Künstler/in
Geburtsort San Martin in Thurn, Italien
Frühes Leben und Ausbildung
Gilbert Prousch: Geboren am 17. September 1943 in St. Martin in Thurn, Italien, wuchs Gilbert Prousch (manchmal auch als Gilbert Proesch bezeichnet) auf und sprach Ladin als Muttersprache. Er erhielt eine formale Kunstausbildung an der Sëlva School of Art in Val Gardena, Österreich, gefolgt von Studien an der Hallein School of Art und der Akademie der Kunst in München, bevor er nach England zog.
George Passmore: George Passmore wurde am 8. Januar 1942 in Plymouth, Großbritannien geboren und hatte einen weniger konventionellen Bildungsweg. Er verließ die reguläre Schule im Alter von fünfzehn Jahren und setzte seine Kunststudien am Dartington College of Arts und der Oxford School of Art fort.
Begegnung und Zusammenarbeit: Der entscheidende Moment in ihrem künstlerischen Werdegang ereignete sich am 25. September 1967, als beide Bildhauerstudenten an der Saint Martin's School of Art waren. Sie bildeten schnell eine kollaborative Partnerschaft, die über fünf Jahrzehnte andauert.
Künstlerische Entwicklung und Stil
Lebende Skulptur: Im Jahr 1967 konzipierten Gilbert & George die Idee der „lebenden Skulptur“, die traditionelle Kunstbegriffe in Frage stellte, indem sie sich selbst als das Kunstwerk erklärten. Dies beinhaltete die Verschmelzung ihrer Leben zu einem einzigen künstlerischen Ausdruck.
Frühe Performances: Ihre anfänglichen Performances, wie z. B. „The Singing Sculpture“ (1969), waren unkonventionell und provokativ. Sie bedeckten sich mit metallischen Pulvern und führten Lieder auf, während sie auf Tischen standen, wodurch die Grenzen zwischen Kunst und Leben verschwammen.
Formelles Erscheinungsbild: Ein definierendes Merkmal von Gilbert & George ist ihre beständige formelle Kleidung – tadellos geschnittene Anzüge, die zu einem Markenzeichen ihrer künstlerischen Persona geworden sind. Diese bewusste Präsentation steht im Kontrast zum oft herausfordernden Inhalt ihrer Arbeit.
Die Bilder: Sie sind bekannt für ihre großformatigen fotobasierten Arbeiten, die als „The Pictures“ bezeichnet werden. Diese entwickelten sich von Schwarzweißbildern zu lebendigen Farben, Gittern und provokativen Motiven. Ihr künstlerischer Stil verbindet Elemente des Surrealismus, der Pop Art und der Konzeptkunst.
Themen und Hauptwerke
Provokatives Thema: Gilbert & George scheuen sich nicht vor kontroversen Themen in ihrer Kunst, darunter Religion, Patriotismus, Sexualität, Identität, Machtdynamik und gesellschaftliche Tabus. Sie verwenden oft schockierende Bilder und explizite Sprache, um konventionelle Normen herauszufordern.
Bemerkenswerte Werke: Zu ihren bedeutenden Werken gehören „George the Cunt and Gilbert the Shit“ (1969), die Kritik kühn vorwegnahmen, indem sie sich selbst bezeichneten; “The Gate of Hell”, “The Family” und “Dig”.
Fokus auf Ostlondon: Ihre Arbeit ist tief in ihrem langjährigen Wohnsitz in East London, insbesondere Spitalfields, verwurzelt. Sie betrachten die Gegend als ein Mikrokosmos breiter gesellschaftlicher Probleme und stellen häufig ihre Bewohner und das Stadtbild dar.
Das Gilbert & George Centre: Im April 2023 eröffneten sie das Gilbert & George Centre in der Heneage Street, London E1, das der Präsentation ihrer Arbeit durch regelmäßige Ausstellungen gewidmet ist.
Anerkennung und historische Bedeutung
Auszeichnungen und Nominierungen: Im Laufe ihrer Karriere haben Gilbert & George zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter Nominierungen für den Turner Prize sowie Preise wie den South Bank Show Award und den Lorenzo il Magnifico Award.
Museumssammlungen: Ihre Kunstwerke befinden sich in renommierten Museumssammlungen auf der ganzen Welt, darunter die Tate Britain, das Victoria and Albert Museum und das Museum of Contemporary Art in Los Angeles.
Einfluss auf die zeitgenössische Kunst: Gilbert & George gelten als äußerst einflussreiche Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunst. Sie stellten traditionelle künstlerische Grenzen in Frage, waren Pioniere der Performancekunst und ebneten den Weg für neue Ausdrucksformen.
Vermächtnis: Ihre anhaltende Zusammenarbeit und ihr unerschütterliches Engagement für ihre einzigartige künstlerische Vision haben ihren Platz als eines der wichtigsten und innovativsten Künstlerduos des 20. und 21. Jahrhunderts gefestigt. Sie provozieren, inspirieren und fordern das Publikum weiterhin mit ihrer kühnen und kompromisslosen Arbeit heraus.
Museum
Aktuell ausgestellt in London, Vereinigtes Königreich
Ein Fest für die Seele: Tate Britain – Eine Reise durch das britische Kunstschaffen
Tucked away along the tranquil banks of the River Thames in London, Tate Britain ist mehr als nur ein Museum; es ist eine Zeitkapsel der britischen Seele. Gegründet im Jahr 1897 von Roland Cockerell und Kenneth Clark mit dem ehrgeizigen Ziel, die gesamte Bandbreite des britischen Kunstschaffens vom Mittelalter bis in unsere Gegenwart zu vereinen, hat sich dieses außergewöhnliche Gebäude zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Londoner Kulturlandschaft entwickelt. Die Architektur selbst – ein harmonisches Zusammenspiel von klassischer Eleganz und moderner Raffinesse – ist eine Hommage an das Erbe des Arts and Crafts Movement und schafft eine Atmosphäre der Ruhe und Inspiration, die den Besucher sofort in seinen Bann zieht.
Das Herzstück von Tate Britain ist zweifellos seine atemberaubende Sammlung, ein chronologischer Spaziergang durch über 500 Jahre britische Kunstgeschichte. Hier finden sich nicht nur Meisterwerke bekannter Künstler wie J.M.W. Turner mit seinen dramatischen Landschaften und den ergreifend schönen “Lady of Shalott”, sondern auch Werke von William Hogarth, dessen satirische Darstellungen des bürgerlichen Lebens einen ehrlichen Blick auf die Gesellschaft seiner Zeit bieten, sowie die porträtierten Figuren von Sir Thomas Lawrence, die die Eleganz der georgianischen Gesellschaft einfangen. Besonders hervorzuheben sind die beeindruckenden Skulpturen von Henry Moore und Barbara Hepworth, die den dynamischen Geist des 20. Jahrhunderts verkörpern, und Eva Rothschilds “Boys and Sculpture”, ein provokantes Werk, das sich mit Fragen der Männlichkeit und der künstlerischen Schöpfung auseinandersetzt. Die Galerie versteht es, sowohl etablierte Meister als auch aufstrebende Talente zu präsentieren, wodurch sie stets ein lebendiges Zentrum für zeitgenössische Kunstdiskussionen bleibt.
Die Clore Gallery – Ein architektonisches Wunderwerk
Ein besonderes Highlight ist die Clore Gallery, die 1987 von dem renommierten Architekten James Stirling entworfen wurde. Diese Galerie ist nicht nur ein Meisterwerk der Architektur, sondern auch ein Symbol für den Dialog zwischen Tradition und Moderne. Die Verwendung von Materialien wie Terrakotta, Stahl und Glas schafft eine faszinierende visuelle Erfahrung, während die darunterliegende Spiralenrampe unter dem Rotunda einen einzigartigen Blick auf den Fluss Thames ermöglicht. Stirling hat hier nicht nur einen Raum geschaffen, sondern ein Gesamterlebnis, das die Besucher in seinen Bann zieht und ihre Wahrnehmung von Kunst und Architektur erweitert.
Ausstellungen als Katalysatoren des Dialogs
Tate Britain ist bekannt für seine sorgfältig kuratierten Ausstellungen, die stets neue Perspektiven auf die britische Kunstgeschichte eröffnen. In den letzten Jahren hat das Museum beeindruckende Veranstaltungen wie “David Hockney: Arrival” präsentiert, die die innovative Verwendung von iPad-Technologie durch den Künstler zur Erfassung von Landschaften und Porträts demonstriert – ein Beweis dafür, dass künstlerische Medien sich an technologische Entwicklungen anpassen können, ohne dabei ihre expressive Kraft zu verlieren. Auch Ausstellungen wie “Nigerian Modernism”, die die Beiträge afrikanischer Künstler zur britischen Kunstszene hervorhebt, oder die monografischen Darstellungen von Künstlern wie Claude Monet mit seinen impressionistischen Studien des Lichts und der Atmosphäre, haben das Publikum begeistert. Diese Ausstellungen sind ein Beweis für Tate Britain’s Engagement, sowohl etablierte Meister als auch zeitgenössische Künstler zu präsentieren und einen lebendigen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart anzuregen.
Ein Vermächtnis der Verbindung
Tate Britain ist mehr als nur eine Sammlung von Kunstwerken; es ist ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der Inspiration. Interaktive Displays laden die Besucher ein, tiefer in die Geschichte und den Kontext der ausgestellten Werke einzutauchen – fördern so ein differenziertes Verständnis für künstlerische Einflüsse und kulturelle Bedeutung. Die Lage am Flussufer bietet eine unvergleichliche Gelegenheit zur Kontemplation inmitten der Schönheit Londons und festigt Tate Britain’s Position als eine zentrale Institution der britischen Kunstschätzung. Darüber hinaus engagiert sich das Museum aktiv mit der breiten Öffentlichkeit durch Bildungsangebote, öffentliche Vorträge und Künstlergespräche, um sicherzustellen, dass das Erbe der britischen Kunst weiterhin inspiriert und bereichert.
Zusätzliche Informationen
Website:
https://www.tate.org.uk/visit/tate-britain
Adresse:
Millbank, London SW1P 4HQ
Öffnungszeiten:
Täglich von 10:00 bis 17:45 Uhr (letzter Einlass um 16:30 Uhr)