Papierformat

Leitfaden für studentische Kunstwerke

On the House

Name Klasse Datum

Ayşe Erkmen, On the House (2012). Zur Referenz reproduziert; alle Rechte liegen beim Rechteinhaber.

Eckdaten

Künstler
Ayşe Erkmen wahooart.com/de/artists/ayse-erkmen_de/
Lebensdaten des Künstlers
1949 – ?
Gemalt
2012
Bewegung
Contemporary Minimalism

Im Kontext

On the House — Ayşe Erkmen

Entstehungsjahr

  1. 1940
  2. 1950
  3. 1960
  4. 1970
  5. 1980
  6. 1990
  7. 2000
  8. 2010

Schattiert: das Lebenswerk von Ayşe Erkmen (1949–?) ▲ dieses Werk, 2012

Farbpalette

Anhand des Bildes gemessen

    Hauptfarbe

    Gray #7a6a5c

    Gespeicherte Palette

    • #7A6A5C
    • #E9EAE9
    • #B4B2AE
    • #D6D6D4
    Palette
    Neutrals Die dominierende Farbgruppe im Bild.
    Hauptfarbe
    Gray
    Intensität
    Monochromatic Wie gesättigt und vielfältig die Farben sind – von einem einzelnen, dezenten Farbton bis hin zu einer Vielzahl leuchtender Töne.
    Kontrast
    Serene Wie stark sich die Farben in Helligkeit und Sättigung über das Bild hinweg unterscheiden.
    Harmonie
    Balanced Harmony Wie gut die Farben zusammenwirken, von kontrastreich bis hin zu vollkommen harmonisch.
    Helligkeit
    Brilliant Wie hell oder dunkel das Bild insgesamt wirkt, von tiefen Schatten bis hin zu strahlenden Glanzpunkten.
    Sättigung
    Muted Wie rein und kräftig die Farben sind, von fast Grau bis hin zu voll lebendig.

    Über dieses Kunstwerk

    On the House — Ayşe Erkmen

    The majority of Ayşe Erkmen’s projects are closely tied to the space, situation, and time they occupy. The place and environmental context in which she works always becomes part of the work; they begin to belong one another, as though something borrowed from that place (a measure, a form, a motif, a story, a possibility...) has been restored to the place from which it was taken. In her projects, Ayşe Erkmen incorporates unexpected directions and intervals, architectural and environmental scales, and distances and proximities, into the experience of the artwork. “On the House” (Am Haus) is one of Erkmen’s works that is closely tied to the places where it is exhibited and as a consequence cannot be identically repeated anywhere else. Initially conceived for the façade of a building in Kreuzberg, Berlin in 1994, where it remains today, the work was also displayed on the façade of Arter’s atrium for the “What Time Is It?” (2019) exhibition. “Am Haus”, which Erkmen made with suffixes that are completely useless when left on their own and need to be combined with a verb in order to gain functionality and to express meaning, harbours countless expressions regarding the past, the present, and the future, all without telling a clear story. Rather than asking here what might have happened, what might be happening, what might happen (ne ol-muş, ne oluyor-muş, ne olacak-mış), the work triggers us to think instead about the context it occupies. In the book of the same title that accompanied the artist’s solo exhibition “Whitish” (2019), curated by Emre Baykal at Arter, Erkmen talks about the work: “ “Am Haus” is one of my more functional works (...) For the German residents of the neighbourhood, they present a new aesthetic by means of their different alphabetical characters, with their dots and tails. At the same time, they also present the Germans with a tense, a mode of time that they haven

    Künstler und Museen

    Künstler/in

    Ayşe Erkmen

    Geboren in Istanbul, Türkei

    Ein durch den Raum geformtes Leben: Die Welt der Ayşe Erkmen

    Ayşe Erkmen, geboren 1949 in Istanbul, ist weit mehr als eine Bildhauerin; sie ist eine Alchemistin der Umgebungen, eine subtile Störerin, die das Alltägliche in das Faszzinierende verwandelt. Ihr Werk schreit nicht nach Aufmerksamkeit, sondern lädt vielmehr zur Kontemplation ein, indem es unsere Wahrnehmung der Räume, die wir bewohnen, und der Geschichten, die sie bergen, behutsam verändert. Sie lediglich als „türkische Künstlerin“ zu bezeichnen, fühlt sich einschränkend an, obwohl ihre Herkunft zweifellos das Fundament ihrer Praxis bildet. Istanbul mit seiner vielschichtigen Vergangenheit, seinem komplexen sozialen Gefüge und der intimen Beziehung zum Wasser ist nicht nur ein Geburtsort, sondern eine beständige Inspirationsquelle – ein Palimpsest, auf dem Erkmen kontinuierlich neue Möglichkeiten entwirft. Im Jahr 1orbent 1977 schloss sie ihr Studium an der Abteilung für Bildhauerei der Akademie der Schönen Künste in Istanbul unter Sadi Çalık ab, eine Zeit, die ihr ein tiefes Verständnis für Form und Material vermittelte, aber auch den frühen Wunsch weckte, über traditionelle skulpturale Grenzen hinauszugehen.

    Jenseits der Form: Transformation architektonischer Kontexte

    Erkmens künstlerische Reise ist durch eine bewusste Ablehnung der Erfindung zugunsten der Transformation gekennzeichnet. Sie strebt nicht danach, neue Formen ex nihilo zu erschaffen, sondern untersucht stattdessen akribisch bestehende architektonische und soziale Bedingungen, um deren verborgene Potenziale freizulegen. Bei diesem Ansatz geht es nicht darum, dem Raum ihren Willen aufzuzwingen, sondern vielmehr in einen Dialog mit ihm zu treten – seiner Geschichte zuzuhören, seine Funktion zu verstehen und sein Narrativ subtil zu verschieben. Ihr Werk manifestiert sich oft als Intervention: Wände, die zu wandern scheinen, Räume, die geometrisch sanft korrigiert wurden, oder das unerwartete Erscheinen von Wasser an Orten, wo man es zuvor nicht vermutet hätte. Es geht hierbei nicht um große Gesten, sondern um feine Anpassungen, die uns zwingen, unsere Annahmen über die gebaute Umwelt zu überdenken. Sie beschreibt ihren Prozess als ein „langes Durcharbeiten“, bei dem Elemente reduziert und umgeleitet werden, bis eine neue Spannung entsteht – ein Gleichgewicht zwischen Form und Funktion, Kontext und Wahrnehmung.

    Ein globaler Dialog: Lehre und Anerkennung

    Erkmens Einfluss reicht weit über ihre eigene künstlerische Produktion hinaus. Von 1998 bis 1999 innehatte sie die renommierte Arnold-Bode-Professur an der Kunstakademie Kassel, gefolgt von einer langjährigen Tätigkeit als Dozentin an der Kunstakademie Münster von 2000 bis 2015. Diese Positionen ermöglichten es ihr, eine neue Generation von Künstlern zu fördern und sie dazu zu ermutigen, konventionelle Grenzen zu hinterfragen und die Ortsbezogenheit in ihren eigenen Arbeiten anzunehmen. Ihr Engagement für die künstlerische Ausbildung ist untrennbar mit ihrer breiteren Praxis verwoben – dem Glauben, dass Kunst ein Katalysator für kritisches Denken und soziales Bewusstsein sein sollte. Diese Hingabe wurde durch zahlreiche Auszeichnungen gewürdigt, darunter der Maria Sibyelle-Merian-Preis des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst Hessen im Jahr 2002 sowie die Mitgliedschaft in der Akademie der Künste, Berlin, seit 2012.

    Plan B und darüber hinaus: Bedeutende Errungenschaften

    Vielleicht ist Erkmens international am bekanntestes Werk Plan B, mit dem sie die Türkei auf der 54. Internationalen Kunstausstellung der Biennale Venedig im Jahr 2011 repräsentierte. Dieses ehrgeizige Projekt verwandelte einen Raum innerhalb der Arsenale in eine komplexe Wasserreinigungsanlage, komplett mit funktionierenden Maschinen, die Kanalwasser filterten und es sauber an seine Quelle zurückführten. Plan B war nicht bloß eine ästhetische Installation; es war eine funktionale Skulptur – ein Kommentar zur prekären Beziehung Venedigs zum Wasser, seiner Geschichte der Überschwemmungen und der dringenden Notwendigkeit nachhaltiger Lösungen. Das Publikum wurde Teil des Werks, indem es den Filtrationsprozess unmittelbar miterlebte und über das empfindliche Gleichgewicht zwischen Natur und menschlichem Eingriff nachdachte. Zu weiteren bedeutenden Arbeiten gehört On Water (201, Skulptur Projekte Münster), bei dem sie eine Unterwasserbrücke aus wiederverwendeten Frachtcontainern schuf und die Besucher dazu einlud, buchstäblich auf dem Wasser zu gehen – eine kraftvolle Metapher für das Navigieren durch gesellschaftliche Herausforderungen und verborgene Infrastrukturen. Ihre jüngste Installation Left Overs II (2025), in Auftrag gegeben von der Autostrada Biennale, setzt ihre Erforschung der Ortsbezogenheit fort, indem sie Materialien aus lokalen Werkstätten wiederverwendet und sich mit der Geschichte eines ehemaligen Militärhangars auseinandersetzt.

    Ein bleibendes Vermächtnis: Die Kraft subtiler Intervention

    Die historische Bedeutung von Ayşe Erkmen liegt in ihrer Fähigkeit, die Skulptur neu zu definieren – sie über die Grenzen des Objekts hinaus in den Bereich der Erfahrung zu führen. Sie fordert uns heraus, die Welt mit neuen Augen zu sehen, unsere Annahmen über den Raum zu hinterfragen und das verborgene Potenzial im Alltäglichen zu erkennen. In ihrem Werk geht es nicht darum, Antworten zu liefern, sondern Fragen aufzuwerfen – über Geschichte, Kultur, Politik und unsere Beziehung zur Umwelt. Sie erfindet keine neuen Formen; sie offenbart die bereits existierenden, indem sie architektonische und soziale Bedingungen in Räume der Kontemplation und des kritischen Engagements verwandelt. Als eine führende Stimme der zeitgenössischen Kunst inspiriert Erkmen weiterhin Künstler und Publikum gleichermaßen und demonstriert die Macht subtiler Interventionen, um tiefgreifende und dauerhafte Veränderungen zu bewirken.

    Weitere Lesetipps

    Online verfügbar

    QR-Code mit Link zur Download-Seite für On the House

    wahooart.com/de/art/download/ayse-erkmen-on-the-house-D7DQV2-en/

    Zitierweise für dieses Kunstwerk

    MLA
    Erkmen, Ayşe. On the House. 2012, https://wahooart.com/de/art/ayse-erkmen-on-the-house-D7DQV2-en/
    APA
    Erkmen, Ayşe (2012). On the House [Painting]. https://wahooart.com/de/art/ayse-erkmen-on-the-house-D7DQV2-en/
    Chicago
    Ayşe Erkmen. On the House. 2012. https://wahooart.com/de/art/ayse-erkmen-on-the-house-D7DQV2-en/
    Harvard
    Erkmen, Ayşe (2012) On the House. Available at: https://wahooart.com/de/art/ayse-erkmen-on-the-house-D7DQV2-en/

    Genau hinsehen

    On the House — Ayşe Erkmen

    Genau hinsehen

    Antworten Sie in Ihren eigenen Worten. Es gibt hier keine falschen Antworten – nur Antworten, die Sie erklären können.

    1. Was fällt Ihnen als Erstes ins Auge und warum?
    2. Welche Farben oder Formen erzeugen die Stimmung – und wie sieht diese Stimmung aus?
    3. Unser Katalog ordnet dieses Werk unter folgenden Schlagworten ein: architecture, reflection, space. Stimmen Sie dem zu? Was würden Sie hinzufügen oder weglassen?
    4. Ayşe Erkmen war etwa 63 Jahre alt, als dieses Werk entstand. Welche Details lassen auf die Handschrift eines Künstlers in dieser Lebensphase schließen?
    5. Themen, die im Werk von Ayşe Erkmen immer wiederkehren: architectural echoes, space play, temporal distortion. Welche davon erkennen Sie hier?

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