriert von Darstellungen der Maria Magdalena in süddeutschen Skulpturen.
"Standing" (1998): Eine Skulptur mit einer weiblichen Figur, die auf dem Stamm eines Eukalyptusbaums steht.
"Homespun Tales" (2005): Eine Installation, die bei der 51. Biennale von Venedig Anerkennung fand.
"Lodestar" (2010): Eine Ausstellung mit freistehenden Glasfenstern mit lebensgroßen Figuren.
Ostfenster für die Eldridge Street Synagoge: Ein dauerhafter Auftrag, der einen bedeutenden Bestandteil der Restaurierung des Museums markiert und 2018 fertiggestellt wurde.
Künstlerischer Stil: Smiths Stil ist gekennzeichnet durch viszerale Bildsprache, Erforschung von Körperthemen und eine Mischung aus figurativer Darstellung mit symbolischen und oft verstörenden Elementen. Sie verwendet häufig unkonventionelle Materialien und Techniken.
Anerkennung und Vermächtnis
Museumsbestände: Ihre Werke befinden sich in bedeutenden Museumsbeständen, darunter das Museum of Modern Art (MoMA), das Whitney Museum of American Art und das Solomon R. Guggenheim Museum.
Auszeichnungen & Ehrungen: Erhielt die Skowhegan Medal for Sculpture (2000), Athena Award für herausragende Leistungen im Druckgrafikbereich (2005), Edward MacDowell Medal (2009) und wurde in die American Academy of Arts and Letters gewählt (2005).
Historische Bedeutung: Kiki Smith gilt als eine zentrale zeitgenössische Künstlerin, deren Werk herausfordernde Themen im Zusammenhang mit dem Körper, Geschlecht, Sterblichkeit und sozialen Fragen anspricht. Ihre Erforschung dieser Themen hat die feministische Kunst und zeitgenössische Skulptur maßgeblich beeinflusst.
Museum
Ausgestellt in Essen, Deutschland
Ein Erbe der Vision: Die Seele des Museum Folkwang erkunden
Im Herzen von Essens Industriegebiet erstrahlt das Museum Folkwang nicht nur als Kunsthaus, sondern auch als lebendiges Zeugnis einer tiefgreifenden Vision – eine Erzählung aus den leidenschaftlichen Bestrebungen privater Sammler, den turbulenten Strömungen der Geschichte und einem unerschütterlichen Engagement für die Förderung der Entwicklung moderner Ausdrucksformen. Geboren aus der harmonischen Vereinigung zweier unterschiedlicher, aber komplementärer Erbes – des 1906 in Hagen gegründeten Kunstmuseum und des bis 1902 bestehenden, bahnbrechenden Folkwang Museums – stieg diese Institution schnell zu einem Leuchtturm für avantgardistische Gedanken auf, bereits in ihren Anfängen als ein unübertroffener Raum zur künstlerischen Erforschung gelobt. Paul J. Sachs’ Aussage von 1932, es sei das „schönste Museum der Welt“, spiegelte eine tiefe Wahrheit wider: Das Museum Folkwang verkörpert eine einzigartige Konvergenz ästhetischer Ambition und intellektueller Strenge – ein Geist, der seine Identität bis heute prägt. Der Name selbst, „Folkwang“ – abgeleitet von den nordischen Mythen und die Geisterwelt Freyas – deutet auf eine tiefe Auseinandersetzung mit Themen wie Leben, Verlust und Erinnerung hin, verleiht jedem Exponat eine melancholische Resonanz.
Die Geschichte des Museum Folkwang ist untrennbar mit seinem Gründer, Karl Ernst Osthaus, verbunden, dessen radikale Vision die Institution von Grund auf prägte. Das 1902 gegründete Folkwang war mehr als nur ein Archiv für Kunst; es wurde als eine dynamische Plattform konzipiert – ein Raum, der Dialog zwischen Kunst und Gesellschaft fördern sollte, eine bemerkenswert fortschrittliche Idee zu dieser Zeit, die bis heute seine Programmierung prägt. Osthaus glaubte fest an die transformative Kraft der Kunst und setzte sich dafür ein, dass sie nicht nur als Dekoration, sondern als Katalysator für soziale Veränderungen und intellektuelles Wachstum betrachtet wird. Dies zeigt sich unmittelbar in den frühen Sammlungen des Museums, die Impressionismus und Post-Impressionismus begeistert aufnahmen und Künstler wie Cézanne und Matisse nach Essen lockten und die Stadt gleichzeitig zu einem wichtigen Zentrum für künstlerische Innovation dieser Zeit machten. Die Annahme des deutschen Expressionismus – mit Werken von Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde und Oskar Kokoschka – festigte das Ansehen des Museum Folkwang als Verfechter roher Emotionen und sinnlicher Erfahrungen und bot eine kraftvolle Auseinandersetzung mit den Ängsten und Unsicherheiten der modernen Welt. Die Sammlung an Kunst des frühen 20. Jahrhunderts ist besonders bekannt für ihre Intensität und ihren emotionalen Tiefgang, die eine Generation widerspiegeln, die sich mit raschen sozialen und politischen Veränderungen auseinandersetzt.
Eine eingehendere Betrachtung der Sammlungen offenbart eine bemerkenswerte Tiefe, insbesondere in ihrer Auseinandersetzung mit Impressionismus und Post-Impressionismus. Hier werden Meisterwerke von Cézanne und Matisse nicht isoliert präsentiert, sondern als Wendepunkte innerhalb eines größeren künstlerischen Dialogs – einer Diskussion über Licht, Farbe und die subjektive Erfahrung der Realität. Die akribische Beobachtung und die geometrische Vereinfachung, die Cézannes Landschaften und Stillleben kennzeichnen, werden beispielsweise besonders eindrucksvoll dargestellt, während Matisses kühne Verwendung von Farben, die den Geist des mediterranen Lichts einfängt, alltägliche Themen in Leinwände voller Vitalität verwandelt. Jenseits dieser grundlegenden Bewegungen zeichnet sich das Museum Folkwang durch seine tiefe Auseinandersetzung mit dem deutschen Expressionismus aus und präsentiert eine Sammlung, die von Intensität geprägt ist – ein Ausdruck der gesellschaftlichen Ängste und persönlichen Reflexionen der Zeit. Das Museum scheut sich nicht vor den dunkleren Strömungen des menschlichen Erlebens und bietet einen eindringlichen Kommentar zu den Komplexitäten der modernen Welt – ein Beweis für Osthaus’ ursprüngliche Vision. Darüber hinaus verfügt das Museum über eine umfangreiche Archiv von über 340.000 deutschen Plakaten, die vom Weimarer Republik bis zur Kalten Kriegszeit reichen, und bietet so einen unverzichtbaren visuellen Bericht über politische Debatten, wirtschaftliche Veränderungen und sich wandelnde kulturelle Sensibilitäten – ein Beweis für die Fähigkeit der Kunst, sowohl Spiegel als auch Gestalter von Gesellschaft zu sein.
Die physische Struktur des Museum Folkwang spiegelt seine dynamische Geschichte und seinen zukunftsorientierten Geist wider. Das ursprüngliche Gebäude wurde sorgfältig erweitert, wobei insbesondere die 2010 entworfene Erweiterung durch David Chipperfield eine bemerkenswerte Ergänzung darstellt. Dies war nicht nur eine Hinzufügung von Raum; es war eine sorgfältige Auseinandersetzung zwischen historischer Bewahrung und zeitgenössischem Design – ein meisterhafter Mix aus Beton und Glas, der die Museumsgeschichte respektiert und gleichzeitig viel natürliches Licht schafft und dynamische Ausstellungsräume bietet. Chipperfields Intervention fügt sich nahtlos in die bestehende Architektur ein und erzeugt eine harmonische Mischung aus Alt und Neu. Die durchlaufende, alabasterartige Fassade, die aus recycelten Glasplatten besteht, verändert sich mit dem wechselnden Tageslicht und schafft eine ätherische Qualität, die zur Erkundung einlädt. Im Inneren schaffen großzügige Freiräume und sorgfältig gestaltete Beleuchtung die Wertschätzung jedes Kunstwerks und fördern ein Gefühl von Intimität und Kontemplation. Die Architektur des Gebäudes ist nicht nur funktional; sie trägt aktiv zum Besuchererlebnis bei, indem sie Offenheit betont und eine tiefere Auseinandersetzung mit den Meisterwerken ermöglicht. Die 2010 erbaute Erweiterung zeichnet sich besonders durch ihre innovative Verwendung von Licht und Raum aus und schafft einen spektakulären Kontrast zum ursprünglichen historischen Gebäude.
Dennoch ist die Geschichte des Museum Folkwang untrennbar mit einem schmerzhaften Kapitel der deutschen Geschichte verbunden: dem Aufstieg des Nationalsozialismus. Die Unterdrückung künstlerischer Freiheit führte zur zwangsweisen Entfernung von über 1.200 Kunstwerken, die als „degenerate“ eingestuft wurden, ein herzzerreißender Verlust, der die Sammlung und ihr Ansehen tiefgreifend beeinträchtigte. Trotz dieser schmerzhaften Verluste bewahrte das Museum Folkwang seine Widerstandsfähigkeit, baute seine Sammlung nach dem Zweiten Weltkrieg durch unermüdliche Bemühungen um Wiederbeschaffung wieder auf und bekräftigte sein Engagement für künstlerische Integrität. Die im Laufe dieser dunklen Zeit bewiesene Widerstandsfähigkeit ist ein kraftvolles Symbol für die Hingabe derer, die an die dauerhafte Kraft der Kunst glaubten, politische Ideologien zu überwinden und zukünftige Generationen zu inspirieren. Das Museums Engagement für „degenerate Art“ – verkörpert durch die umstrittene 1937 organisierte Ausstellung von Joseph Goebbels – erinnert eindringlich an die Gefahren der Zensur und die Bedeutung des Schutzes des kulturellen Erbes. Heute bleibt das Museum Folkwang nicht nur ein Archiv für Meisterwerke, sondern auch ein kraftvoller Mahnmal an die Künstler, deren Stimmen während einer der turbulentesten Perioden der Geschichte verstummt wurden.
Highlights & &; Sammlungen
Die Museums Sammlung ist ein lebendiger Teppich, der aus vielfältigen künstlerischen Fäden gewebt ist und Besuchern eine Reise durch die Entwicklung der modernen Kunst ermöglicht. Zu den wichtigsten Highlights gehören:
*Impressionismus und Post-Impressionismus:* Eine beeindruckende Auswahl an Werken von Monet, Renoir, Cézanne und Matisse – die ihre revolutionären Ansätze in Bezug auf Licht, Farbe und Form demonstrieren.
*Deutscher Expressionismus:* Mächtige Gemälde und Drucke von Kirchner, Nolde, Kokoschka und anderen, die die Ängste und emotionale Intensität des frühen 20. Jahrhunderts einfangen.
*Frühzeitiges deutsches Kunst des 20. Jahrhunderts:* Eine bedeutende Sammlung, die die künstlerische Blütezeit der Weimarer Republik dokumentiert und Werke von Dix, Grosz und Schad umfasst.
*Fotografie-Archiv:* Ein umfangreiches Archiv mit über 50.000 Fotografien, das eine einzigartige Perspektive auf die Geschichte der Fotografie und der visuellen Kultur bietet.
*Deutsches Plakatmuseum (Deutsche Plakat Museum):* Eine bemerkenswerte Sammlung von über 340.000 Plakaten aus der Weimarer Republik bis zur Kalten Kriegszeit, die einen faszinierenden Einblick in politische Debatten, wirtschaftliche Veränderungen und sich wandelnde kulturelle Sensibilitäten bietet.
Architektur & Design
Die Architektur des Museums ist genauso
Zitierweise für dieses Kunstwerk
- MLA
- Smith, Kiki. Gold Siren. n.d., Museum Folkwang. https://wahooart.com/de/art/kiki-smith-gold-siren-D3YG3N-en/
- APA
- Smith, Kiki (n.d.). Gold Siren [Painting]. Museum Folkwang. https://wahooart.com/de/art/kiki-smith-gold-siren-D3YG3N-en/
- Chicago
- Kiki Smith. Gold Siren. n.d. Museum Folkwang. https://wahooart.com/de/art/kiki-smith-gold-siren-D3YG3N-en/
- Harvard
- Smith, Kiki (n.d.) Gold Siren. Museum Folkwang. Available at: https://wahooart.com/de/art/kiki-smith-gold-siren-D3YG3N-en/